Mit Herz und Respekt: Friedhofspflege und Verwaltung

Hassan Boulfouyoul kann in den alten Unterlagen Familiengeschichten nachverfolgen. Foto: Stadt Bad Soden

Bad Soden (bs) – Ruhige Wege, alte Bäume, gepflegte Gräber – die Friedhöfe in Bad Soden sind Orte der Stille und des Gedenkens. Doch hinter der würdevollen Atmosphäre steckt viel Arbeit und vor allem viel Verantwortung. Vier Kollegen kümmern sich um die Pflege der Anlagen und begleiten Beerdigungen, während Claudia Kreuzinger und Patrick Fangmann in der Verwaltung die organisatorischen Fäden in der Hand halten.

Bevor eine Beerdigung stattfinden kann, gibt es viele Dinge zu klären: Welche Bestattungsart ist gewünscht? Muss ein Grab ausgehoben oder ein Platz unter einem der Bäume bestimmt werden? Wer begleitet die Trauerfeier und trägt die Urne oder den Sarg zum Grab? All diese Fragen laufen bei der Friedhofsverwaltung zusammen. Claudia Kreuzinger und Patrick Fangmann stehen im engen Austausch mit den Bestattungsunternehmen und geben die nötigen Informationen an die Kolleginnen und Kollegen auf den Friedhöfen weiter.

Bei den Beerdigungen selbst ist Einfühlungsvermögen gefragt – denn jeder Abschied ist anders. „Besonders schwer ist es, wenn ein Kind oder ein junger Mensch gestorben ist“, sagt Patrick Fangmann leise, „das nimmt man dann schon mit nach Hause.“

Trotz der emotionalen Belastung empfinden alle, die im Friedhofswesen arbeiten, ihre Aufgabe als wertvoll. „Das Sterben gehört zum Leben dazu“, erzählt Hassan Boulfouyoul, einer der Kollegen aus dem Friedhofsteam. „Seit ich hier arbeite, habe ich einen anderen Blick auf das Leben und seinen Wert bekommen.“

Zum Alltag gehören neben den Beerdigungen auch viele andere Aufgaben: die Pflege der fast 100.000 Quadratmeter Grünflächen, die Instandhaltung der Trauerhallen und der Kriegsgräber, das Schreiben an Angehörige, wenn Gräber nicht gepflegt werden, und das Einebnen von Gräbern, die nach 20 Jahren aufgelöst werden. 198 Gräber waren das im vergangenen Jahr, und bei 226 Bestattungen wurden neue Gedenkorte in Gräbern, Baumgräbern oder Kolumbarien für Urnen geschaffen.

Eine Arbeit, die still geschieht – aber von unschätzbarem Wert für die Stadt und ihre Menschen ist.



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