Magistrat will Abriss des alten Parkdecks

ORT:

Eschborn (MS). Der Magistrat will das Parkdeck in der Stuttgarter Straße vor dem S-Bahnhof Süd abreißen und irgendwann einmal neu bauen lassen. Schon in ihrer heutigen Sitzung sollen die Stadtverordneten den Segen dafür geben. Die SPD meldet allerdings Bedenken an.

Nach den Erkenntnissen des Magistrats ist das Parkdeck „stark sanierungsbedürftig“ und ein Neubau nur wenig teurer als eine Sanierung. Auf zwei Millionen Euro schätzt der Magistrat den Reparaturbedarf. Ein Neubau in Stahlgerüstbauweise sei für 2,5 bis 3 Millionen Euro zu haben, zuzüglich der Abrisskosten in Höhe von 250.000 Euro.

Als weiteren Vorteil nennt Bürgermeister Adnan Shaikh in seiner Vorlage, dass bei einem zeitnahen Abriss die Bauarbeiten an der Regionaltangente West (RTW) erleichtert würden. So könne anstelle des Parkdecks ein neuer Wendehammer für Busse angelegt werden, so dass der Busverkehr auch während der jahrelangen Bauarbeiten an der RTW aufrecht erhalten werden könnte. 40 bis 60 der heute 169 Parkplätze könnten dabei sogar erhalten bleiben.

Nach dem Abriss soll in einer „Konzeptstudie“ überlegt werden, wie ein künftiger „Bahnhofsvorplatz“ mit einem neuen Parkdeck aussehen könnte. Adnan Shaikh betont, dass die Zahl der Stellplätze langfristig nicht verringert werden soll und das neue Parkdeck an Attraktivität gewinnen soll. „Durch die Baumaßnahmen der RTW ergeben sich an dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt Stuttgarter Straße einige Herausforderungen, aber gleichzeitig auch Chancen und Synergien, die wir gerne nutzen möchten. Auf lange Sicht betrachtet ist es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoller, das alte, sanierungsbedürftige Parkdeck abzureißen und neu zu planen.“

„Irrwitzig und gefährlich“

Das alles hat Adnan Shaikh auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschuss vorgetragen. Dennoch kommen Bedenken von der oppositionellen SPD-Fraktion. Dabei teilt Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidatin Eva Sauter durchaus die Analyse des Bürgermeisters. „Das Parkdeck jetzt während des Baus der Regionaltangente West zu erneuern, geht in Ordnung. Denn es muss sowieso gesperrt werden. Und es ist naheliegend, dann auch den Vorplatz des S-Bahnhofs Süd umzugestalten, damit die vielen Fussgängerinnen und Fußgänger, Radfahrer und die Busse besser und sicherer klarkommen.“ Derzeit sei die Situation dort „irrwitzing und gefährlich“.

Eva Sauter gibt aber zu Bedenken, dass damit über mehrere Jahre 110 Park-and-Ride-Parkplätze wegfallen. „Ersatz ist bisher nicht gefunden worden. Da muss noch mal nachgearbeitet werden und mit den umliegenden Unternehmen intensiv über Anmietungsmöglichkeiten in den vorhandenen Tiefgaragen verhandelt werden“, fordert die Bürgermeisterkandidatin der SPD. Darüber hinaus möchte sie die „Konzeptstudie“ etwas greifbarer gestalten. Es soll ein genauer Zeit- und Arbeitsplan aufgestellt werden, damit sichergestellt ist, dass das neue Parkdeck zeitgleich mit der Inbetriebnahme der RTW fertig ist. „‚Schau´n wir mal, ob es klappt´ reicht mir nicht, denn die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger ist schon erheblich und darf keinen Tag länger als notwendig sein“, sagt Eva Sauter.

Einen weiteren Einwand hatte im Bauausschuss die FDP-Fraktion. Sie schlug vor, die RTW-Gesellschaft an den Kosten für Abriss und Neubau des Parkdecks zu beteiligen. Denn aus Sicht der Liberalen würde das Parkhaus bei allen Schwächen stehen bleiben, wenn es der RTW-Baustelle nicht im Wege wäre. Tobias Henrich warf zudem ein, dass das Parkdeck seinerzeit mit einem Zuschuss vom Bund gebaut worden sein. Da könne es sein, dass die Stadt das Bauwerk gar nicht so einfach abreißen darf.

Die Tage des alten Parkdecks am S-Bahnhof Süd scheinen gezählt. Foto: Schlosser

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