Am vergangenen Sonntag haben wir zum 10. Mal den „Sonntag der Freiheit“ in der Andreasgemeinde in Niederhöchstadt gefeiert. Ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter haben diesen Gottesdienst mit vielen anderen Menschen, die sich IJM (International Justice Mission) verbunden fühlen, gestaltet.
IJM ist die größte Bewegung weltweit, die sich in 30 Ländern gegen moderne Sklaverei einsetzt. Als Christinnen und Christen wollen wir hinsehen, wo es unbequem ist und Menschen eine Stimme geben, die nicht gehört werden. In ihrer Predigt haben unsere Botschafter*innen auf die Geschichten von Ruby und Cassie aufmerksam gemacht, die beide als Kinder bzw. Jugendliche gezwungen wurden, vor der Webcam sexuelle Handlungen an sich durchzuführen.
Deutschland trägt hier eine besondere Verantwortung. Bei verdächtigen Zahlungen im Zusammenhang mit sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet steht Deutschland weltweit unter den Ländern mit den höchsten Fallzahlen.
Aber die Geschichten von Ruby und Cassie enden nicht in der Verzweiflung; sie wurden von philippinischen Behörden in Zusammenarbeit mit IJM befreit. Beide erhielten danach traumasensible Begleitung, psychologische Betreuung und Zeit zum Heilen. Und beide taten etwas, das uns sehr beeindruckt: Sie wurden zu Kämpferinnen für andere Kinder.
Cassie gründete mit anderen Betroffenen 2023 den philippinischen Zweig des Global Survivor Network. Sie sprach vor dem britischen Parlament und berät heute die Arbeit von IJM. Ruby ist heute Aktivistin und Mitglied im Philippine Survivor Network. Sie sagt: „Man verändert die Welt nicht durch seine Meinung allein, sondern durch sein Beispiel.“
Diese beiden Geschichten haben uns sehr ermutigt und zeigen, dass Engagement etwas bewirkt, dass Rettung möglich ist und dass aus Betroffenen Führungspersönlichkeiten werden können.
Nähere Informationen zu IJM und weiteren Befreiungen gibt es unter: www.ijm-deutschland.de
