Friedrichsdorf (fw). Stau, Stress und lange Parkplatzsuche prägen den Alltag vieler Menschen, die regelmäßig zur Arbeit pendeln. Doch es geht auch anders – und oft sogar entspannter, gesünder und planbarer: Das hat das Pendelexperiment 2025 in Friedrichsdorf gezeigt. Nach dem großen Erfolg startet das Pendelexperiment jetzt in eine neue Runde.
Die Ergebnisse des vergangenen Jahres sind eindeutig: „Nach dem Experiment fahren immerhin 22 von 36 Teilnehmenden fast nie mehr oder nur noch an einem Tag pro Woche mit dem Auto zur Arbeit“, erläuterte Mobilitätsforscher Dr. Luca Nitschke vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). Während des Experiments sank die wöchentliche Autofahrleistung von rund 4.000 auf 1.283 Kilometer – eine Einsparung von knapp neun Tonnen CO2.
Um diesen Wandel auch weiteren Pendlerinnen und Pendlern zu ermöglichen, führt die Stadt Friedrichsdorf in Zusammenarbeit mit dem ISOE und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain das Pendelexperiment erneut durch. Gesucht werden Pendlerinnen und Pendler, die ihren Arbeitsweg bisher überwiegend mit dem Auto zurücklegen und offen dafür sind, neue Wege im Alltag auszuprobieren sowie ihre gewohnten Abläufe für einige Monate bewusst zu verändern.
Besser als gedacht
„Wir wollen Menschen dabei unterstützen, neue Routinen für ihren Arbeitsweg zu entwickeln“, sagt Bürgermeister Lars Keitel. „Wer Alternativen ausprobiert, stellt oft fest, dass Pendeln auch entspannter, gesünder und planbarer sein kann.“
„Viele sind überrascht, wie gut Alternativen im Alltag funktionieren. Genau dafür ist das Experiment da: ausprobieren, Erfahrungen sammeln und herausfinden, was zum eigenen Leben passt“, ergänzt Mobilitätsmanager Sven Wingerter. Das bedeutet auch, den eigenen Alltag neu zu organisieren – etwa bei Zeitplanung, Wetter oder praktischen Abläufen. Erfahrungsgemäß braucht es einige Wochen, bis sich neue Routinen etablieren.
Die Teilnehmenden werden individuell zu ihrem Arbeitsweg beraten und können anschließend für mehrere Monate kostenlos alternative Mobilitätsangebote testen – etwa E-Bikes, E-Lastenräder oder den öffentlichen Nahverkehr. „Solche Experimente zeigen konkret, wie Mobilitätswende im Alltag funktioniert. Mit der Förderung schaffen wir als Verband die Grundlage dafür, dass Kommunen diese neuen Wege erproben können. Gleichzeitig treiben wir damit die Verknüpfung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie von Carsharing-Angeboten in der Region weiter voran“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain.
Die Mobilitätswende beschleunigen
Transform-R ist ein vom Regionalverband FrankfurtRheinMain initiiertes und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Projekt, mit dem übergeordneten Ziel, die Energie- und Mobilitätswende in der Region Frankfurt Rhein-Main voranzutreiben. Neben ökologischen Gesichtspunkten stehen dabei auch soziale Aspekte und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Mittelpunkt. Ziel des Projekts ist es, aus Erprobungsräumen, so genannte „Reallabore“, Erkenntnisse über Möglichkeiten einer beschleunigten Umsetzung der Mobilitätswende zu gewinnen. Hieraus werden wiederum Transferprodukte und Instrumente zur Skalierung entwickelt, um erfolgreich erprobte Mobilitätslösungen in andere Kommunen und letztlich in die Fläche zu bringen.
Mehr Informationen zum Pendelexperiment 2026 und zur Teilnahme gibt es beim Friedrichsdorfer Fahrradtag am Samstag, 25. April, von 11 bis 16 Uhr.
Was sind die Voraussetzungen für die Teilnahme am Pendelexperiment von Juli bis November 2026? Teilnehmen können Interessierte ab 18 Jahren, die in Friedrichsdorf wohnen oder arbeiten bzw. ihre Ausbildung machen und ihren Pendelweg bislang überwiegend mit dem Auto zurücklegen (mindestens zwei Mal pro Woche). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kommt die Teilnahme infrage. Weitere Informationen gibt es auch unter www.transform-region.de/friedrichsdorf. Mehr Informationen zum Pendelexperiment 2026 und zur Teilnahme gibt es beim Friedrichsdorfer Fahrradtag am Samstag, 25. April, von 11 bis 16 Uhr.
