Friedrichsdorf (bin). Vor zwei Jahren wurde die Zusammenlegung der vier Kirchengemeinden in Friedrichsdorf zu einer gemeinsamen Gemeinde angekündigt. Nach vielen Monaten intensiver Vertragsverhandlungen wurden nun die schriftlichen Formalitäten mit der Unterzeichnung des Fusionsvertrages durch die vier Gemeindevorsitzenden offiziell besiegelt. Die umfangreiche Arbeit, die mit dieser Zusammenlegung einhergeht, ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen.
Diese Fusion der Kirchengemeinden bringt viele Neuerungen mit sich. „Es ist, als gebe man einen Teil seiner Identität auf“, erklärte Dr. Detlef Bauer, der Gemeindevorsitzende von Burgholzhausen. „Das finde ich nicht“, widersprach der Seulberger Gemeindevorsitzende Christian Reichert. „Man wird vielmehr Teil einer größeren Gemeinschaft, was ich nicht schlecht finde.“ Auch die Friedrichsdorfer Gemeindevorsitzende Gabi Golinzki-Wöhler hatte zunächst die Sorge, die ursprüngliche Kirchengemeinde zu verlieren. Ihre Angst erwies sich jedoch als unbegründet. „Anfangs war die Umstellung mit viel Arbeit verbunden, doch mittlerweile sind wir gut aufgestellt“, resümierte Pfarrer Reiner Guist. Die Fusion erleichtere in einigen Bereichen die Organisation und fördere zugleich den Austausch zwischen den Gemeinden. Seit 2025 gibt es schon ein gemeinsames Gemeindebüro in Friedrichsdorf. Dort beraten sich die Vorstände in monatlichen Treffen über organisatorische und verwaltungstechnische Fragen.
Eine weitere Neuerung sind die zusammengelegten Gottesdienste seit Mitte 2025. Jeden Sonntag finden mindestens zwei Gottesdienste in jeweils zwei der vier Stadtteile statt. Der wechselnde Veranstaltungsort kann dem Gemeindebrief entnommen werden. „Ich sehe im Gottesdienst jetzt mehr Besucher aus den anderen Gemeinden“, berichtete Guist, „doch die Vision, dass die Kirche voll wird, bleibt eine Illusion.“ Zu Ostern und anderen Festtagen werden zusätzliche Gottesdienste angeboten. „Die Aufrechterhaltung dieses vielfältigen Angebots ist nur möglich, da im Evangelischen außer Pfarrern auch Prädikanten die Gottesdienste abhalten dürfen“, erläuterte Bauer.
Nachfolger gesucht
Nachdem im vergangenen Jahr Pfarrer Dr. Thomas Krenski Seulberg verlassen hat, wird die Köpperner Pfarrerin Ulrike Maas-Lehwalder in zwei Monaten in den Ruhestand gehen. Daher werden neben dem Pfarrerehepaar Gundula und Reiner Guist ein weiterer Pfarrer sowie ein Gemeindepädagoge gesucht.
Der Fusionsvertrag sieht außerdem die Einteilung in drei Seelsorgebezirke vor. Köppern, Seulberg und Burgholzhausen bilden jeweils mit verschiedenen Teilen Friedrichsdorfs einen Bezirk. Diese Einteilung dient jedoch vor allem der Orientierung.
Bis zum 1. Januar 2027 soll ein neuer gemeinsamer Kirchenvorstand gebildet werden. Übergangsweise wird dieser bis zu den Neuwahlen im Sommer 2027 aus allen bisherigen Vorstandsmitgliedern bestehen. Zusätzlich werden vier Ortsausschüsse eingerichtet.
