Friedrichsdorf (fw) – Die Feier zum Tag der Heimat (TdH) fand in diesem Jahr am 26. September in Köppern statt. Der BdV-Vorsitzende Frank Dittrich konnte als Ehrengäste Lars Keitel (Bürgermeister von Friedrichsdorf), Renzo Sechi (Vorsitzender des Hochtaunus-Kreistags) sowie Stefan Schenkelberg (Kreisbeigeordneter) begrüßen. Die Festrede hielt Herr Gregor Maier, Leiter des Kreis-Kulturamtes. Ihm ging es dieses Mal weniger um die Befindlichkeit der Vertriebenen, sondern mehr um das, was die Ankunft Tausender Neubürger mit den Aufnahmegebieten selbst gemacht hat.
Im Einzelnen führte er aus: „Nachdem die Not an Wohnraum und Nahrungsmitteln überwunden war, veränderten sich die Ortsbilder merklich. Es wurden Schulen, Wohnhäuser und oft auch neue katholischen Kirchen errichtet. Als Beispiel war Königstein mit der Kollegskirche und dem Haus der Begegnung als Zentrum für den katholischer Priesternachwuchs zu nennen. Im Vordertaunus entstand mit den Glasschmelzen eine ganz neue Industrie. In den Neubaugebieten erinnern noch heute Straßennamen wie Ostpreußenstraße oder Egerländerstraße an die Vertreibung.“
Der Festredner richtet seinen Blick auch auf andere Wanderbewegungen, beispielsweise auf die Hugenotten und Waldenser, auf die Gastarbeiter heute – aber auch auf entgegengesetzte Bewegungen, fort aus dem Taunus, wie im 19.Jahrhundert in die USA oder im Dritten Reich zwangsweise die der Juden. Heimat böte daher in der Regel kein statisches Bild, sondern sei eine sich ständig im Wandel befindliche Landschaft, in der zu leben sich aber immer lohne, wenn sich Altes und Neues respektvoll begegnen und ergänzen. Die Veranstaltung wurde künstlerisch umrahmt von zwei Musikerinnen einer örtlichen Musikschule.


