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Anna I. grüßt als neue Lavendelkönigin

Von links: Unter Moderation des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Riedel und unterstützt von einer Abordnung der Historischen Festungsgarde nehmen Burgfräulein Charlotte I. (von Anna I. verdeckt), der Europaabgeordnete im Europäischen Parlament Thomas Mann, Bürgermeister Leonhard Helm, Dr. Reinhard Siepenkort und Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann (ebenfalls verdeckt) die Krönung der Neu-Regentin Anna Becker (ganz vorne) vor.
Fotos: S. Puck

Königstein (pu) – Nur etwas über eine Woche nach der Inthronisation von Burgfräulein Charlotte I. ist die Kurstadt um eine weitere Regentin reicher. Im Rahmen der 18. Auflage des seit 1997 durch den Förderkreis der Städtepartnerschaft Königstein organisierten Lavendelfestes wurde die zwölfjährige Anna Becker im Beisein von rund 150 Mitgliedern, Freunden, Lokalpolitikern, Vertretern Königsteiner Vereine und Bürgern bei idealem Sommerwetter am Le-Cannet-Brunnen in der Limburger Straße zur neuen Lavendelkönigin Anna I. gekürt. Sie tritt damit die Nachfolge von Johanna Haug an, die als Johanna I. dieses Amt ausnahmsweise zwei Jahre lang bekleidete, da wegen der letztjährigen Feierlichkeiten des 45-jährigen Partnerschaftsbestehens mit der französischen Geschwistergemeinde an der Côte d‘Azur aus terminlichen Gründen kein Lavendelfest 2017 gefeiert werden konnte.

Leidenschaft und Verantwortung

„Man hat diese Leidenschaft in sich oder eben nicht, aber wenn man sie hat, dann verliert man sie nie“, brachte es im Prinzip die unter den Festgästen weilende Ingeborg Israel (geborene Pappon) auf den Punkt, die als damals erst fünftes Burgfräulein 1956 die Regentschaft über die Stadt übernahm und mit ihrer Aussage zwar in erster Linie auf ihr nach wie vor gelebtes Engagement und ihre Präsenz bei diversen Anlässen anspielte, jedoch gleichzeitig eine Brücke zur neuen Lavendelkranzträgerin schlug.

Mit gerade einmal zwölf Jahren hat die St. Angela-Schülerin, die unter anderem nach eigenen Angaben gerne schwimmt und Querflöte spielt, durch die Amtsübernahme in einem der mit rund 250 mitgliederstärksten Gruppierungen ein persönlich erstes Ausrufezeichen gesetzt in einer Zeit, in der Vereine und Institutionen händeringend Nachwuchs suchen und vor allem auch die Motoren der Städtepartnerschaften in den Kommunen, die Partnerschaftsvereine, zunehmend um die Zukunft bangen müssen, weil die nachwachsende Generation die Motivation und Notwendigkeiten, die seinerzeit zur Gründung der jeweiligen Jumelagen führte, nur schwer nachvollziehen kann. Die langgedienten Mitwirkenden des Förderkreis der Städtepartnerschaft Königstein wissen um diese Gefahr der zunehmenden Annahme, Städtepartnerschaften seien eine Selbstverständlichkeit und Selbstläufer.

Bevor Anna I. in ihrer stilgerechten provençalischen Tracht – einem Geschenk der provencalischen Tanz- und Musikgruppe „Academie dou Miejour“ – ihre erste kurze Rede als Lavendelkönigin hielt, schritten Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann, Bürgermeister Leonhard Helm, der Europaabgeordnete im Europäischen Parlament Thomas Mann, Burgfräulein Charlotte I. und der Ehrenvorsitzende des Vereins, Dr. Reinhard Siepenkort, gemeinsam zur krönenden Tat und schmückten die Neu-Regentin mit dem Lavendelkranz. Das farbenfrohe prächtige Bild komplettierten eine Abordnung der Historischen Festungsgarde und der moderierende aktuelle Vereinsvorsitzende Wolfgang Riedel.

Den Lavendelkranz hatte Vereinsmitglied Lena Abtt in liebevoller Arbeit geflochten und drei Wochen lang gut gekühlt aufbewahrt. Anna I. war nicht mit leeren Händen gekommen, sondern mit einem Körbchen Lavendelsäckchen, die sie anschließend an die Festgäste verteilte. In den kommenden Monaten werden die Königsteiner sie vor allem beim Weihnachtsmarkt und beim Neujahrsempfang des Vereins in Aktion sehen. Dem einen oder anderen dürfte die Tochter des Burgfräuleins von 1986, Bettina Becker, geborene Liebold, schon bekannt sein und wie Wolfgang Riedel schmunzelnd bemerkte, wäre sie mitnichten die erste Lavendelkönigin, die ein paar Jahre später als Burgfräulein fungiert.

Bürgermeister Leonhard Helm hob im Anschluss das vorbildliche Engagement des Förderkreis der Städtepartnerschaft Königstein hervor, der mit diesem wunderbaren Fest rund um den Brunnen, diesen einladenden Platz zum Verweilen zum Leben erwecke und seiner Hoffnung Ausdruck gab, die französisch-deutsche Partnerschaft werde noch viele schöne Momente und Feste erleben.

Die Idee, den provenzalischen Lavendelfest-Brauch „Fetes de la Lavande“ in der deutschen Partnerschaftsgemeinde fest zu verankern, wurde 1997 geboren, nachdem die Stadt Königstein zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft von der Stadt Le Cannet den Brunnen geschenkt bekam und dieser seinen Platz in der Limburger Straße fand. Um den Brunnen herum sind Lavendel und Rosen gepflanzt als sichtbare Verbindung zur Provence und der langjährigen Freundschaft.

Motor

Für den leidenschaftlichen Befürworter der französisch-deutschen Verbindung, den Europaabgeordneten der CDU im Europäischen Parlament Thomas Mann, zählt das Königsteiner Lavendelfest zu den festen Terminen im persönlichen Kalender. Er hatte Mitglieder der Jungen Union mitgebracht samt Zeit zum Gesprächsaustausch und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Rede von Emmanuel Macron, die dieser im letzten Jahr an der Sorbonne in Paris gehalten hatte. In dieser Rede spannte Macron unter anderem den Bogen von dem zerstörten Europa nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu unserer heutigen Verantwortung für ein gemeinsames Europa, vor allem aber für die europäische Jugend. Seiner Meinung nach ist der zwischen Deutschland und Frankreich laufende Motor entscheidende Voraussetzung im Kampf für Nachhaltigkeit und Freundschaft in Europa.

Damit dann aber auch genug des offiziellen Charakters, in den folgenden Stunden standen Geselligkeit und französisches Lebensgefühl im Mittelpunkt des Geschehens. Ein wahres Erlebnis für Augen und Magen war der Lammbraten „Kräuter der Provence“ mit Rosmarinjus, Ratatouille und Kartöffelchen samt korrespondierendem leichtem sommerlichen, gekühlten Rosé. Doch auch die Freunde von Rot- und Weißwein kamen auf ihre Kosten. Das Angebot wurde abgerundet durch Oliven und Olivenöl, duftende Lavendel- und Kräutersträußchen und weitere Produkte aus der Provence. Last not least unbedingt erwähnenswert die liebevoll gedeckten Tische und die schicken neuen, mit dem Vereinslogo bestickten weißen Poloshirts, die anlässlich des Festes Premiere feierten.

Ganz klar, eine rundum gelungene Veranstaltung im Zeichen des Lavendels!

Der Lammbraten „Kräuter der Provence“ mit Rosmarinjus, Ratatouille und Kartöffelchen stand bei den Festgästen ganz hoch im Kurs.

Vor der Sonne gut geschützt verlebten Ingeborg Israel (ganz vorne rechts) und ihre Sitznachbarn ein paar fröhliche Stunden.

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