Königstein (el) – Zum zweiten Mal vergab die Stadt Königstein die Ehrennadel an verdiente Bürger, die sich uneigennützig für das Gemeinwohl engagieren und somit ein Vorbild für andere sind. Gerade in einer Kleinstadt sei dieses Wirken besonders wichtig, hob Stadtverordetenvorsteher Robert Rohr hervor, der die Ehrung zusammen mit Bürgermeister Leonhard Helm vornahm. Zehn verdiente Königsteiner also, nur eigentlich hätten es elf sein müssen: Der vor kurzem verstorbene Gründer des Vereins Herzen für eine Neue Welt, Dr. Dieter Arnold, hätte diese Anerkennung seines Lebenswerkes sicherlich auch verdient gehabt.
Unter den Geehrten befinde sich mit der Hohen Burgfrau Marijke Wesser auch eine junge Frau, was die Intention der Stadt unterstreicht, auch das Engagement jüngerer Menschen für ihre Stadt in besonderem Maße fördern zu wollen. Wesser hatte den historischen Rundgang anlässlich der Feierlichkeiten rund um das städtische Jubiläum im vergangenen Jahr organisiert und sei zudem im Burgverein und bei den Königsteiner Rittern aktiv. Gleich drei Damen aus den Reihen des Vereins „Bürger helfen Bürgern“ durften die Treppen empor zur Bühne des großen Saals des Hauses der Begegnung steigen, um ihre Auszeichnung entgegenzunehmen. Die Erste im Dreierbunde, Janny Hasselbach, trägt die Verantwortung für den Bereich „Essen auf Rädern“, so dass jene, die ihre vier Wände aus Krankkeits- oder Altersgründen nicht verlassen können, mit einer ordentlichen Mahlzeit versorgt sind. Ebenso wichtig ist der Beitrag, den Irmgard Schiller seit vielen Jahren leistet. Die Falkensteinerin, die ebenso wie Robert Rohr für den Erhalt der ehemaligen Taunusklinik in Falkenstein gekämpft hat, betreut seit 30 Jahren MS-Kranke und organisiert regelmäßige Treffen für diese ebenso wie sie seit 15 Jahren zusamnen mit der Behindertenbeauftragten daran beteiligt ist, dass jährlich zwei Veranstaltungen für behinderte Menschen ausgerichtet werden. Großes Lob gab es auch noch vom Bürgermeister: „Frau Schiller, ohne Sie wäre die Stadt um einiges ärmer.“ Auch die Schneidhainerin Zdeni Beck, die vier Jahre lang den Vorsitz von „Bürger helfen Bürgern“ innehatte, wurde für ihr unermüdliches Engagement, insbesondere auch in der Betreuung von MS-Kranken sowie bei Besuchen im Altenheim St. Raphael, geehrt.
Großer Applaus nicht nur von den Zuschauerplätzen aus im hinteren Bereich des Saales, als Eugen Danzer mit seinen 90 Jahren geehrt wurde, der seinem Verein, dem Mandolinenclub Falkenstein, sage und schreibe 80 Jahre lang die Treue gehalten hat. Er ist und bleibt seit jeher ein wichtiger Impulsgeber für den Verein. Das ist auch Martin Seibel für seine Falkensteiner Feuerwehr, in der er seit 75 Jahre Mitglied ist und für die er viele Jahrzehnte lang Vorstandsarbeit geleistet hat.
Gertrud Hartmann aus Mammolshain ist auf einem ganz anderen Feld tätig und organisiert als langjährige Vorsitzende des Heimatvereins Mammolshain unter anderem die Teilnahme am Burgfest-Umzug. „Sie ist die gute Seele von Mammolshain“, wusste der Stadtverordnetenvorsteher zu berichten. Eine wichtige Antriebsfeder für die Mammolshainer waren auch die Bemühungen von Wolf Hoepfner, weswegen Letzterer als Sprecher und Mitglied der AG Dorferneuerung ausgezeichnet wurde.
Und wer kennt sie nicht, Paul Beuth und Marga Geis aus Schneidhain? Auch sie wurden beide geehrt, jeder auf seinem Gebiet. Er engagiert sich seit 1951 im Vorstand des Schneidhainer Gesangvereins, war über Jahrzehnte dessen 1. Vorsitzender und sie ist einfach die Perle des Vereinsrings Schneidhain und nimmt als Vorstandsmitglied des Gesangvereins und des VdK alles in die Hand, was getan werden muss, damit die Veranstaltungen und die Busfahrten gelingen.
Nach der Ehrung mussten sich die Stadtverordneten noch ein bisschen gedulden, bis sie mit ihrer Sitzung beginnen konnten. Alle Geehrten wurden ins Foyer zu einem kleinen Umtrunk geladen.
