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Nora I. folgt auf Burgfräulein Carolin

Königstein (el) – Ein geschichtsträchtiges Haus, dessen Mauern bestimmt viel zu erzählen wissen, ein Verein mit reichlich Geschichte und eine Regentin in der Warteschleife, deren Inthronisation sozusagen schon siebeneinhalb Jahre zuvor in der Zeitung vorhergesagt wurde. Der Rahmen für den diesjährigen Neujahrsempfang des Königsteiner Burgvereins vereinte Altbekanntes und Traditionelles mit wohl dosierten, angenehmen Überraschungselementen. Wie jedes Jahr nutzte das Präsidium um Birgit Becker (Bernhard Frick, Alexander Freiherr von Bethmann, Alexander Hees, Ursula Althaus-Byrne, Gabriela Terhorst und Dagmar Reuter) den Anlass, um vor den Augen von Vereinsmitgliedern und Ehrengästen nicht nur das alte Jahr Revue passieren und Ausschau auf das noch junge zu halten, sondern auch um das neue Burgfräulein zu präsentieren. Und da musste man nur einen Blick auf den stolzen Vater, Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr (ALK), werfen, um dahinter zu kommen, dass es seine Tochter Nora Geis ist, die in diesem Jahr über das Volksfest der Königsteiner regieren wird, das vom 18. bis 21. Juli, noch vor den Sommerferien gefeiert wird. „Damit wird es eines der ersten Feste in der Umgebung im Sommer sein“, sieht Birgit Becker viele Vorteile für das Burgfest und seine Besucher mit einer neuen, variablen an die Sommerferien gekoppelten Terminwahl verbunden. In Zukunft ist es folgendermaßen geregelt: Wenn die Hessen später in die Ferien gehen, dann wird das Fest vorher gefeiert, im Falle eines früheren Ferienbeginns wird das Burgfest nach den Ferien stattfinden.

Die 18-jährige Nora Geis, die sich auf ihr Abitur am Taunusgymnasium vorbereitet, war jedenfalls schon als Mädchen fasziniert von dem Charme dieses Festes der Königsteiner mit seinem ureigenen Charakter und seiner Anziehungskraft auf alle Generationen. Als Elfjährige grüßte sie bereits neben der damaligen Regentin von der Titelseite der Königsteiner Woche, die in der Bildunterschrift schon orakelte: „Winkt hier vielleicht eine zukünftige Lieblichkeit?“ Wie man heute weiß, wird diese Prophezeiung eintreten. Und Nora Geis ist bereit für ihren Einsatz für ihre Heimatstadt. Ihre vielseitigen Interessen – unter anderem betreibt sie Cheerleading bei Eintracht Frankfurt mit Menschenpyramiden, Akrobatik und Sprüngen – und die Lebenserfahrung, die sie in ihren jungen Jahren hierdurch sammeln konnte, werden ihr sicherlich helfen, auch diese Aufgabe, bei der das Repräsentieren der Kurstadt im Mittelpunkt steht, zu meistern. Für Vater Robert Rohr ist das Burgfest unverzichtbarer Teil des städtischen Lebens – ein Angebot, das seiner Meinung nach ruhig noch mehr Bürger dieser Stadt annehmen könnten. Ein jeder könnte einen Gewinn für sich hieraus ziehen. Umso mehr sei man als Stadt – und hier sprach der Stadtverordnetenvorsteher aus ihm – Vereinen wie dem Burgverein zu Dank verpflichtet, die das Leben in der Stadt darstellen und so einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben leisten. Man sei den Vereinen umso mehr zu Dank verpflichtet, so Rohr, da sie in Königstein mehr Aufgaben wahrnehmen, die andernorts bei der Stadt angesiedelt seien. Nora I. wird sicherlich ihren Beitrag dazu leisten, dass das Burgfest als Angebot an die Bürger interessant bleibt und auch weiterhin angenommen wird. An ihrer Seite werden dabei – wie bei ihrer Vorgängerin Carolin I. auch – Freunde und Vertraute stehen, die ihren Hofstaat bilden. Das sind ihre Hofdamen – die Königsteinerin Helen Dawson und Alexandra Braune aus Bad Soden – sowie Junker Jonas Raab aus Mammolshain. Allerdings wird der Hofstaat um Nora I. noch eine kleine Erweiterung erfahren, die so ursprünglich nicht geplant war. Während die kleine Aurelia, Patenkind von Nora Geis, noch nichts von ihrem Glück wusste und während des Neujahrsempfangs interessiert die Vorstellung ihres Vorbilds verfolgte, war es längst ausgemachte Sache: Die achtjährige Tochter von Magistratsmitglied Sabine Mauerwerk soll die „kleine Hofdame“ von Nora werden, was Birgit Becker dann auch offiziell verkündete.

Das Geheimnis um das neue Burgfräulein ist also gelüftet. Darüber sollte man jedoch nicht vergessen, dass bis zum nächsten Burgfest das Zepter noch in den Händen der aktuellen Regentin Carolin I. liegt, die huldvoll mit ihrem Hofstaat winkte. Vervollständigt wird das Gefolge von Hofdame Patricia und Burgfräulein-Patin Fiona, die beide zum Empfang verhindert waren.

Ebenfalls unter den Gästen: Schirmherr Alexander zu Stolberg-Rosla und seine Mutter Dr. Hildegard zu Stolberg-Rosla.

Undenkbar wäre ein solcher Empfang auch ohne die zarten Klänge des Mandolinen Clubs aus Falkenstein mit seiner Dirigentin Natalia Alencova. Ebenso durfte ein Rückblick seitens der Burgvereinspräsidentin nicht fehlen, schaute sie doch auf ein ereignisreiches und nicht minder turbulentes Jahr zurück, das ganz im Zeichen vieler Veranstaltungen zur 700-Jahr-Feier Königsteins gestanden hatte, bei denen auch der Burgverein wesentlich mitgewirkt hatte. Unter großer Beteiligung nicht nur wanderbegeisterter Bürger führte der Burgverein zusammen mit der Stadt, dem Taunusklub und dem befreundeten Kronberger Verein im Rahmen des Stadtjubiläums erstmals die 3-Burgen-Wanderung (Königstein, Kronberg, Falkenstein) durch, die auf solch großen Anklang gestoßen war, dass sie Ende Dezember noch mal in umgekehrter Reihenfolge mit Fokus auf den Wanderweg angeboten wurde. Als Zeichen der Verbundenheit der Vereine untereinander ist auch die Teilnahme einer Abordnung des Burgvereins an den Jubiläumsfeierlichkeiten im Juni der Städtepartnerschaft zwischen dem Förderkreis Städtepartnerschaft Königstein und dem französischen Le Cannet zu werten. Auch das Burgfest mit seinem prachtvollen Umzug sei trotz widriger Wetterbedingungen – gerade beim Frühschoppen, der dennoch nicht ins Wasser gefallen war – auf großen Anklang, sogar bei vielen Gästen von außerhalb, gestoßen. In diesem Jahr wies der Burgfest-Sonntag für den Verein eine weitere Besonderheit auf: Am Vormittag wurde dem Burgverein für seine Verdienste der Saalburgpreis verliehen. Ein weiteres Glanzlicht von vielen im vergangenen Jahr: Die Jubiläumsserenade mit dem Heereskorps 100 aus Koblenz, die gezeigt hat, wie ein belebter Kapuzinerplatz aussehen kann. Außerdem hatte das Ganze noch ein erfreuliches Nachspiel für die Stadt, der ein Scheck über 5.000 Euro überreicht werden konnte, der für die Burgerhaltung eingesetzt werden soll und sich aus Spenden und Einnahmen aller am Großereignis beteiligten Vereine und Bürger zusammensetzt.

Am 21. März werden die Burgvereins-Mitglieder erneut und hoffentlich zahlreich zur jährlichen Mitgliederversammlung im Hotel Königshof zusammenkommen. Hier wird sicherlich auch das neue Burgfest-Buch thematisiert, das am 27. Juni auf der Terrasse des Königsteiner Kurbades vorgestellt werden soll. Ebenso hat man den Hessentags-Umzug in Bensheim am 15. Juni in diesen Tagen ins Visier genommen. Es ist also „wieder Alltag“ eingekehrt beim Burgverein nach all der Diskussion um die Zukunft des Festes, dem Sicherheitskonzept und den hierdurch bedingten Auflagen. Alltag bedeutet für Birgit Becker und ihre Mitstreiter vom Präsidium allerdings keineswegs „eintönig oder gar langweilig“ und diese Begeisterung für ihr Heimatfest, das Fest der Bürger, geben sie auch gerne an die Königsteiner weiter.

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