Mammolshain – In Hessen stehen zusätzlich zu den im Bundesnaturschutzgesetz genannten Biotopen auch die Streuobstwiesen unter gesetzlichem Schutz. Schutz allein genügt jedoch nicht, sind sich die Mitglieder des Obst- und Gartenbauverein Mammolshain einig.
Zum Erhalt der Streuobstbestände gehört auch das Nachpflanzen von Obstbäumen, damit die überalterten Bestände nicht eines Tages verschwinden und keine junge, ertragsstarke Obstbäume mehr da sind.
Für den nachhaltigen Erhalt der Mammolshainer Streuobstbestände arbeiten die Vereinsmitglieder dreigleisig: Obstbäume werden nachgepflanzt, junge Leute sollen noch mehr für die Pflege der Streuobstwiesen und –bäume begeistert werden und drittens soll die Vermarktung verbessert werden. Dazu gehören auch auskömmliche Preise bei den Keltereien für die hochwertigen, heimischen Streuobstäpfel.
Am letzten Samstag konnten Spaziergänger in Mammolshain miterleben, wie zwei der drei genannten Punkte in der Praxis aussehen: 22 Vereinsmitglieder, darunter auch einige der ganz jungen, haben eine rund 4.000 qm große Fläche, die zur Zeit nur als Grünland genutzt wird, der Stadt Königstein in deren Auftrag mit hochstämmigen Obstbäumen bepflanzt. Die jungen Bäumchen wurden an den zuvor eingeschlagenen Pfählen fixiert und ein Wildverbißschutz wurde angebracht. Zum Schluss wurden die gepflanzten Bäume noch kräftig angegossen. In den nächsten Wochen erhalten die Bäumchen dann den fachgerechten Pflanzschnitt. Der Verein hat sich übrigens sehr langfristig zur Pflege der neuen Streuobstwiese verpflichtet. Damit steigt die Gesamtfläche der vom Obst- und Gartenbauverein betreuten Streuobstbestände auf knapp 6,5 Hektar.
In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde in Bad Homburg und der Stadt Königstein wurde besonderer Wert auf die Pflanzung von alten und regionalen Sorten gelegt. Die Apfelbäume der Sorten ‚Weilburger‘, ‚Ruhm von Kelsterbach‘, ‚Kloppenheimer Streifling‘, und ‚Heuchelheimer Schneeapfel‘ zeugen davon.
Weitere alte Apfelsorten wie ‚Prinz Albrecht von Preußen‘ und ‚Siebenschläfer‘, die Birnen mit dem wohlklingenden Namen ‚Kaiserbirne mit dem Eichenlaub‘ und ‚Nordhäuser Winterforelle‘, ‚Dönissens Gelbe Knorpelkirsche‘ und ‚Ortenauer Zwetsche‘ sowie weitere alte Sorten haben in Mammolshain am Samstag eine neue Heimat gefunden. So können sie später auch als Genbank zum Schutz und Erhalt der genetischen Vielfalt von Obstbäumen dienen.
