Wenn der Platz an der Sonne zu heiß wird, kommt das Seefest gerade recht

Umweltfreundlich laubgefiltertes Sonnenlicht und Wasserkühlung aus dem Forellenweiher machen das Seefest zu einem besonders beliebten Ausflugsziel im Sommer. Fotos: Friedel

Falkenstein (hhf) – Während es die Schneidhainer auf ihrer Kerb wieder einmal richtig krachen ließen, setzten die Falkensteiner am Wochenende bewusst auf die leisen Töne.

Wie im Hochsommer üblich, feierten sie ihren „Forellenweiher“ kurz hinter dem Ende des Reichenbachweges mit dem jährlichen Seefest.

Den idyllischen Ort im nahen Naturschutzgebiet betreut der Heimatverein Falkenstein schon lange, der See lädt eben zur Verschnaufpause ein, wobei viele Wanderer und Gassigänger leider doch manche Spuren hinterlassen. Gerade die dann doch nicht apportierten Stöckchen sammeln sich gerne am Abfluss und verstopfen ihn. Zwar hat der Verein auch schon mal 20.000 Euro für eine Gesamtsanierungsmaßnahme beigesteuert, der Löwenanteil des Engagements besteht aber im Aufräumen rund um den See. Deshalb ist es den Heimatkundlern und -pflegern auch so wichtig, einmal im Jahr am See zu feiern, nämlich um bei ihren Mitbürgern auch das Gefühl mit dem richtigen Umgang mit dem Kleinod zu wecken.

Vielleicht waren nach der Berichterstattung über die zunächst nicht erteilte Genehmigung für das diesjährige fest heuer etwas mehr Gäste als sonst vorbeigekommen, vermutlich lag der reichliche Besuch aber im passenden Wetter begründet und vor allem im beliebten Programm, das der Verein wie stets mit Herz und Verstand gleichzeitig gestaltet hat.

Kräftig Hand angelegt hatten übrigens auch die aktiven Herren von „Brauchtum Falkenstein“, die ihre Kollegen bei Auf- und Abbau unterstützten, gab Evi Dorn als Vorsitzende des Heimatvereins Falkenstein zu Protokoll. Kuchentheke, Gasgrill und Getränkestation wurden dann von der eigenen Mannschaft betrieben, während die Gäste sich zwischen Sitzgarnituren unter Pavillons am Seeufer oder Stehtischen unter Bäumen entscheiden konnten – aber auch die dauerhaften Bänke an der „Uferpromenade“ waren gefragt. „Sogar Karl-Erich ist dabei“: Mit einem Gedenkposter erinnerten die Organisatoren an Karl-Erich Giese, der zu Anfang des Jahres plötzlich verstorben war. Das Seefest hatte zu seinen „Baustellen“ im Verein gehört und wieder einmal stieß sein Fehlen schmerzlich auf: „Wir haben beim Aufbau zuerst so einiges vergessen...“ Nicht vergessen hatte man die angekündigten Kutschfahrten, hier hatte sich stattdessen eine domestizierte Form des Naturschutzes zu Wort gemeldet: „Den Pferden ist es zu heiß, deswegen fallen die Fahrten aus“, musste Evi Dorn berichten. Ihren Vereinskameraden am Grill machten die Temperaturen dagegen nichts aus und auch die Besucher schreckten vor dem Verzehr warmer Nahrung nicht merklich zurück. Gerade ältere Falkensteiner hatten die Mahlzeit sogar fest eingeplant und ließen die heimische Küche kalt.

Familien mit Kindern waren ebenfalls gezielt an die Gestade des Waldsees gepilgert, denn dort hatte Patrice Schramm mit Familie und Freunden ein ganz spezielles Jugendprogramm vorbereitet. Der Nachwuchs konnte hier unter anderem Flöße bauen und schwimmen lassen, über eine Seilbrücke klettern oder mit dem Kescher zwecks späterer Bestimmungsübungen unter der echten Brücke hindurch Wassertiere fangen.

Lokalhistoriker Hermann Groß fing parallel dazu die Großen ein, die nicht nur über die Anlage des Wassersystems, zu dem der Weiher gehört, als mittelalterliche Versorgungsleitung für Königstein informiert wurden, sondern zum Beispiel auch erfuhren, dass etwas oberhalb echt Appenzeller Ziegen weideten. Die Molke von dieser „Schweizer Alm“ wurde täglich zu Kur-Zwecken nach Bad Soden geliefert. Nicht geliefert hingegen wird den Gewinnern der Tombola das Zwei-Personen-Barbecue, sie müssen sich zu dessen Verköstigung ins Kempinski begeben.

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