Königstein (kw) – In der zurückliegenden Sitzungsrunde der Stadtverordnetenversammlung ist die zweitgrößte Fraktion, die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK), mit Anträgen und Stellungnahmen in dem Bestreben aktiv geworden, Verbesserungen im Rahmen der laufenden Stadtmitte-Umgestaltung zu erreichen. Diese Initiativen sind jedoch durchweg auf Ablehnung gestoßen, wobei die Beweggründe der ALK mehrfach als unaufrichtig diskreditiert worden seien. Die ALK stellt deswegen ihre Position zum Projekt klar und widerspricht den gegensätzlichen Argumenten.
Klimaanpassung ja – Tiefgarage nein
Der ALK-Co-Fraktionsvorsitzende Günther Ostermann erinnert daran, dass die ALK den Teil der Umgestaltungsmaßnahmen, der sich auf eine wirksame Klimaanpassung bezieht, stets befürwortet hat. Auch nur dafür stehen die Fördergelder aus dem Bundesprogramm zur Klimaanpassung in urbanen Räumen zur Verfügung. Was die ALK andererseits entschieden ablehnt, ist die Fällung vitaler großgewachsener Bäume, der Bau einer millionenteuren Tiefgarage und ein Busbahnhof anstelle des bisherigen Rosengärtchens. Neben den klimatisch, optisch unruhigen und lärmausbreitend negativen Auswirkungen auf eine künftige Restanlage sind diese Baumaßnahmen von der Stadt alleine zu tragen. Auf unsicheren Beinen sieht die ALK zudem die Sicherung der Wasserversorgung aus dem Kurbad. Diese wichtige und größte Quelle für die umfangreichen Bauwerke zur Wasserversorgung von Konrad-Adenauer-Anlage, Kurpark und dem kleinen Bachlauf in der Hauptstraße drohe zu versiegen, da weder eine Sanierung in städtischer Hand noch eine Sanierung und Weiterbetrieb durch einen Betreiber in trockenen Tüchern sei.
Zukunftsfähigkeit und Lebenswert
Die entscheidenden Beweggründe der ALK sind der Erhalt von Stadtgrün und Stadtgeschichte sowie nachhaltige Stadtfinanzen. Das ist im Einklang mit einer Zukunftsfähigkeit für ein Königstein, das in seiner Weiterentwicklung erkennbar bleiben soll, seine besonderen Vorzüge herausstellt und insgesamt selbstverständlich den Lebenswert für die Menschen zum Ziel hat. Daraus Gegenteiliges zu konstruieren oder zu unterstellen, in arglistiger Weise Verzögerungen und Kostensteigerungen verursachen zu wollen, sei böswillig und eine Verdrehung der Tatsachen, so Ostermann. Die ALK weiß, dass das Projekt nicht mehr aufzuhalten ist und will möglichst schnell wieder eine funktionierende Stadtmitte.
Es sei absurd zu behaupten, dass der Bestandserhalt einer kleineren Baumreihe und der wenigen übrigen, noch immer schattenspendenden, großkronigen Bäume, an deren Standorten keine Bauten geplant sind, zu 15 Monaten Verzögerung und 200.000 Euro Mehrkosten führen würde.
Verzögerung wegen Umplanungen
Zu Mehrkosten in unbekannter Höhe haben jedoch Umplanungen der Stadt bei den Bauwerken zur Wasserbehandlung geführt. Gegenüber der beschlossenen Entwurfsplanung und den während Baustellenbesichtigungen gegebenen Auskünften ergeben sich erhebliche Abweichungen, deren Mehrkosten die ALK mit ihrem abgelehnten Antrag auf Auskunft und Transparenz gerade hinterfragen und möglichst gering halten wolle. Verzögerungen habe es zuletzt gegeben, weil die Stadt selbst noch kurz vor Erteilung des endgültigen Förderbescheids Änderungen gegenüber dem Fördergeber beantragt hat.
Wohin dies alles führt, wird im gerade herausgegebenen Haushaltsentwurf für 2027 schon ansatzweise sichtbar. Zusammen mit der gleichzeitig verteilten Immobilienstrategie wird immer klarer, dass letztes verbliebenes Tafelsilber und die letzten noch vorhandenen stadteigenen Mietwohnungen verkauft werden sollen. Einen solchen Ausverkauf stätischen Eigentums kann und werde die ALK zum Wohle der Stadt nicht mittragen.
Abschließend hofft Ostermann, dass die Königsteinerinnen und Königsteiner sich ein zutreffendes Bild von den geschaffenen und noch entstehenden Tatsachen machen können. Als aus Spenden finanzierte Wählergemeinschaft ist es für die ALK schwierig, gegenüber der Macht der amtlichen Öffentlichkeitsarbeit herum die nötige Chancengleichheit herzustellen. Für Bürger, die sich direkt mit Stadtverordneten der ALK unterhalten wollen, bietet die Wählergemeinschaft den Besuch ihrer Fraktionssitzungen an. Näheres dazu auf der Internetseite alk-koenigstein.de.