Gute Arbeit, viel Ehre und eine starke Jugend bei Königsteins Feuerwehren

Geehrt (v.l.): Heiko Martens (ehemaliger Stadtbrandinspektor), Volker Stroh, Sebastian Stroh, Timo Schmidt, Dieter Schwalbach, Jörg Beuth und Ulrich Hiller feierten auf der Jahreshauptversammlung der Königsteiner Feuerwehren runde Jubiläen.Foto: Schramm

Königstein (as) – Dunkelblau, so weit das Auge reicht. Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau – egal, welcher Abteilung er oder sie angehört, trägt Uniform, wenn zu einer offiziellen Versammlung gerufen wird. Am Freitagabend war es wieder so weit mit der 52. Gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Königstein. Die Turnhalle der Grundschule Mammolshain war voll besetzt, dazwischen waren einige bunte Punkte der Vertreter der Stadtverwaltung und der Politik zu sehen, vor allem aber ganz viele Vertreter der vier Freiwilligen Feuerwehren der Stadt. Auch hier galt: Auf die Feuerwehren ist Verlass.

Ein Punkt, den Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko in ihrer Begrüßung gleich weiterspielte: „Es gibt eine Gewissheit, auf die sich die Bürger unserer Stadt verlassen können: Sie sind da! Sie lassen alles stehen und liegen für andere“, wandte sich die Bürgermeisterin direkt an die Feuerwehrleute in den Reihen vor sich. Den Menschen, die Verantwortung übernehmen, die eine „tragende Säule der Stadt“ seien, dankte sie „aufrichtig im Namen der Stadtgesellschaft und der Verwaltung“.

Feuerwehr rückt ins Hauptamt

Eine kleine Überraschung auch für manches Mitglied der Feuerwehr hatte die Bürgermeisterin mitgebracht. Sie kündigte an, dass der Brand- und Katastrophenschutz künftig nicht mehr dem Fachbereich III Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung, sondern direkt dem Hauptamt, sprich ihr bzw. Fachbereichsleiterin Catherine Voigt, unterstellt sein werden. Eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung stärke auch die Feuerwehren in ihren Handlungsmöglichkeiten. Schenk-Motzko brachte in diesem Zusammenhang auch den hauptamtlichen Gerätewart bei der Stadt zur Sprache, der als fester Ansprechpartner in der Verwaltung den Feuerwehren zur Seite steht. Und sie kündigte eine interkommunale Zusammenarbeit mit Kronberg im Bereich Gerätewartung, Schlauchpflege und Instandhaltung der Ausrüstung an. „Feuerwehr funktioniert nur in gutem Miteinander“, so die Bürgermeisterin. „Bringen Sie sich ein, wenn Sie etwas bemerken“, die Stadt werde immer an der Seite der Feuerwehren stehen.

Unabhängig vom ausstehenden Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr gab die Bürgermeisterin auch ein Bekenntnis zum Neubau des Feuerwehrhauses Mammolshain am Mönchswald, während beim HLZ am Kaltenborn noch darüber zu entscheiden sei, ob ein Neubau oder eine Sanierung präferiert werde. Auch Runa Hammerschmitt, die als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin den Dank der Stadtverordnetenversammlung überbrachte, positionierte sich deutlich zum neuen, politisch beschlossenen Standort, der zuletzt aufgrund der städtischen Finanzen gerüchtehalber wieder hinterfragt worden war. Das hörten die Feuerwehrleute, zumal in Mammolshain, gerne.

Dass es auch personell gut läuft bei der Königsteiner Wehr, das machte Stadtbrandinspektor Stefan Freund in seinem Jahresbericht deutlich, dem eine Schweigeminute für die verstorbenen Kameraden Christoph Schwarzer und Kurt Kleinert vorausging. Für ein „sehr gut“ forderte er die Kameraden und die Gäste auf: „Macht Werbung, wir können noch mehr Leute gebrauchen.“ 114 Mitglieder hat die Einsatzabteilung (minus ein Mitglied im Vergleich zum Vorjahr), die Alters- und Ehrenabteilung hat 33 Mitglieder, und die Jugendfeuerwehr ist nochmals um zwei auf 62 Mitglieder gewachsen, und das, obwohl allein in Königstein Mitte vier Jugendliche in die Einsatzabteilung gewechselt sind, in Schneidhain waren es zwei. Auf diese Weise sorgt die Feuerwehr selbst immer wieder für eine Verjüngung des aktiven Teams. In Falkenstein wurde die Jugendfeuerwehr binnen zweier Jahre komplett neu aufgebaut und hat bereits zehn Mitglieder. „Ihr macht eine tolle Arbeit für das Allgemeinwohl, Ihr seid ein tolles Team“, lobte Freund die von Sabrina Aniolek geleitete Nachwuchsabteilung. Die Stadtjugendfeuerwehrwartin berichtete später noch von der guten Zusammenarbeit mit Jugendwarten der einzelen Ortsfeuerwehren und den zahlreichen Aktionen wie den Übungen, den gemeinsamen Aktivitäten mit dem Höhepunkt Zeltlager und dem „inoffiziellen Ziel“, die besten Waffeln der Stadt zu backen, denn auch auf Festen, Jubiläen und dem Weihnachtsmarkt ist die Jugendfeuerwehr immer sehr präsent. „Macht weiter so mit Eurem Elan und Eurer Begeisterung“, rief Aniolek den anwesenden Jugendlichen zu. Die anderen werden es erzählt bekommen. Und der größte Applaus des Abend war der Jugendwartin gewiss.

Der Stadtbrandinspektor war zuvor in seinem Bericht noch auf die Einsätze im vergangenen Jahr zu sprechen gekommen. Mit 286 waren es zwar erneut weniger als im Vorjahr (304) und deutlich weniger als noch vor zwei Jahren (mehr als 400). Dafür seien Einsätze darunter gewesen, „die uns absolut gefordert haben“, so Freund. Als Beispiele nannte er den Frontalzusammenstoß zweier Autos an der Billtalhöhe, bei dem am 16. Februar ein Mensch ums Leben kam, und den Dachstuhlbrand am 27. August im Grünen Weg in Königstein, wo zum Glück niemand zu Schaden kam. Freund berichtete von den schwierigen Einsatzbedingungen, dem Problem, das Drehleiterfahrzeug überhaupt in Stellung bringen zu können. Und dennoch konnten die Kois im Gartenteich vor Löschwasser und die Kunstschätze im Haus vor den Flammen ebenfalls gerettet werden. „Auch das machen wir, wenn es möglich ist“, richtete Freund seinen Dank an alle, die bei diesem spektakulären Einsatz mitgewirkt hatten.

Aber er machte auch deutlich, wie sehr Erfolg und Misserfolg der Feuerwehr, im schlimmsten Fall Rettung oder Verderben, von Zufällen und auch vom Mitdenken aller abhängig sind. „Wir hatten Glück, dass an diesem Tag der Grüne Weg nicht zugeparkt war, sonst wären wir gar nicht zur Brandstelle durchgekommen.“ Am nächsten Tag habe es wieder ganz anders ausgesehen in der Straße. Das zeige auch, „dass die Leute überhaupt nichts gelernt“ hätten, so Freund.

Dass man bei solchen Einsätzen viel Erfahrung im Team braucht, dem kommt das kommunale Flexibilisierungsgesetz entgegen, dass künftig bis zu einem Alter von 67 Jahren – Fitness attestiert – der Dienst in der Einsatzabteilung möglich ist. Rente mit 67 sozusagen bei der Feuerwehr. Einer, der davon hätte profitieren können, wurde mit der höchsten Auszeichnung des Abends aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Volker Stroh erhielt neben Christoph Schwarzer (posthum) die Goldene Ehrennadel des Landes Hessen. Stroh hat sich gegen eine Rückkehr in die Einsatzabteilung entschieden, wird aber immer noch mit alarmiert, um eventuell in der Funkzentrale beim Koordinieren und am Funk seine Erfahrung einbringen zu können.

Was für 2026 noch nicht feststeht, ist, welche Einsätze den Freiwilligen Feuerwehren Königsteins bevorstehen werden, gut vorbereitet darauf sind sie auf alle Fälle. Sicher ist dagegen, dass die Feuerwehr Königstein Mitte in diesem Jahr groß ihr 150. Jubiläum begehen wird. Erster von drei Anlässen ist am 20. Juni ein Konzert auf dem Kapuzinerplatz (die Termine wurden in der KW 11 bereits in der KöWo veröffentlicht).

Beförderungen und Ehrungen

Einen bedeutenden Teil der Jahreshauptversammlung nahmen traditionell die Beförderungen nach erfolgreich absolvierten Lehrgängen (2025 waren es bei den Königsteiner Wehren 133 Lehrgänge) sowie Ehrungen für besondere Jubiläen ein.

Die Beförderungen nahmen Stefan Freund und sein Stellvertreter Jochen Stefanski vor. Herausragend war dabei die Beförderung von Jens Hiller (Falkenstein) zum Brandmeister, also von Rot auf Silber, wie es im Feuerwehrjargon heißt.

Die Ehrungen nahm der Stellvertretende Kreisbrandinspektor Lars Benndorf in gewohnt lockerer Weise vor. Sitzungen, zu denen er aus seiner Heimat Kronberg zu Fuß gehen könne, seien ihm am liebsten. Er überbrachte auch die Grüße des designierten Kreisbrandinspektors Martin Gonder, der gerade seinen Umzug aus dem Vogelsberg zu schultern habe und zum 1. April die seit dem Rückzug von Carsten Lauer vakante Stelle übernehmen wird; ferner die Grüße des Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Norbert Fischer. Zudem hoffe er, dass Königstein bald wieder als Ausbildungsstandort für Maschinisten fungieren könne neben Usingen, das sei zuletzt etwas eingeschlafen.

Beim wichtiger werdenden Thema Katastrophenschutz (Stichworte: Extremwetterereignisse, Blackouts) schläft im Kreis niemand. Um den Projektleiter Wolfgang Reuber und die seit Jahren aufgebaute Infrastruktur beneide den Hochtaunuskreis inzwischen halb Deutschland. Reuber sei überall als Experte gefragt. „Da hatten wir die Weitsicht, dass wir uns so gut aufgestellt haben“, so Benndorf. Und so ist die Freiwillige Feuerwehr, obwohl abgesehen von Bad Homburg im Kreis rein ehrenamtlich in hoheitlicher Mission für die Städte und Gemeinden unterwegs, ein Anker des Gemeinwesens und der Daseinsfürsorge in unruhigen Zeiten.

Die Ehrungen:

Ehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbands in Silber:

Alexander Kilb, Wolfgang Mairon, Sebastian Stroh, Eric Strohkemper, Jens Werner.

Silbernes Brandschutzehrenzeichen am Bande des Landes Hessen:

Timo Schmidt

Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Bande des Landes Hessen:

Jörg Beuth, Ulrich Hiller, Heiko Martens, Dieter Schwalbach

Goldene Ehrennadel des Landes Hessen:

Christoph Schwarzer (posthum), Volker Stroh

Die Beförderungen:

Feuerwehrmannanwärter/-anwärterin:

Emanuel Barbosa, Sven Bohsewe, Jakob Eichinger, Christopher Gärtner, Maximilian Holler, Jörg Jochmann, Peter Jozsa, John Kock, Thomas Kossa, Lara Matthias, Till Regenhardt, Laurens Welker, Lukas Welz, Ellen Wendt, Daniel Wendt

Feuerwehrmann / Feuerwehrfrau:

Geoffmarsh Arjunan, Ann-Kathrin Bremm, Vlad Ciubotaru, Carina Ettl, Axel Gallwas, Sarah Kipp, Adrian Klinger, Lucian Lazar, Sebastian Pätzel, Clemens Philippi, Jonas Sader

Oberfeuermann / -frau:

Lukas Becker, Paul Berkei, Norbert Kemnitz, Julius Klein, Leonie Stefanski

Hauptfeuerwehrmann / -frau:

Sabrina Aniolek, Leonie Grebe, Hosam Sandid, Sebastian Starosciak

Löschmeister:

Daniel Otto-Schleicher, Florian Selg

Oberlöschmeister:

Markus Becker, Wolfgang Mairon, Maximilian Schwager

Hauptlöschmeister:

Christian Hennecke, Jens-Alfred Link, Henning Rackow

Brandmeister:

Jens Hiller

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