Leserbrief

Hausarztversorgung

Unser Leser Michael Grimm, Karlstraße, Königstein, schreibt zur schwierigen Lage der Hausarztversorgung in Königstein Folgendes:

Die Situation ist kein Aprilscherz – sie ist ein Armutszeugnis: Die Hausarztversorgung im Sankt-Josef-Krankenhaus ist erneut zusammengebrochen. Und wieder stehen Patientinnen und Patienten vor dem Nichts.

Wer sich einmal ernsthaft mit Betroffenen unterhält, weiß, was das bedeutet: Menschen ohne Hausarzt, monatelange Suche, gerade erst aufgebautes Vertrauen – und dann wird alles wieder zerstört. Laufende Behandlungen geraten ins Wanken, Unsicherheit wächst. Das ist nicht nur frustrierend, das ist schlicht nicht akzeptabel.

Mittlerweile wirkt es tatsächlich einfacher, an Ostern Eier zu finden, als in Königstein eine verlässliche medizinische Versorgung.

Deshalb richte ich einen klaren Appell an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung: Hören Sie auf, dieses Problem auszusitzen. Es braucht endlich konkrete Lösungen statt leerer Versprechen. Eine Stadt ist nur dann lebenswert, wenn die gesundheitliche Versorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger gesichert ist – alles andere ist zweitrangig.

Und noch etwas: Bürgernähe darf keine Wahlkampf-Inszenierung sein. Ich erwarte, dass alle Parteien regelmäßig abwechselnd präsent sind, zuhören und sich den Problemen stellen – nicht nur dann, wenn Stimmen gebraucht werden.

Eine lebendige Demokratie bedeutet, dass alle gewählten Kräfte ernst genommen werden und der offene Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern jederzeit stattfindet – nicht selektiv, nicht bequem, sondern ehrlich und auf Augenhöhe. Wer beginnt, unliebsame Parteien oder Meinungen auszugrenzen, schwächt genau diese Demokratie. Genau das ist eine Entwicklung, die ich mit großer Sorge sehe.



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