Oktoberfest auf einen Schlag eröffnet

Na bitte, es läuft doch! Vor vollem Haus(zelt) – siehe Bild unten – zapfte Jörg Pöschl als Erster Stadtrat das Fass mit einem Schlag an, sodass Bernd Kraft (mit Steinkrug) und Norbert Altenkamp schneller zum Zuge kamen als erwartet. Während Nicole Hülsmann, die mit Ela van der Heijden seitens der Plasterschisser die Zeremonie moderierte, das „Ozapft is!“ noch im Gesicht stand, ging Jörg Pöschl gleich darauf mit gewohnter Sorgfalt seinem Maßkrug und dessen Inhalt auf den Grund (kleines Bild). Fotos: Friedel

Königstein (hhf) – Mit dem Fassanstich ist das so ähnlich wie mit den Schulnoten – weniger ist mehr. So gesehen legte unser Erster Stadtrat Jörg Pöschl am Samstag eine glatte „Eins“ hin, als er das Oktoberfest auf einen Schlag eröffnete. Ein wenig schien es, als sei er selbst etwas verblüfft über den schnellen Erfolg, der Fotograf hätte gerne ein paar Schaumspritzer zur Dekoration gesehen, aber der Hahn saß bombenfest und der goldene Inhalt verließ das Fass in geordneten Bahnen Richtung Maßkrüge.

Gut besucht

Das Ganze fand in diesem Jahr vor großem Publikum statt, schon um 18 Uhr war das Festzelt prall gefüllt, obwohl die Plasterschisser sich getraut hatten, eine etwas größere Variante als in den Vorjahren aufzustellen. Gut organisiert auch die Grill- und Thekenbereiche an der langen Seite Richtung Parkplatz, sogar eine eigene Anlaufzone für die Bedienungen war eingerichtet und nebendran genügend Platz für eine lauschig abgetrennte Sektbar. „Vor der Tür lockte mit einer Schießbude, Entenfischerei und einem Süßwarenstand offensichtlich genau die richtige Mischung an Amüsement nach und nach jeden einmal an die frische Luft, auch wenn das bedeutete, dass man drinnen seinen Platz vielleicht nicht mehr wiederbekam.

Gegen 22 Uhr am Samstagabend wurde die Lage noch etwas prekärer, denn nach einigen flotten Tanzrunden auf den Tischen klappte einer davon zusammen, die Tänzer hatten Glück im Unglück, aber nun gab es eben noch weniger Gelegenheit zum Sitzen ...

Schuld an dem Vorfall tragen sicherlich die Lorcher Schloßbergmusikanten, die es „richtig gut drauf hatten“ und beste Stimmung verbreiteten. Sogar zwei Tage lang und mit Zugabe, nachdem einige Spender spontan für eine Verlängerung des Auftritts gesorgt hatten.

40 Jahre Plaschis

Bereits zum 13. Mal wurde das Oktoberfest, gekoppelt mit einem verkaufsoffenen Sonntag, in der Kurstadt gefeiert, eindeutig eine Glückszahl, denn der Zuspruch von nah und fern war groß und alle Veranstalter und Händler zufrieden. Das war bisher nicht immer so, doch haben sich gerade die Narren der Plasterschisser von Anfang an in die Organisation des Festes hinein gestemmt und nicht entmutigen lassen, wenn das kleine Zelt nicht so voll war. Da passte es dann schon, wenn sie an diesem Oktoberfest – vor allem am Sonntag – ihr 40-jähriges Vereinsjubiläum mit entsprechendem Programm begingen. Der Renner an beiden Tagen war im Übrigen eindeutig das „Mispelchen“, ein Getränk aus „Calvados und Obstsalat“, wie ein Kenner begeistert erklärte.

Laufsteg und Meilen

Nachdem der Samstag schon mit einem Laufsteg in der Fußgängerzone begonnen hatte, erstreckten sich am Sonntag gleich vier „Meilen“ in beinahe alle Himmelsrichtungen. Zwischen reichlich geöffneten Geschäften gab es die „Tastingmeile“, auf der vom Gin bis zum Käse allerlei probiert werden konnte – zu diesem Zweck waren sogar Sitzgruppen und kleine Bars in der hinteren Hauptstraße eingerichtet worden. Vor dem Alten Rathaus hatten die Ratsstuben den großen Grill aufgebaut und zwischen allen Probierern saßen die Klienten nach längerem Schlange stehen auch auf den Friseursesseln, die Erhardt kurzerhand auf die Straße gestellt hatte, um das Oktoberfest mit den passenden Frisuren abzurunden.

Daneben gab es eine ganze Reihe Oldtimer zu bewundern, die „Blaulichtmeile“ lockte sogar mit einem Boot der DLRG auf der Kirchgasse und zwischendrin präsentierten sich etliche Vereine mit zum Teil ausgefallenen Ideen. So konnte man mitten auf der Georg-Pingler-Straße Volleyball spielen, am Glücksrad drehen, alte Brillen für den guten Zweck abgeben oder alte Brillis im Auktionshaus auf ihren Wert schätzen lassen. Sogar in die Uniformen der MuShoBa konnten Kinder hineinkriechen und dann die zugehörigen Instrumente ausprobieren. Bei so vielen guten Ideen war es kein Wunder, dass die Mehrheit der Besucher ebenso begeistert war wie die Geschäftsleute von deren Besuch.

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