Königstein (nd) – Bei der Jahreshauptversammlung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK-Ortsverband Königstein) stand neben den üblichen Berichten und Punkten noch ein besonderes Thema auf der Tagesordnung – eine mögliche Fusion mit dem Ortsverband Glashütten.
Die Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste im Lehrsaal der Freiwilligen Feuerwehr Königstein erfolgte durch den 1. Vorsitzenden des Ortsverbandes Königstein, Prof. Dr. Eckart Wernicke. Neben dem Ersten Stadtrat Jörg Pöschl waren Vertreter der SPD und der CDU gekommen. Auch Mitglieder des DRK Ortsverbandes Kronberg, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Königstein, die Vizepräsidentin des DRK Kreisverbandes Hochtaunus, Lucia Lewalter-Schoor sowie der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Stefan Osthoff gaben sich die Ehre.
„Die Welt, in der wir uns heute bewegen, ist geprägt von tiefgreifenden Veränderungen“, erklärte Wernicke. Die Aufgaben des DRK blieben aber klar: Menschen zu helfen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Dabei brauche das DRK dringend helfende Hände – sowohl passive als auch aktive. Denn der Personalmangel sei groß.
Angebote wie die Kleiderstube und der Seniorentreff müssten ohne Unterstützung eingestellt werden. „Ich appelliere an die Bürger dieser Stadt: Engagieren Sie sich“, so die eindringliche Bitte Wernickes. Der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder wurde in Form einer Schweigeminute gedacht.
Neue Bereitschaftsleitung
Zunächst stand der Jahresbericht der Bereitschaftsleitung an. Der Bericht stammte von Moritz Höhner. Da dieser allerdings erkrankt ist, wurde der Bericht von Jörg Lippert vorgetragen. Bei der Wahl zur Bereitschaftsleitung im vergangenen September war Höhner zum Leiter gewählt worden. Aufgrund seiner Erkrankung übernimmt jedoch Jens Hiller kommissarisch diesen Posten. Aufgrund der Zulassungsregularien, welche die Voraussetzungen der Anwärter festlegen, konnte zunächst keine Bereitschaftsleiterin beziehungsweise kein Stellvertreter gewählt werden.
Im August 2025 konnte die Ersatzbeschaffung des Bereitschaftsrettungswagens abgeschlossen werden. Diese war nötig geworden, da das bisherige Fahrzeug aufgrund seiner Maße nicht mehr in vollem Umfang bei Einsätzen auf der Königsteiner Burgruine genutzt werden konnte. Das Ersatzfahrzeug ist kleiner und kann durch sein geringeres Gewicht auch mit einem normalen Führerschein der Klasse B geführt werden, was die Besetzung des RTWs erleichtert. Beim Halloween-Spektakel auf der Burg kam das Fahrzeug bereits zweimal erfolgreich zum Einsatz.
Neben der Betreuung regulärer Veranstaltungen wie dem Ritterfest, Rock auf der Burg, dem Radklassiker am 1. Mai und vielen weiteren Anlässen wurden im vergangenen Jahr 78 Sanitätsdienste geleistet. Zusätzlich fielen vier Blutspendetermine im Haus der Begegnung sowie zahlreiche Fort- und Weiterbildungen an. Bei insgesamt 340 Diensten und Veranstaltungen kamen insgesamt weit über 6.500 ehrenamtlich geleistete Stunden zusammen. Viel zu tun für die 20 bis 25 Aktiven des DRK Königstein. „Damit beenden wir unseren Jahresbericht und hoffen vielleicht in Zukunft auf wieder bessere Zeiten und auch viele motivierte Helfer in unserem DRK Königstein“, zitierte Lippert aus dem Bericht von Moritz Höhner. Diesem sprach Wernicke die besten Genesungswünsche aus.
Bericht des Sozialen Arbeitskreises
Es folgte der Jahresbericht der Leiterin des Sozialen Arbeitskreises, Wiltrud Post. Sie referierte über das abwechslungsreiche Programm beim Seniorentreff. Besonders großer Beliebtheit erfreuten sich die Nachmittage, an denen gemeinsam am Computer gearbeitet wurde. Auch das Sommerfest des Seniorentreffs und der traditionelle DRK-Seniorenausflug fanden rege Beteiligung – Ziel war 2025 das nordhessische Alsfeld. Der gelungene Jahresabschluss für die Seniorinnen und Senioren war der Adventskaffee im Dezember.
Weniger erfreulich für die Mitglieder des Sozialen Arbeitskreises war, dass viele Kleidungsstücke, die der Kleiderstube gespendet wurden, nicht mehr verwendbar waren. Teilweise musste mit Farbe oder Öl verschmutzte Kleidung auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Ein unnötiger zusätzlicher Kosten- und Personalaufwand für den Arbeitskreis. „Derzeit können die Dienste in der Kleiderstube noch besetzt werden, dafür werden pro Woche sechs Helferinnen benötigt. Die Personaldecke ist jedoch so dünn, dass es bei Ausfall oder Krankheit zu Engpässen oder zu akuten Schließungen kommen kann“, so Wiltrud Post. Daher freut sich auch der Soziale Arbeitskreis des DRKs über jede helfende Hand, nicht nur beim Betrieb der Kleiderstube.
Posts ausdrücklicher Dank galt allen Helferinnen und Helfern, unabhängig von der Mitgliedschaft beim DRK, sowie dem Magistrat der Stadt Königstein und den beiden Kirchengemeinden für die Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten.
Nach dem Bericht der Schatzmeisterin, deren Funktion ebenfalls Wiltrud Post übernimmt, und dem Bericht der Kassenprüferin Evelina Ebeling folgten die Entlastung des Vorstandes und die Wahl sechs neuer Delegierter.
Einstimmiger Fusionsbeschluss
Die mögliche Fusion der beiden Ortsverbände des DRK Glashütten und Königstein geht auf einen Beschluss des Präsidiums des Kreisverbandes zurück. Im Ortsverband Glashütten gibt es inzwischen nur noch drei aktive Mitglieder. Vizepräsidentin Lucia Lewalter-Schoor warb für die Zusammenlegung. „Es geht vor allem darum, einen offiziellen Rahmen zu schaffen, denn der Ortsverband Königstein übernimmt ohnehin schon einen großen Teil der Arbeit in diesem Gebiet. Es wird kein Nachteil daraus entstehen“, so Lewalter-Schoor. Die Abstimmung zur Fusion wurde in Königstein dann auch einstimmig angenommen.
Damit ist diese allerdings noch nicht beschlossen, denn auch die Mitglieder des Ortsverbandes Glashütten müssen noch über den Beschluss abstimmen. Nur wenn diese den Antrag ebenfalls annehmen, kann die Fusion in die Wege geleitet werden. Dann wäre eine Änderung der Satzung beim Ortsverband Königstein erforderlich. Die Änderung würde beinhalten, dass das Gebiet des Königsteiner Ortsverbandes dann auch die Gemeinde Glashütten umfasst.
Nicht fehlen durften auch die zahlreichen Ehrungen für die treuen Dienste der Mitglieder, die von fünf Jahren bis hin zu 55 Jahren ehrenamtlicher Arbeit reichten (s. Textende)
Mit Grußworten der Gäste fand die Jahreshauptversammlung ihren Abschluss. „Eine Bündelung der Kräfte ist sinnvoll; das erhöht die Schlagkraft des DRK Königstein“, lobte Jörg Pöschl eine mögliche Fusion. Benny Ehrlein vom DRK Ortsverband Kronberg bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Verbände und sprach eine Einladung zum 125-jährigen Jubiläum des Kronberger Ortsverbandes aus. Auch er betonte die Nachwuchsprobleme im Verein. „Das Land Hessen lässt uns im Stich“, bemängelte der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Stefan Osthoff.
Das letzte Wort hatte natürlich der erste Vorsitzende des DRK Königstein, Eckart Wernicke. „Ich glaube, man muss sich engagieren. Wir brauchen es mehr denn je, denn die Zeiten sind im Umbruch und das nicht im Positiven, denn wir sind alle sehr ängstlich, was in Zukunft aus der Welt wird“, schloss der Träger der Ehrenmedaille der Stadt Königstein.
Ehrungen für die Jahre 2025 und 2026
55 Jahre Mitgliedschaft: Gertrud Renkel, Herta Flamme
45 Jahre Mitgliedschaft: Wiltrud Post
40 Jahre Mitgliedschaft: Dieter Hausmann
35 Jahre Mitgliedschaft: Jörg Lippert
25 Jahre Mitgliedschaft: Günter Post, Daniel Hartmann, Christoph-Alexander Wernicke


