Königstein (as) – Heller, offener, moderner – und damit kundenfreundlicher. Seit vergangener Woche ist die Taunus Sparkasse zurück an ihrem Königsteiner Standort in der Frankfurter Straße 9a, der in den vergangenen knapp fünf Monaten umfassend renoviert worden ist. Und bevor Vorstandsmitglied Markus Franz am Mittwochabend mit vielen Kunden, Gästen und Vertretern der Politik die modernisierte Filiale offiziell eröffnete, hatten Kundinnen und Kunden schon drei Tage lang die Möglichkeit, sich in den rund 250 Quadratmeter großen Räumlichkeiten umzusehen und mit ihren bekannten Ansprechpartnern der Sparkasse wieder in Kontakt zu kommen. „Sie kommen zu uns und beglückwünschen uns zu der neuen Filiale“, beschreibt Filialleiterin Yvonne Velten die ersten, durchweg positiven Reaktionen.
Was sofort auffällt, ist das offene Raumkonzept. Die zumeist fünf anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filiale sitzen locker verteilt im zentralen Raum, können jederzeit miteinander Blickkontakt halten, um gezielt auf Kunden zugehen zu können, die bei ihren Bankgeschäften Unterstützung brauchen. Marktplatzkonzept sagte man im Fachjargon dazu. „Wir haben zugehört und unser einheitliches Filialkonzept an die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden angepasst“, erklärte Markus Franz. „Gerade in Zeiten von Online-Banking und Künstlicher Intelligenz braucht es Service und Beratung vor Ort.“ Velten betonte, wie wichtig und eng dabei die Zusammenarbeit mit dem Bad Homburger Immobilienteam gewesen sei, das den direkten Draht zur Eberhard Horn + Florian Horn GmbH hatte und bei der Umsetzung des Vorhabens mitwirkte.
Neben dem „Marktplatz“ gibt es zwei abgetrennte Beratungssräume, wenn mehr Diskretion oder auch Hilfe aus der Bad Homburger Zentrale benötigt wird. Letzters macht die sogenannte Dialog Lounge möglich, die einer der beiden Räume beherbergt. Auf einem drehbaren Bildschirm können sich die Kundinnen und Kunden mit ihrem Berater vor Ort Angebote und Vertragsdetails ansehen, aber auch bei tiefergehenden Fragen – etwa zur Baufinanzierung oder Kreditverträgen – direkt einen Spezialisten aus Bad Homburg mit ins Gespräch nehmen. Hybrides Beratungskonzept nennt sich dieses Modell, das es jetzt in den 50 Filialen der Taunus Sparkasse erstmals in Königstein gibt, womöglich sogar in der gesamten Sparkassen-Welt, wie Franz meinte.
Die Dialog Lounge ist eine Weiterentwicklung der Dialog Insel, der Kunden beim Betreten der Filiale direkt begegnen. Dieses Terminal, ausgestattet mit moderner Technik und eingerahmt durch eine optisch ansprechende Holzverkleidung, ist allerdings offen und nicht auf Diskretion ausgerichtet. Es ist eine Eigenentwicklung der Sparkasse, eingeführt im Jahr 2022 und mittlerweile an allen modernisierten Standorten anzutreffen – und akzeptiert. Ausgerüstet mit Kamera, Monitor und Touchscreen können sich Kunden durch Auflegen ihrer Bankkarte identifizieren und selbstständig mit einem Berater in der Zentrale in Kontakt treten, etwa bei Fragen zum Online-Banking, bei Servicefragen oder zum Entsperren der Karte.
Alles Leistungen, die natürlich auch die Königsteiner Filialmitarbeiter anbieten, aber manchmal muss es eben schnell gehen, und wenn alle Mitarbeiter im Kundengespräch sind, ist die Dialog Insel oft die Kontaktmöglichkeit der Wahl. Vor allem, wenn es um die Verständigung geht, denn das „Raumschiff Enterprise“, wie es Dialog-Insel-Experte Niklas Mitter nennt, beherrscht 25 Sprachen in der Simultanübersetzung.
Und: Es ist nicht rein für Technikfreaks gedacht. Die Kunden, die sich ins „Raumschiff“ wagten, seien zwischen 18 und 90 Jahren alt, so Mitter. Natürlich müsse man Ältere häufig ein wenig heranführen, sie kämen dann aber erfahrungsgemäß schnell allein zurecht. Das wird auch in Königstein so sein – niemand soll an der Technik verzweifeln. Sie soll vielmehr ein zusätzliches Angebot einer stationären Bank wie der Taunus Sparkasse sein. „Wir haben Marktplätze geschaffen, die auf innovative Technik setzen. Und wir stärken den Standort mit Service und Beratung und wollen auch Hilfestellung geben. Am Ende sind es die Menschen, die den Service ausmachen“, verdeutlichte Franz das Selbstverständnis der Sparkasse. Das sei eine bewusste Entscheidung in einer Zeit, in der viele ihre Bank nur noch im Handy hätten.
Mit dem Bekenntnis, „in der Fläche“ zu bleiben und den erst 2012 eröffneten Standort erneut zu modernisieren, traf der Vorstand der Taunus Sparkasse natürlich auch auf Zustimmung der politischen Vertreter der Stadt und der Kreises. Thorsten Schorr, der als Erster Beigeordneter des Hochtaunuskreises die Grüße von Landrat Ulrich Krebs überbrachte, adaptierte einen bekannten Satz auf „Wer die Region liebt, der investiert in ihr“. Das Engagement sei „ein starkes Bekenntnis zu Königstein und zum Hochtaunuskreis“. Wenn das Geschäft der regionalen Sparkasse gut laufe, dann profitierten auch die Vereine in der Region, weil er dann häufiger mal einen Scheck überreichen dürfte. Man weiß: Die Taunus Sparkasse engagiert sich seit vielen Jahren in der Region – 2024 mit Ausgaben für Spenden und Sponsoring von fast 2,6 Millionen Euro.
Florian Horn lobte in seiner Doppelrolle als Geschäftsführer des Architekturbüros und als Vermieter den gesamten Prozess. Vor fünf Jahren sei Gerald Schuler, Leiter des Immobilienmanagements der Taunus Sparkasse, auf ihn zugekommen. Man sei gemeinsam bestimmt 20 Varianten durchgegangen, was eine Bankfiliale brauche, und sei letztlich „bei der gelandet, die wir jetzt vor uns sehen – eine wirklich zukunftweisende.“ Auch die Zusammenarbeit mit Jacqueline Dörr, Geschäftsführerin Taunus Sparkasse Immobilien GmbH, und deren Kollegin Stephanie Bliese sei super gewesen.
Tradition hat bei solchen Eröffnungsfeiern der Taunus Sparkasse auch die ökumenische Einsegnung der neuen Filiale, die Kaplan Moritz Hendrik Hemsteg von der Pfarrei Maria Himmelfahrt vornahm, und nicht ohne Witz. „Es ist schon ein kleines Wunder“, nannte er seine Tat, „denn das Wort Zins kommt in der Kirche nicht gut weg.“ Letztlich konnte er sich mit der Formel, dass eine Sparkasse „im Zentrum des Orts liegt, dort verwurzelt ist und sich gemeinnützig betätigt“, auf seine Aufgabe einlassen.
Neben Yvonne Velten freuen sich die Mitarbeiterinnen Naomi Restivo, Nermina Lenassi, Artiola Barshota, Yasmin Demir, Robin Reichelt und Stefan Habicht, die teilweise auch in Kronberg und im Camp King Oberursel eingesetzt sind, auf ihre neuen Arbeitsplatz – und alte wie neue Kunden. Und vielleicht fällt dann noch häufiger ein Satz wie dieser, den Velten von einer Kundin schon des öfteren zu hören bekommen hat: „Immer, wenn ich schlechte Laune habe, komme ich zu Ihnen.“




