Mammolshainer feiern Kerb bei bestem Wetter

Während des Baumstellens wurde von den Kerbeborsch und -mädels schon ein eifrig der Kerbespruch zum Besten gegeben. Schlagges Ben Reul (blaue Mütze) machte die Ansage.Foto: privat

Mammolshain (nd) – Am vergangenen Wochenende wurde in Mammolshain ausgelassen gefeiert – die letzte Kerb des Jahres brachte nochmal einen Hauch von Sommer mit sich. Für drei Tage öffnete die Halle der Firma Getränke Elzenheimer die Tore für die Mammolshainer und das Partyvolk. Auch auf dem Bornplatz wurde traditionell gefeiert.

Baumstellen immer sicherer

Der Startschuss für die Feierlichkeiten war das Schmücken des Kerbebaums, das traditionell von den Kerbeborsch und Kerbemädels übernommen wurde. Diese stellten das Nadelgewächs dann auch in Teamarbeit auf dem Bornplatz auf. Bereits zum zweiten Mal wurde das Prachtstück zusätzlich mit einem Kran von „Baum Petri“ gesichert, schließlich sollte sich niemand verletzen. Im Wipfel des Kerbebaums thronte wie üblich die Kerbepuppe – der Schlagges. Am frühen Freitagabend zog man gemeinsam Richtung Festhalle, um den „Tanz in die Kerb“ zu begehen. Für die musikalische Begleitung sorgte „DJ Fade“. Während Ausschank und Theke von Beginn an geöffnet waren, kam um 20 Uhr die Sekt- und Longdrinkbar „Zum Hütchenspieler“ hinzu. Besonders gefragt war der selbst gemachte Kirschlikör – eine Rarität im Apfeldorf. „Wir haben den Ausschank neu strukturiert – jetzt ist alles übersichtlicher“, erklärte Jan Schneider, zweiter Vorsitzender des Mammolshainer Kerbevereins. Zusätzlich war auch Kartenzahlung möglich.

Kerberennen sehr gut besucht

Mit dem Kerberennen war im vergangenen Jahr einer der Höhepunkte der Mammolshainer Kerb buchstäblich ins Wasser gefallen. Daher wurde das Thema „Ballermann“ aus dem Vorjahr erneut aufgegriffen. Dieses Mal goss es am Kerbesamstag nicht wie aus Eimern, sondern ein strahlend blauer Himmel belohnte alle Beteiligten. „Wir hatten irre Glück mit dem Wetter – das Kerberennen war supergut besucht“, bestätigte Martin Igges, Vorsitzender des Vereinsrings Mammolshain. Rund um den Bornplatz wurde mit einer Seifenkiste, die jedes Jahr neu gebaut wird, Tempo gemacht. Unterwegs mussten die Teams knifflige Aufgaben bewältigen.

Auch die Kerbefahne war in diesem Jahr besonders gelungen. Sie zierten eine Schnake, Kastanienblüten und das Mammolshainer Wappen nebst einem Kastanienbaum. Für das Kastaniendorf Mammolshain ist die Baumart ein traditionelles Symbol.

Am Abend ging die Party bei Getränke Elzenheimer weiter. Wie in den Jahren zuvor sorgte die „Krifteler Dreistigkeit“ für ordentlich Stimmung. Es wurde bis Mitternacht getanzt, mitgesungen und viel gelacht. Von Tina Turner über Genesis bis zu Robbie Williams – das Repertoire der Dreistigkeit ist breit gefächert.

Andere Kerbegesellschaften feierten ebenfalls mit, so traf man die Neuenhainer Kerbeborsch und Petzküh sowie die Altenhainer Kerbeborsch und Wuzzemädels.

Die Unterstützung der Ortsteile untereinander zeigte sich ebenfalls an diesem Abend. Während die Mammolshainer freitags selbst hinter der Theke standen, übernahmen am Samstag die Mitglieder des Heimat- und Brauchtumsvereins Schneidhain den Dienst im Ausschank.

Frühschoppen, Klöße und Rotkohl

Wer feiern kann, der kann auch früh aufstehen, und so ging es am Sonntagmorgen pünktlich um 9.30 Uhr zum Kerbegottesdienst in die katholische Kirche St. Michael. Schließlich wird die Kirchweih ihr zu Ehren gefeiert. Danach folgte der gemütliche Frühschoppen in der Kerbehalle, natürlich wieder mit Alleinunterhalter Jörg Ratz. Zum Mittagessen gab es leckeren Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen. Erstmalig kam der Schmaus vom neuzugezogenen Metzger Patrick Martus, der seine Metzgerei im Frankfurter Ost­end hat.

Selbstverständlich war die Verpflegung nicht nur Sonntagmittag vorzüglich. Ob Jägerschnitzel, Frankfurter mit Pommes oder belegte Brötchen – es wurden garantiert alle satt. Neben Bier und Antialkoholischem gab es dazu den Äppler der Neuenhainer Apfelschmiede.

Mit der traditionellen Beerdigung des Schlagges endete die Mammolshainer Kerb für dieses Jahr. Das ist allerdings kein Grund für Traurigkeit – schon an diesem Samstag, 10. Oktober, wird in Mammolshain weitergefeiert. Dann läutet der OGV Mammolshain den Herbst ein und lädt zum Apfel- und Kastanienmarkt an der Kelterhalle und in der Schwalbacher Straße. Los geht es um 11 Uhr.

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