Schneidhain (kw) – Erst gab es hochkarätigen Besuch auf der Matte, dann reichlich Pokale für den Nachwuchs: Für die Judoabteilung der SG Blau-Weiss Schneidhain wurde das letzte Septemberwochenende zu einem besonderen.
In der Heinrich-Dorn-Halle begrüßte die Abteilung den japanischen Judomeister Naokuni Kuwagata (4. Dan). Rund 20 Judoka aus Schneidhain und befreundeten Vereinen nutzten die Gelegenheit, mit dem erfahrenen Meister zu trainieren. Eingeladen hatte Judotrainer Matthias Birk (6. Dan), der mit Kuwagata seit fast 30 Jahren befreundet ist. Kennengelernt hatten sich die beiden 1997 bei einem Vergleichskampf zwischen einer hessischen Auswahl und Studenten der Universität Tokio. Später trainierten sie gemeinsam im Kodokan, dem Ursprungsort des Judo. Dort entstand auch die Idee, Kuwagata nach Deutschland einzuladen. Inzwischen war der japanische Meister bereits zum vierten Mal bei einem hessischen Verein zu Gast.
Kuwagata ist Schüler des Olympiasiegers Isao Okano und steht für eine Form des Judo, bei der Präzision, Technik und Achtsamkeit im Mittelpunkt stehen. Entsprechend ging es beim Training für Anfänger bis zu Dan-Trägern nicht darum, möglichst viel Kraft einzusetzen. Vielmehr sollten die Judoka lernen, den Gegner richtig zu „fühlen“, seine Bewegung aufzunehmen und mit Leichtigkeit und Kontrolle zu arbeiten.
Nur zwei Tage später gehörte die Matte dann dem Nachwuchs. Beim Little Lions Cup des TV Wehen gingen mehr als 200 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an den Start. Acht junge Judoka der SG Blau-Weiss Schneidhain waren dabei – und alle acht schafften es auf das Siegerpodest. Besonders erfolgreich waren die Brüder Carl und Teo Droste, die jeweils den ersten Platz in ihrer Gewichtsklasse erkämpften. Victoria Römer, Leonie Grabarczyk, Ludwig-Melchior Becker und Duarte Jesus belegten jeweils den zweiten Platz. Theresa Maschke und Benjamin Freire Finzen wurden Dritte.
Damit durfte die Schneidhainer Judoabteilung am Ende nicht nur auf ein lehrreiches Training mit einem japanischen Meister zurückblicken, sondern auch auf einen äußerst erfolgreichen Wettkampftag. Ein Wochenende also, das eindrucksvoll zeigte, wie gut Erfahrung und Nachwuchs zusammenpassen.

