Schneidhain bekommt wieder seine Linde – Ortsbeirat ist sich einig

Schneidhain (as) – Dieses Thema ist ausnahmsweise keines gewesen, über das lange diskutiert werden musste. Schneidhain wird eine Ersatzpflanzung für sein bei einem Gewittersturm Anfang August fast vollständig zerstörtes Wahrzeichen, die Dorflinde, bekommen. Das berichtete Ortsvorsteherin Renate Ernst (CDU) nach der Sitzung des Ortsbeirats in der vergangenen Woche. Im Ortsbeirat gab es dafür ein einstimmiges Votum, und auch alle anwesenden und zu Wort gekommenen Bürger plädierten dafür. „Wir wollen eine neue Linde, alle waren sich einig“, sagte Ernst. Angesprochen wurde auch die schriftlich vorliegende Idee aus der Bürgerschaft, das stehen gebliebene Stammgerippe des noch lebendigen, aber durch einen Pilz im Boden geschädigten Baums, zu illuminieren, fand aber keine Mehrheit. Auch die Idee von KöWo-Leserin Silja Faust, den Baum als Naturdenkmal und Biotop für Insekten so wie er ist zu erhalten, wäre in diese Richtung gegangen.

Pflanzung noch dieses Jahr

Die Planungen für die Neupflanzung sind schon recht weit fortgeschritten. Die Stadt befindet sich in der Vergabephase, der Baum soll noch im Herbst gesetzt werden, sagte Gerd Böhmig, Fachbereichleiter Umwelt, Planen und Bauen im Rathaus, der die Federführung übernommen hat bei der Umsetzung. Die Winterlinde werde einen Stammumfang von 40 bis 45 Zentimeter haben und damit gut viereinhalb Meter hoch sein. In dem von einer Natursteinmauer umgebenen Wurzelraum werde das pilzbelastetete Erdreich bis in eine Tiefe von rund 80 Zentimetern komplett ausgehoben, eine Wurzelschutzfolie soll dafür sorgen, dass auch keine im Stein sitzenden Pilzsporen ins Wurzelwerk des jungen Baums gelangen. Bewässert wird dieser künftig über Rigolen, das sind Pufferspeicher, die das Wasser über einen langen Zeitraum von bis zu zwei Wochen in den Wurzelraum abgeben, wodurch der Baum auch längere Trockenphasen gut überstehen soll.

Anders als in der Konrad-Adenauer-Anlage wird hier kein Kurbadwasser zur Verfügung stellen, die Rigolen werden von oben künstlich befüllt. Unter anderem darum kümmern soll sich der Auftragnehmer, der über eine Fertigstellungs- und eine darauf folgende Entwicklungspflege über insgesamt drei Jahre die Garantie für das Anwachsen des Baums übernimmt, erklärt Böhmig – so wie es auch bei den Neupflanzungen im Kurpark mit der Stadt vereinbart wurde.

Der Holzkörper der alten Dorflinde wird im Übrigen (wie berichtet) dem Heimat- und Brauchtumsverein Schneidhain (HBV) zur Verfügung gestellt, der verschiedene Ideen hat, das noch verwertbare Holz in Sitzbänke oder in eine Kuckucksfigur zu verbauen. Auch dazu wird sicher in Bälde mehr zu erfahren sein.



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