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1.200 Besucher strömten zur 2. Kronberger Genuss-Messe

Kronberg (pu) – „Ausverkauft! – Danke! – Geil!“ Diese auf dem Hinweiszettel seines Stands hinterlassene Kurznachricht einer der insgesamt 46 deutschen und internationalen Aussteller der zweiten Auflage der Kronberger Genuss-Messe, im historischen Ambiente der Stadthalle, brachte die Bilanz auf den Punkt.

Am Ende des Tages hatten 1.180 Besucher, unter Federführung der Taste-ination Lars Bender & Michael Radtke GbR mit Unterstützung der städtischen Wirtschaftsförderung, die Gelegenheit ergriffen, sich in die faszinierende Welt der Genüsse entführen zu lassen: Eine Steigerung zum Vorjahr von 240 Besuchern, das Ausstellerfeld war um sieben Teilnehmer gewachsen. Wohlwissend, dass jeder Meter in der „Gudd Stubb“ der Burgstadt gänzlich ausgereizt sein würde, hatten die Veranstalter den Platz vor der Halle verstärkt eingebunden durch die Präsenz von drei opulenten bedienenden Essens-Spezialisten: Die Bandbreite reichte von traditionell russisch über Flammkuchen bis zum Grillerlebnis. Bedauerlicherweise durchkreuzte Dauerregen diese Planspiele, die bereitgestellten Biertischgarnituren blieben ungenutzt, die Nachfrage bei den drei Anbietern war dennoch rege, weil die Mühe nicht gescheut wurde, mit Regenschirm bewaffnet kurzerhand zwischen Halle und Vorplatz zu pendeln.

Erfolgsgeheimnis

Die richtige Mischung macht‘s eben! Ein Erfolgsrezept, das sowohl die Veranstalter als auch die Aussteller par excellence beherzigten. Ganz gleich, ob „Wiederholungstäter“ oder erstmals zu Gast bei dieser aufstrebenden Messe, die Prämisse, das Thema „Genuss“ breit und durch neue Impulse belebt aufzustellen statt alleinige Fokussierung auf Whisky, wird vom Publikum angenommen.

Bad Homburger Gin nach alter Apothekerrezeptur mit Wacholderholz für den Geschmack, als diesjährige Neuheit, hatte die vor neun Jahren von Stefan Alles ins Leben gerufene Manufaktur ReichsPost-Bitter im Tagesgepäck. An die Historie der 1843 gegründeten Firma Fritz Scheller&Söhne anknüpfend, die unter anderem den berühmt-berüchtigten Kräuterlikör „Taunusbenzin“ in der Aluminiumflasche zum Gordon-Bennett-Cup lieferte, ergänzt man heute das Klassiker-Sortiment durch Editionsfassabfüllungen aus Destillatfässern, Delikatess-Saucen, Senf und mit schwarzem Knoblauch versetztes Meersalz. Durch historisches Mobiliar wurden die Produkte perfekt in Szene gesetzt. Zum zweiten Mal dabei ebenfalls Ioannis Dakos von der Hofheimer Manufaktur Avlona mit seinem in griechischer Familientradition hergestellten Olivenöl, Bergkräuter-Sträußen (Thymian, Salbei und mehr) sowie griechischem Bergtee.

Eine „Wohltat für Leib und Seele“ und Energiecocktail ist laut Gaby Wehle Dr. Höhls Bioess Rezeptur 1779, eine Spezialmischung von 60-prozentigem feinsten Apfelessig aus Früchten von regionalen Streuobstwiesen und 40 Prozent deutschem Bio-Honig. „Super Resonanz – Teilnahme ist ein Genuss!“, so verlieh der inzwischen weit über die Stadt hinaus bekannte Dieter Krieger vom gleichnamigen Obsthof seiner Freude über das Interesse an seinen Apfelsäften, Schaumweinen oder Obstbränden Ausdruck. Nicht minder begeistert wiederum Florian Henrich von „Zeit und Genuss“ mit seiner Maxime „Hessisch ess isch“. Er kitzelte die Gaumen unter anderem mit Apfelweinkuchen, -gelee und „Äppler to go“.

Mit der Faszination von Salz und Gewürzen spielten bei der jüngsten Auflage der Kronberger Genuss-Messe gleich mehrere Anbieter. Beispielsweise Salzgärtnerin Inke Werner vom Salzgarten Eppstein mit ihrer Produktauswahl von scharf bis süß oder Sabrin Khalfallah und Tobias Neubauer, ein kleines, junges Team unter der Firmierung „Gewürz-Glück“ aus Franken. Nachdem ihre von Urlaubsreisen in Khalfallahs Heimat Tunesien regelmäßig mitgebrachten Gewürze als „kleine Geschenke aus der Küche“ sich wachsender Beliebtheit unter Freunden und Bekannten erfreuten, ließen sie ihren kreativen Ideen für Eigen-Kompositionen freien Lauf. Schlicht und dennoch originell heißt das Fischgewürz „Petri Heil“, der „heiße Italiener“ mit dem Geschmack Italiens, zu Steaks gibt es den „Echten Kerl“.

Das „Aromakünstler-Team“ aus Obertshausen zählt mit seiner kleinen Manufaktur für handgemachtes „Fudge“ (englisch-amerikanisches Weichkaramel) zu den Fudge-Pionieren in Deutschland. Konservierungs- und Zusatzstoffe sowie künstliche Aromen sind tabu. Das ist auch das Credo von Walter und Kerstin Battaglia, in der Region bekannt durch ihre Pizzeria in Bad Homburg, die seit November letzten Jahres in ihrer kleinen Bad Sodener Pasta-Manufaktur „Batta‘s Nudelbar“ die Herzen der Pasta-Fans reihenweise erobern und nun auch in der Burgstadt ein kulinarisches Ausrufezeichen setzten.

Pulsierende Herzen

„Man sagt, die Aussteller sind das Herz einer Messe und dieses Herz hat heute ausgesprochen lebendig geschlagen“, bilanzierte müde, aber selig Michael Radtke im Namen seiner Taste-ination-Kollegen am Abend, als feststand, die Messe-Besucher waren diesem pulsierenden Pulsschlag in Scharen gefolgt, hatten sich eingelassen auf gaumenkitzelnde Kombinationen und begeistern lassen von Raritäten, Nischenprodukten und neuen Trends. Wohin man auch blickte, an den Ständen wurde probiert und geplaudert. Auf diese Weise kam man hinter das Geheimnis der drei „Francois“, die Kronberger stellten beim Wasser-Tasting der Mainova eindrucksvoll unter Beweis, dass sie ihr Leitungswasser unter insgesamt drei verschiedenen Wassersorten locker herausschmeckten. „70 bis 80 Prozent der Kronberger haben es erkannt“, so die Rückmeldung des Mainova-Teams.

Am Stand der Meckatzer Löwenbräu Benedikt Weiß GmbH füllte Gebietsverkaufsleiter Markus Seitz ununterbrochen die Gläser mit dem stark nachgefragten Allgäuer Sonntagsbier, gleiches Bild bei „Anja‘s Käseecke“, wo unter anderem die Rarität Bernstein-Käse, von dem es lediglich vier Laib im Jahr gab, reißenden Absatz fand.

Qualität statt Quantität

Die Prämisse Qualität ist ebenso bei der Landfleischerei Opfer oberstes Gebot. Bei Max Beck gingen Ahle Worscht, Presskopf, Hirschsalami und Co so rasend schnell über die Theke, dass sogar ein kleiner Einsatz der ebenfalls an diesem Tag bereit stehenden Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes notwendig wurde, weil in der Eile das Messer den Finger erwischte.

Dazu Südafrikas „kleine Wein-Juwelen“, frischestes Flugobst aus Peru, handgerüttelte Champagner, von kleinen, in Deutschland zunehmend bekannt werdenden, weil prämierten Winzer-Talenten: Tobias Beckers Rheinhessischer grüner Veltliner, Früh-Burgunder vom Weingut Wolfgang Schneider aus Guldental – Kostbarkeiten aus der Weinwelt. Das Weingut Prinz von Hessen ließ sich trotz parallelem „Tag der offenen Tür“ nicht von einer Teilnahme bei der Kronberger Genuss-Messe abhalten. Die Liebhaber österreichischer Spezialitäten von Whisky bis Marillenprodukte waren bei Martina G. Landertshammer von der Wachauer Firma Wieser auch auf der Suche nach Muttertagsgeschenken in besten Händen. Gleiches gilt für die Pralinen-Anbieter, die ein Päckchen nach dem anderen packten.

Strahlende Gesichter ob des großen Interesses auch bei Ueno Gourmet, die mit Sake und Sojasaucen japanische Genusskultur näherbrachten. Der zwölfjährige Max Gräff aus Wiesbaden, der weiterhin gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Anna und unterstützt von Mama Sabine Nützliches für den Alltag näht, um in Not geratenen Kindern ein wenig Freude ins Herz zu zaubern durch seine Spenden an Bärenherz strahlte. Ganz frisch ein Dankesschreiben, weil schon in den ersten vier Monaten dieses Jahres 1.900 Euro aus dem Verkaufserlös gespendet wurden. Eine große Unterstützung und mehr als willkommen sind Stoffspenden. Weitere Informationen unter www.maxundanna.com „Von Kindern für Kinder gemacht“ und auf Facebook.

Die von Familie Ketter mit viel Liebe auf der Bühne betriebene Café Lounge bot willkommene Gelegenheit bei selbst gebackenem Kuchen und einem Tässchen Kaffee ein wenig zu rasten und den lebendigen Trubel in der Halle einfach mal auf sich wirken zu lassen. Nebenbei tat man auch dabei etwas Gutes für die Bärenherz-Stiftung für schwerstkranke Kinder.

Erfolgsgeschichten

Sichtlich beeindruckt vom mitreißenden Flair dieser kleinen, aber feinen Messe war das junge Start-up-Team „Loch mit Brett“ aus dem benachbarten Königstein. Beeindruckend, was die Geschäftsgründer Johannes Pfaff und Kai Sommer, unterstützt von Julien Lux, innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben. Vor ziemlich genau einem Jahr anlässlich eines Geburtstags fiel ihnen auf, dass ein Glas in der einen Hand und ein Teller mit Speisen in der anderen, äußerst hinderlich seien, vor allem, wenn die Begrüßung neuer Gäste ansteht. „Wir haben eine Herausforderung darin gesehen, es besser zu machen, alle in der Nähe erhältlichen Bambus-Brettchen aufgekauft, getüftelt, gesägt und gebohrt, bis ein in unseren Augen brauchbarer Prototyp herauskam“, skizzierte Johannes Pfaff die Entwicklungsgeschichte. Mittlerweile werden die Brettchen bereits von den Praunheimer Behinderten-Werkstätten produziert.

In der gegenüberliegenden „Hall of Spirits“ im Raum Feldberg entführte die für diesen Tag eigens zusammengestellte Musiker-Gruppe „Greenheart“ (Martin Westenberger, Angela Desch, Manfred Kohn) mit Celtic-Folk in die schottischen und irischen Highlands, sodass der Whisky noch ein wenig schwungvoller die Kehlen befeuchtete.

Nicht zu vergessen „A Taste of FrankfurtRheinMain“, eine von der Künstlerin Petra Fritsche erfundene und von Heller in Oberursel hergestellte Praline, die den berühmten Malerblick zeigte, die von allen gelobten unterschiedlichen Tastings als Sahnehäubchen und die Single Cask (Einzelfass)-Abfüllung aus einem edlen Sherryfass der finch Whisky Destillerie aus den „schwäbischen Highlands“. Restflaschen der von Kennern geschätzten Messeabfüllung sind kommenden Samstag auf dem Europa-Tag in Bad Homburg erhältlich oder können per E-Mail info[at]taste-ination[dot]de bestellt werden.

Landrat und Schirmherr Ulrich Krebs hatte schon mittags angesichts des großen Besucherandrangs konstatiert: „Die Genuss-Messe passt wunderbar zu Kronberg und zeigt, welch großartige Veranstaltungen es im schönen Hochtaunuskreis gibt.“ Dem konnte sich Bürgermeister Klaus Temmen nur anschließen: „Wir sind stolz, dass wir solch ein hochklassiges Event in Kronberg im Taunus haben. Die Stadthalle bietet dafür den idealen Rahmen und auch in diesem Jahr sind wieder viele Besucher aus Kronberg und weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus gekommen.“ Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen, denn neben den argentinischem Generalkonsul Edgardo M. Malaroda, dem neuen Ersten Stadtrat Robert Siedler, seinem Vorgänger Jürgen Odszuck, der aus Heidelberg angereist war, waren beispielsweise sogar Besucher extra aus Rheinland-Pfalz anzutreffen.

Der „Neuling“ unter den Genuss-Messen spricht sich herum, aus dem Ausstellerfeld wurde schon der Wunsch an die Veranstalter herangetragen, die Veranstaltung unter Umständen auf zwei Tage auszudehnen.

Das mit viel Herzblut agierende Team der Taste-ination Lars Bender & Michael Radtke GbR Radtke wird die erfolgreiche zweite Auflage erst einmal in Ruhe analysieren und dann den Blick auf die kommenden Aufgaben richten. Der Dank galt daher am Sonntag zunächst der Stadt Kronberg und ihrer Wirtschaftsförderung für die vielfältige Unterstützung und professionelle Begleitung der Genuss-Messe. „Das ist einfach eine tolle Zusammenarbeit und wir sind glücklich, dass wir nach der Premiere 2016 nun zum zweiten Mal ein großartiges Ausstellerfeld mit vielfältigen Genuss-Welten präsentieren konnten. Mein Dank geht ganz besonders an alle Aussteller, Helfer, an die Medienpartner Kronberger Bote, Druckhaus Taunus und Kronberger Lichtspiele und an die Besucher – sie alle zusammen machen diese Genuss-Messe erst zu diesem schönen Erfolg“, setzte Michael Radtke den Schlusspunkt.

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