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Galerie am Dom präsentiert Grande Dame der Malerei Elvira Bach

Gut gelaunt stand Elvira Bach selbst Modell vor ihren „Diven“.

Foto: Sura

Kronberg (aks) – Elvira Bach, die Grande Dame der modernen Malerei gab sich ein Stelldichein in der Galerie Kerstner. Ganz in schwarz gekleidet mit dem typischen Turban und knallroten Lippen war sie neben ihren großformatigen und knalligen Bildern der Mittelpunkt der Ausstellung. Ausgesprochen freundlich und geduldig ging sie auf jede Plauderei ein und auch für Selfie-Fotos stand sie gerne Modell – drinnen und draußen bei schönstem Frühlingswetter. Spätestens wenn sie vor ihren „Frauen“ posiert, sieht man die Ähnlichkeit: Elvira Bach malt das was sie am besten kann – sich selbst. Die Galerie am Dom aus Wetzlar, die nun temporär, d.h. im monatlichen Wechsel, mit der Galerie Kerstner Ausstellungen in Kronberg präsentiert, hatte mit Elvira Bach den Kunst-Joker gezogen. Elvira Bach, die renommierte und beliebte Künstlerin, hat sich seit den 80er-Jahren als junge Wilde einen Namen gemacht. Ihre Werke haben sich nur wenig verändert: sie ist ihrem neoexpressionistischen Stil treu geblieben. Die bekannte Malerin feierte immer ihre Unabhängigkeit und malt seit über 20 Jahren Frauen, – die aussehen wie sie selbst. Frauen in allen Lebenslagen, die viel erlebt und erlitten haben und als Kraftprotze daraus hervorgehen. Waren es in früheren Zeiten noch Diven, die mit aufreizenden roten Kleidern und knallroten Fingernägeln, mit Cocktailglas in der einen und Zigarette in der anderen Hand die pure Lebenslust versprühten, sind es nun auch „Küchendiven“, die sie malt – stolze Herrscherinnen in ihrem Reich und keinesfalls Heimchen am Herd! Mit wild geschlungenem Turban schälen sie Kartoffeln, in Netzstrümpfen stehen sie am Herd, statt Pantoffeln Highheels. Keine Frage: Elvira Bachs Kunst ist dekorativ, ob im Wohnzimmer oder in der Küche: ihre Heldinnen sind super attraktiv. Auch diese Ausstellung mit Werken von 2013 bis 2017 handelt von modernen Sirenen, von Jahreszeiten und Erdbeeren, Heimweh und Fernweh und vom Rauchen. Sogar die Bildung thematisierte sie in „Bildung kostet Geld“, der grau-weiß-schwarze Hingucker in den hellen Galerie-Räumen, größte und teuerste Leinwand dieser Ausstellung!

Die Documenta 7 in Kassel 1982 verhalf Elvira Bach zum Durchbruch. Neoexpressionistische Zeitgenossen waren keine Geringeren als Baselitz, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Fetting, Middendorf und Salomé. Elvira Bach zählte als einzige Frau zu den Neuen Wilden, die sich der figürlichen Malerei zuwandte. Nach Neuenhain, wo sie aufwuchs, wurde Berlin zu ihrem Schaffenszentrum. Dort lebt und arbeitet sie seit 30 Jahren. Elvira Bach war sichtlich erfreut, ein paar Tage in ihrer Heimat im Taunus zu weilen. Gut gelaunt signierte sie in den Zigarettenpausen Kataloge und Bilder, von denen einige am sonnigen Samstagmorgen den Besitzer wechselten. Die „temporären“ Galeristen aus Wetzlar Michael Marks und Jaqueline Woods waren zufrieden. Die Bilder Elvira Bachs sind noch bis zum 8. April 2017 in der Friedrich-Ebert-Straße 7 zu sehen.

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