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Kleine Botschafter der Partnerschaft auf Entdeckungsreise

atürlich wurden viele Momente der jüngsten französisch-deutschen Begegnung mit Handy und Fotoapparat festgehalten. Hier posieren alle beim Empfang im Rathaus. Fotos: S. Puck

Kronberg (pu) – Zum zweiten Mal nach 2013 hat eine Kinder- und Jugendgruppe aus der südfranzösischen Partnerstadt Le Lavandou auf Initiative des Comité de Jumelage die hessische Geschwistergemeinde als Sommerferienziel für einen mehrtägigen Aufenthalt gewählt. Begleitet werden die 28 neun- bis elfjährigen Schützlinge der Freizeiteinrichtung „Séjour Centre de Loisirs“ sowohl von fünf Betreuern als auch von einer hochrangigen Vereins-Delegation: An deren Spitze der neue Präsident Gérard Cavatore mit Frau Christine, die Vereinsschatzmeisterin und Ehefrau von Stadtrat Patrick Le Sage Monique mit ihrem Enkelsohn, die Witwe des im letzten November verstorbenen damaligen Comité-Präsidenten Gérard Brochot Francine mit ihren beiden Enkelinnen sowie das Ehepaar Christine und Jean-Christophe Dumoulin mit Sohn.

Froh, den momentanen Waldbränden an der Mittelmeerküste für ein paar Tage den Rücken gekehrt zu haben – im benachbarten Bormes-les-Mimosas stehen 800 Hektar Wald in Flammen – entstieg die Reisegruppe am späten Montagnachmittag dem ICE und erlebte prompt ein klimatisches Kontrastprogramm. Statt Tropenhitze und Trockenheit sahen sie sich in den folgenden Tagen Dauerregen und herbstlich anmutenden Temperaturen ausgesetzt, was keineswegs die gute Laune schmälerte, allerdings eine Überarbeitung des sorgfältig ausgetüftelten Programms notwendig machte. Dazu steckten die französischen Verantwortlichen schon direkt nach dem Abendessen in der Jugendbildungsstätte des Landesverbands Hessen im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Fritz-Emmel-Haus, die Köpfe mit den ebenfalls in die Betreuung eingebundenen Mitgliedern des hiesigen Partnerschaftsvereins zusammen. Rasche Lösungen waren vorprogrammiert, schließlich verfügen sowohl der langjährige Vorsitzende Alfred Helm und seine Frau Puppa als auch der Jugendbeauftragte des Partnerschaftsvereins Kronberg-Le Lavandou, Reinhard Stein und Ehefrau Heike, und zur Hand gehende weitere Vereinsmitglieder über reichlich Erfahrung.

Mit Blick auf Tief „Alfred“ blieb den Kindern und Jugendlichen ein vormittäglicher Besuch im idyllischen Waldschwimmbad verwehrt. Stattdessen vergnügten sie sich im Seedammbad in Bad Homburg, während die Erwachsenen Innenstadt und Kurpark erkundeten und dabei einige „Blickachsen 11“-Objekte und weitere Sehenswürdigkeiten bewunderten. Dabei durfte natürlich ein Blick auf das imposante Gebäude der Mutter von Monte Carlos Spielbank nicht fehlen.

Ob am heutigen Donnerstag, wie geplant, der Opel-Zoo besucht wird und am morgigen Freitag die Saalburg erkundet werden kann, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Ihre Kenntnisse in Geschichte konnten die französischen Gäste dennoch in jedem Fall erweitern im Verlauf der gewohnt unterhaltsamen Führung ihres Landsmanns Jean-Jacques Beyer-Weiss durch das die Stadt prägende Wahrzeichen – die Burg. Das direkt im Anschluss geplante Picknick im Victoriapark fiel buchstäblich ins Wasser, dafür gab es beim kleinen Empfang im Rathaus durch Ersten Stadtrat Robert Siedler (parteilos) Süßigkeiten, Apfelschorle und gepackte Tüten mit Beschäftigungsmaterial für Indooraktivitäten.

In Vertretung des im Urlaub weilenden Bürgermeisters Klaus Temmen begrüßte er die Gäste aufs Herzlichste in französischer Sprache, warb anschließend jedoch um Verständnis, seine vorbereitete Rede in seiner Muttersprache fortzusetzen. Seine anschauliche Schilderung, wie die beiden Bürgermeister Bernardi und Temmen sowie Landrat Ulrich Krebs in eine Schaummaske getaucht den jüngsten Corso Fleuri erlebten, entlockte den braven jungen Gästen auf den Sitzbänken der Parlamentarier ein spontanes Schmunzeln. Anschließend wurde es ein wenig ernsthafter.

„Die Gespräche der über 40 Jahre währenden Verschwisterung zwischen Le Lavandou und Kronberg stehen im Zeichen der gegenseitigen Verständigung und der Freundschaft“, hob Siedler hervor. Dies gelte es fortzusetzen. Er appellierte daher an den Nachwuchs, der in eine Zeit der Freiheit und Demokratie hineingeboren sei, das starke Freundschaftsband weiterzuknüpfen und die Gedanken der Partnerschaft mit weiterem Leben zu füllen, um das wertvolle und notwendige Gut „Völkerverständigung und Transparenz“ zu bewahren und auszubauen. „Vive Le Lavandou, vive Kronberg!“

Diesen Ball nahmen sowohl der neue Vorsitzende des Comité de Jumelage, Gérard Calvatore als auch der Frontmann des hiesigen Partnerschaftsvereins Alfred Helm auf. Calvatore erinnerte an seinen Vorgänger Gérard Brochot, der vor vier Jahren den ersten Besuch einer Jugendgruppe der Freizeiteinrichtung „Séjour Centre de Loisirs“ initiiert hatte als belebendes Signal für forcierte Jugendarbeit. Daran will sein Nachfolger anknüpfend neue Ideen einfließen lassen im Bestreben die Weichen für eine starke Zukunft der Partnerschaft zu stellen. Alfred Helm bezeichnete die nachwachsende Generation gar liebevoll als „kleine Botschafter der seit 1972 existierenden Partnerschaft“.

Der Stellenwert der jüngsten französisch-deutschen Begegnung wird auch dadurch unterstrichen, dass die beiden Kommunen und Vereine den Aufenthalt finanziell unterstützen. Darüber hinaus gab es von privater Seite zweckgebundende Spenden für ein gemeinsames Eisessen und für den Besuch des Opel-Zoos.

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