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„Tegut-Lädchen für alles“: Volles Sortiment aber noch zu wenig Kunden

Marktleiterin Martha Schulenberg liefert auf Wunsch die Waren des Nahversorgers von Schönberg auch zu den Kundinnen und Kunden direkt nach Hause und wirbt auf ihrem Lieferfahrzeug sogleich für das soziale Projekt, das sich hinter dem Konzept verbirgt. Foto: privat

Schönberg (mw) – Das Feedback, das die Geschäftsführerin des Integrationsunternehmens Perspektiven gGmbH, Ulrike Schüller-Ostermann, von den Marktkunden des neuen „Tegut-Lädchen für alles“ in Schönberg erhält ist durchweg positiv. Schönberger, Kronberger als auch Oberhöchstädter finden den neuen Laden, bis zu dessen Realisierung es ein steiniger Weg für alle Beteiligten war (wir berichteten), eine „tolle Idee, die man unbedingt unterstützen muss“. „Wir sind schon oft zu Fuß von Oberhöchstadt nach Schönberg in den Mainblick gelaufen, um dort einzukaufen“, erzählt eine Anwohnerin aus dem nahe gelegenen Oberhöchstädter Wohngebiet gegenüber der Altkönigschule gelegen. Erstaunt zeigen sich die Kundinnen und Kunden auch über das ausgefeilte Angebot. Auf verhältnismäßig kleiner Ladenfläche finden sich mit über 4.000 Produkten ein Vollsortiment, das mit vielen Bioproduktion, vegetarischen Produkten, Produkten bei Laktoseintoleranz punktet, mit frischem Obst und Gemüse, aber auch Discountprodukte im Sortiment hat. „Natürlich können wir nicht alle Produkte wie der große Tegut in der Frankfurter Straße führen“, so Schüller-Ostermann, aber es gibt alle wichtigen Abteilungen, bis hin zu einer kleinen Schreibwarenabteilung, ein kleines Café als sozialer Treffpunkt und Backwaren, die von der Bäckerei Flach aus Schönberg bezogen werden.

Der Laden ist genau das, was sich die Stadt Kronberg als auch die Bewohner vor allem Schönbergs lange gewünscht und gefordert hatten, den Bewohnern auch im Stadtteil Schönberg einen Lebensmittelnahversorger anbieten zu können. Doch die Sache hat einen Haken: „Trotz der durchweg sehr positiven Resonanz haben wir noch nicht den Umsatz, den wir auf Dauer brauchen, damit sich der Laden trägt“, erklärt sie. Als Integrationsunternehmen erhält das Lebensmittelgeschäft Fördermittel des Landeswohlfahrtsverbands Hessen, weil dort Menschen mit Schwerbehinderung eingestellt sind, die auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum vermittelbar sind. „Das können Menschen mit ganz unterschiedlichen gesundheitlichen Einschränkungen sein“, erläutert Schüller-Ostermann. „Wir beschäftigen neben unserer Marktleiterin Martha Schulenberg, die Schönbergerin und vom Fach ist, vier Menschen mit Einschränkungen“, so die Geschäftsführerin. Auch die Aktion Mensch fördert das soziale Projekt sowie die Stadt Kronberg. „Die Förderung von Aktion Mensch gilt jedoch nur die ersten fünf Jahre“, sagt sie. Als soziale Einrichtung geht es uns nicht darum, einen Gewinn zu erwirtschaften, aber als Betreiber des Ladens müssen wir langfristig mit den Einnahmen die Miete und die Personalkosten decken können.“ Doch sie ist guten Mutes, dass bei den Einnahmen noch „Luft nach oben“ ist. „Viele kennen uns noch nicht, und wir liegen hier auch etwas versteckt“, so Schüller-Ostermann. Deshalb hat der Verein Perspektiven jetzt eine Postwurfsendung vorbereitet, die in den nächsten Wochen an alle Haushalte in Kronberg verteilt werden wird. „Gestaltet hat die Hauswurfsendung für uns der Grafiker Stefan Musch“, freut sie sich, „ebenfalls ein Kunde, der uns auf diese Weise unterstützt hat“. In dem Flyer erklärt das Integrationsunternehmen sein Konzept und wirbt gleichzeitig für Unterstützung bei den Bürgern, „öfter mal im Lädchen für alles einzukaufen und den Lieferservice zu nutzen“. Letzteren gibt es zurzeit ein Mal die Woche. Aber auch der ist ausbaubar, wenn die Nachfrage steigt. „Empfehlen Sie Bekannten und Freunden unser Projekt und sagen Sie unseren Mitarbeiterin freundlich, was besser werden sollte“, wird darin geworben. Tatsächlich sei es zurzeit so, dass noch zu wenige Kunden Nahversorger für größere Einkäufe nutzten. Um die Existenz des „Tegut-Lädchen für alles“ langfristig im Mainblick 65 zu sichern und damit auch die Arbeitsplätze für Menschen mit eingeschränkten Jobchancen zu erhalten oder gar auszubauen, müsste aber genau an dieser Stelle ein Umdenken einsetzen. Eine Änderung des Kaufverhaltens bei den Kunden zu bewirken, ist anscheinend gar nicht so einfach: Oder aber die Kundenfrequenz muss sich noch deutlich erhöhen, damit am Ende des Tages nicht nur möglichst alles Regale leergekauft sind.

Unterstützt werden soll die Arbeit des Vereins auch durch die Gründung eines Fördervereins. Dazu lädt Albert Sanftenberg Donnerstag, 5. Februar um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus der evangelischen Markusgemeinde, Friedrichstraße 50 ein. „Der Förderverein will helfen, das soziale Projekt, das hinter dem Lebensmittelmarkt steht, Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Schwerstbehinderung zu schaffen, zu unterstützen“, so Schüller-Ostermann, die sich über diese weitere Unterstützung des Projektes sehr freut (siehe auch weitere Meldung in dieser Ausgabe dazu). Noch mehr Freude würde es ihr sicherlich bereiten, wenn sich in dem im November eröffneten „Tegut-Lädchen für alles“ bald lange Schlangen an der Kasse bilden. Denn positiv Denken und positiv Handeln sind nun einmal zwei verschiedene paar Schuhe, der Laden jedenfalls kann nur ein Erfolgskonzept werden, wenn mehr Bürger handeln und auch mal ihr Auto für den Großeinkauf in den Mainblick lenken. Wer noch mehr über das Lädchen erfahren und sein Angebot erfahren möchte, das von tegut seine Produktpalette bezieht, kann sich unter der Telefonnummer 06173-3172832 bei der Marktleiterin Martha Schulenberg weiter informieren oder direkt bei der Perspektiven gGmbH unter der Telefonnummer 06171-503990.

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