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(S)TÜRMisches

Fipronil heißt das Teufelszeug und galt bisher als geeignetes Mittel gegen Hundeflöhe und Pflanzenschädlinge. Letzterer Einsatz wurde allerdings 2013 von der EU stark eingeschränkt, da beim Einsatz auf dem Feld auch der armen Honigbiene der Garaus gemacht wurde. Fortan durfte es mit nichts in Berührung kommen, das irgendwann von uns verzehrt wurde. Bis heute... Wie es überhaupt in das Reinigungsmittel Dega 16, welches zum Säubern der Batterie-Hühner-Ställe verwendet wird, gelangen konnte, ist noch ungewiss. Die allgemeine Hysterie jedoch schlägt hohe Wellen angesichts eines verschwindend geringen Gesundheitsrisikos: Tests haben erwiesen, dass eine 75 Kilo schwere Person täglich 9 Eier essen könnte, ohne den errechneten Reizwert von 0,675 Milligramm Fipronil zu erreichen. Würden sich die Verbraucher doch einmal in diesem Maße über die Ursachen für solche und ähnliche Lebensmittelskandale der Vergangenheit aufregen, dann gäbe es diese vielleicht gar nicht mehr. Nudeln hergestellt mit Flüssigei, welches natürlich aus Legebatterien stammte und mit Bakterien und Hühnerkot verseucht war, der Schweinemast-Skandal, bei dem die Ermittler Tonnen von Antibiotika und Hormonpräparaten aus den Betrieben karrten, das Gammelfleisch aus der Tiefkühltruhe oder das Schreddern von männlichen Küken. Hintergrund all dieser unappetitlichen Aufreger ist doch stets die inhumane weil ausschließlich dem Umsatz geschuldete Einstellung der Hersteller. Und der richtet sich bekanntlich nach dem Willen der Verbraucher – also uns! Die Hersteller gebaren sich da genau wie Cristiano Ronaldo nach einem fetten Foul – Handflächen nach außen und Unschuldsmiene – Wir doch nicht! Der Verbraucher will das so, also müssen wir liefern. Und der Verbraucher? Tja, da ist die Gemengelage schon etwas komplexer. Wer ein Bewusstsein für gesunde Ernährung und Tierhaltung hat, der kauft Freilandeier oder direkt beim Hof, sein unverpacktes regionales Obst und Gemüse je nach Saison beim Händler – gibt es ja inzwischen auch im Supermarkt. Und sein Fleisch beim zertifizierten Metzger oder direkt beim Züchter. Natürlich ist gerade letzteres, nämlich das Fleisch, dort viel teurer. Ein Argument, das sich nicht von der Hand weisen lässt, dem man aber vielleicht entgegensetzen könnte, dass der Mensch ja nicht jeden Tag Fleisch essen muss, was übrigens früher völlig normal war. Da war Fleisch etwas Besonderes und wurde meistens am Sonntag verzehrt. Wo liegt also das Problem? Bei der Verdrängungskunst des Menschen und der Ignoranz der Politik sowie einer fehlenden Lobby. Hinge an jedem Fleischregal, wie das bei den Tabakwaren der Fall ist, ein solch widerliches Plakat dieser geschundenen Kreaturen vor und während der Schlachtung, die nun in Plastik verpackt auf ihre Käufer warten, würden sicherlich nicht wenige Menschen entsetzt die Finger davon lassen. Bei den Eiern dasselbe. Jeder einigermaßen empathische Mensch, der einmal eine Dokumentation über Legebatterien oder Kükenschreddern gesehen hat, kommt im Traum nicht auf die Idee ,solche Produkte jemals wieder zu kaufen. Das Bewusstsein der Käufer zu erreichen, das ist entscheidend, in diesen Zeiten der pausenlosen medialen Berieselung eine ziemliche Herausforderung. Aber nicht unmöglich. Und je mehr Menschen umdenken umso besser. Es werden sicher noch etliche Lebensmittelsskandale die Menschheit erschüttern müssen, bis endlich ein messbarer Sinneswandel eintritt – aber wie sagt das alte Sprichwort so treffend: Steter Tropfen höhlt den Stein!!

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