Von Blasinstrumenten, Saucengewürzen, Rezepten und einer goldenen Kochmütze

Kronberg (pf) – „Kochen ist so ähnlich wie Musik“, meint Maestro Gioacchino Rossini alias Schauspieler und Sänger Jörg Schade. 39 sehr erfolgreiche Opern hat er geschrieben. Doch nun steht der berühmte italienische Komponist lieber am Herd und denkt sich mit frischen Zutaten vom Markt Gerichte für einen Kochwettbewerb aus. Er möchte nämlich unbedingt die goldene Kochmütze gewinnen und erreichen, dass ein Gericht seinen Namen bekommt.

„Jedes Gemüse hat eine eigene Melodie“, erklärt er am Sonntagnachmittag beim Kids@Casals-Konzert der Kronberg Academy den Kindern und Erwachsenen. Doch als die vier Bläser von Rossinis Küchenorchester, die, auf harten Küchenstühlen sitzend, den Maestro am Herd musikalisch begleiten – denn ganz ohne Musik will er auch beim Kochen nicht sein – die verschiedenen Gemüse-Melodien vom Notenblatt spielen, klingt das merkwürdig durcheinander, ganz und gar nicht harmonisch. An dem Rezept, hört jeder sofort, muss noch gearbeitet werden.

Perfekt gelungen dagegen ist das Rezept für das Kinder-Musiktheaterstück „Rossinis Notenküche“, komponiert von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling. Und ein großer Spaß fürs Publikum, denn die Kinder werden mit einbezogen und dürfen mitmachen. Sie kennen nicht nur die Namen der vier Blasinstrumente des Prisma Ensembles, das zum Kochen aufspielt: Querflöte, Oboe, Klarinette und Fagott. Sie kennen auch die Namen von Gemüsesorten, die mit den Buchstaben H, L, O und R beginnen, die Küchenhilfe Guilietta alias Meike Leluschko aus einem großen Kochtopf auf dem Herd herauszieht – nach ihrem Schreckensschrei: „Da ist ein H(aar) in der Suppe!“

Ihr spitzer Schrei, als sie beim Öffnen des Topfes sich am heißen Deckel die Finger verbrennt, verrät unabsichtlich, wer sie in Wirklichkeit ist. Nach dem hohen reinen Ton weiß Rossini sofort: „Sie sind Sängerin!“ Und schon stimmen die beiden gemeinsam ein Duett an. Die Musikarrangements aus Rossinis Opern und die Zwischenmusiken, die das fröhliche Theaterspiel begleiten, stammen aus der Feder von Andreas Nicolai Tarkmann, selbst ausgebildeter Oboist, Komponist, Musikwissenschaftler und diplomierter Musikpädagoge.

Es versteht sich von selbst, dass der Rossini auf der Bühne mit Hilfe und dank kluger Ratschläge der Kinder und des Publikums aus vielen verschiedenen Zutaten eine wunderbare Sauce kreiert und die goldene Kochmütze gewinnt. Denn auch der tatsächliche Opernkomponist Gioacchino Rossini war ein großer Feinschmecker und fantasievoller Koch. Noch heute stehen Gerichte von ihm auf den Speisekarten guter Restaurants. Nicht nur die „Tournedos Rossini“, auch die „Maccheroni alla Rossini“ mit einer Sauce, in die unter anderem Brühe, Pilze, Schinken, Tomaten, Parmesan, Sahne, Champagner und natürlich Trüffel kommen, die der richtige Rossini besonders liebte.

Das Prisma Bläser-Ensemble, Meike Leluschko und Jörg Schade begeisterten ihr Publikum im Casals Forum mit ihrem Musiktheaterstück „Rossinis Notenküche“. Foto: Wittkopf



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