Kronberg (kb) – Im Herbst findet vom 29. September bis zum 3. Oktober das fünfte Kronberg Academy Festival statt. Es lockt alle zwei Jahre weltweit renommierte Streicherinnen und Streicher aus aller Welt nach Kronberg und bietet an sechs Tagen musikalischen Genuss auf höchstem künstlerischen Niveau.
Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema „Frau Macht Musik“. Im Zentrum stehen 26 Kompositionen von Frauen unterschiedlichster Generationen: Beginnend mit der Barock-Komponistin Elisabeth Jacquet de La Guerre, spannt sich der musikalische Bogen über Clara Schumann bis zur zeitgenössischen Künstlerin Birke Bertelsmeier, die eigens für das Festival ein Stück komponierte. Alle 14 Konzerte werden von Künstlerinnen und Künstlern anmoderiert, damit das Publikum die jeweiligen Werke und einzelne Kompositionen besser einordnen kann. Das Orchestra in Residence der Kronberg Academy, die weltweit bekannte Kremerata Baltica, wird dieses Mal von einer Frau dirigiert: Teresa Riveiro Böhm. Sie ist eine der wenigen international renommierten Dirigentinnen. Drei Professorinnen ergänzen mit spezifischen Fachvorträgen das Verständnis von bedeutenden Frauen in der klassischen Musik und setzen sich kritisch mit dem Leitgedanken „Frau Macht Musik“ auseinander. Die Vorträge entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Archiv „Frau und Musik“, das weltweit das älteste und umfangreichste seiner Art ist. In Workshops, Vorträgen und Konzerten erlebt das Publikum auf einzigartige Art und Weise live, was Frauen in der Klassischen Musik bewegt haben und was die Jüngeren unter ihnen antreibt.
Das Kronberg Academy Festival „Frau Macht Musik“ rückt Frauen musikalisch in den Fokus. Nicht als Musen und bloße Zuhörerinnen, sondern als Selbst-Schaffende, die in der Musik etwas zu sagen haben. Musik als weibliche Selbstermächtigung und die Frage nach einer „anderen“ Musikgeschichte stehen im Zentrum des Festivals. Fast eine Woche lang dreht sich alles um weibliche Komponistinnen und ihre Werke. Die musikalische wie wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihnen und ihrem Werk bietet eine neue Perspektive auf die Musikgeschichte und die Klassische Musik.
Auf dem Festival selbst nehmen Frauen die verschiedensten Rollen ein und zeigen was möglich ist: Sie sind Interpretinnen, Dirigentinnen, Komponistinnen, Solistinnen und Dozentinnen. Oder sie spielen sogar mehr als eine Rolle, so wie Tabea Zimmermann. Als Muse inspirierte sie György Kurtág zum Stück „Eine Blume für Tabea“ und interpretiert diese Hommage als außergewöhnliche Violinistin am 2. Oktober im Konzert „Perfect Storm“. Einige Werke von zeitgenössischen Komponistinnen werden in Kronberg erstmals uraufgeführt und sind eigens für das Festival komponiert worden, darunter auch das Werk „Drei“ von der 27-jährigen Komponistin Ágnes Peregi.
Wie immer trägt das besondere Ambiente der Stadt Kronberg mit ihren verschiedenen Spielstätten zur außergewöhnlichen Atmosphäre des Festivals bei. Nachtschwärmer können auf der Burg zur „Langen Nacht junger Solisten“ bis spät in die Nacht den jungen Studierenden der Kronberg Academy lauschen. Wer lieber tagsüber durch Kronberg flaniert, kann die Studierenden beim Wandelkonzert durch die Kronberger Scheunen begleiten. Große Konzerte mit Mischa Maisky und seiner Tochter Lily Maisky, Gidon Kremer, Clemens Hagen, Martin Helmchen, Kirill Gerstein, Christian Tetzlaff oder dem Schumann-Quartett finden in der Stadthalle Kronberg oder der Johanniskirche Kronberg statt.
Wer eine intimere Atmosphäre schätzt, wird sich besonders für die öffentlichen Workshops interessieren. Hier unterrichten Festivalkünstler den begabten Nachwuchs aus Kronberg vor kleinem Publikum. Große Meister wie Marie-Elisabeth Hecker oder Kolja Blacher unterrichten ihr Instrument und man kann live dabei sein und zuhören, wie Musik entsteht. Für Schüler und Studierende ist die Teilnahme sogar kostenfrei.
Zu einer musikwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Frau Macht Musik“ laden die drei Fachvorträge zu „Meisterinnenwerken“, „Musik und Gender im Internet“ und zu Violoncellistinnen im 19. Jahrhundert ein. Professorinnen der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sind in Kronberg zu Gast, um ihre Expertise zu teilen.
Wie bei jedem Kronberg Academy Festival steht auch eine Geigenbauwerkstatt und -ausstellung für alle Interessierten offen. Sie bietet Einblick in die traditionelle Handwerkskunst des Geigenbaus, der Saitenhersteller und Bogenmacher. Kleine Reparaturen am eigenen Instrument können sofort vor Ort durchgeführt werden.
Konzert-Karten können telefonisch über das Kartentelefon 06173-783377 (montags bis freitags 10 bis 14 Uhr), per E-Mail an karten[at]kronbergacademy[dot]de oder online über die Website der Kronberg Academy https://www.kronbergacademy.de/festival/ konzerte erworben werden. Karten für die Workshops sind ab 1. September buchbar.