Oberhöchstadt (kb) – Mit dem Rückrundenstart der Kreisoberliga Hochtaunus begann für die SG Oberhöchstadt nicht nur die zweite Saisonhälfte – sondern zugleich die letzte Etappe einer Ära. Unter dem Motto „Abschiedstour“ geht Trainer Joachim Hans in seine finale Rückrunde. Nach fast zehn Jahren als Trainer der ersten Mannschaft beendet er im Sommer auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen seine Trainertätigkeit bei der SGO.
In dieser Zeit hat sich die erste Mannschaft nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A in der Kreisoberliga zu einer festen Größe entwickelt. Mehrfach spielte man um die Spitzenplätze mit – Höhepunkt war die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation 2024. Nun sollen die letzten Monate gemeinsam mit Leidenschaft und sportlichem Anspruch gestaltet werden.
Zum Rückrundenauftakt stand direkt das Stadtderby gegen den EFC Kronberg an – auswärts am Sportplatz am Waldschwimmbad. Die Vorzeichen waren klar: Kronberg im Tabellenmittelfeld, die SGO auf Rang zwei.
1:1 im Stadtderby
Die Kräfteverhältnisse spiegelten sich zunächst auf dem Platz wider. Die SGO übernahm früh die Kontrolle, ließ den Ball gut laufen und erspielte sich mehrere klare Möglichkeiten. Mehrfach fehlte es an der letzten Präzision, ein Kronberger rettete zudem in höchster Not auf der Linie.
Mitte der ersten Halbzeit bot sich dann die große Chance zur Führung: Nach einem Foulspiel im Strafraum trat Neuzugang Ibo Birinci zum Elfmeter an, verfehlte jedoch das Ziel. So ging es torlos in die Pause – ein Spielstand, mit dem sich vor allem die Gastgeber zufrieden zeigen konnten.
Zur Halbzeit reagierte der EFC mit zwei Wechseln und kam mit deutlich mehr Druck aus der Kabine. Direkt nach Wiederanpfiff folgte der Nackenschlag für die Gäste: Antonio Marino traf per sehenswertem Volley aus rund 20 Metern zur Führung. Es war bis dahin der einzige Torschuss der Kronberger – aber ein perfekter.
Die SGO erhöhte in der Folge nochmals das Tempo. Ecken, Freistöße, Distanzschüsse – die Gäste warfen alles nach vorne. Kronberg verteidigte leidenschaftlich und setzte auf Konter. Die Zeit lief gegen die Oberhöchstädter.
Zwei Minuten vor dem Ende dann doch noch die Erlösung: Ibo Birinci nahm sich ein Herz und schlenzte den Ball sehenswert ins Kreuzeck. 1:1 – und plötzlich war sogar noch mehr möglich. In den letzten Minuten drängte die SGO auf den Siegtreffer, doch die Gastgeber verteidigten mit großem Einsatz.
So blieb es beim 1:1 in einem intensiven, fair geführten Derby. Ein Punkt, der dem Spielverlauf gerecht wird – auch wenn die SGO über weite Strecken das aktivere Team war.
Souveräner 3:1-Erfolg im Vorspiel
Bereits zuvor trafen die Zweitvertretungen aufeinander. Die junge SGO II startete konzentriert und ging durch Amin Alaoui früh in Führung. In der Folge entwickelte sich ein umkämpftes Spiel im Mittelfeld mit wenigen klaren Chancen. Nach der Pause blieb die Partie lange ereignisarm, ehe Kapitän Louis Ochs in der 75. Minute auf 2:0 erhöhte. Kurz darauf legte Leon Wichter mit dem 3:0 nach (83.). Die SGO verteidigte nun kompakt und setzte auf Umschaltmomente. Kronberg verkürzte in der 86. Minute noch auf 3:1, schwächte sich jedoch wie schon im Hinspiel in der Schlussphase mit einer Gelb-Roten Karte selbst.
Damit nimmt die „Zweite“ drei wichtige Punkte mit nach Oberhöchstadt und startet erfolgreich in die Rückrunde.
Ein Kapitel geht zu Ende
Neben dem sportlichen Geschehen bleibt der Rückrundenstart auch emotional ein besonderer Moment. Mit Joachim Hans verabschiedet sich im Sommer ein Trainer, der den Herrenbereich der SG Oberhöchstadt über ein Jahrzehnt geprägt hat. Der Aufstieg in die KOL, konstante Spitzenplatzierungen und die Relegation 2024 stehen sinnbildlich für eine Phase des sportlichen Aufschwungs.
Die Mannschaft hat sich vorgenommen, die verbleibenden Monate dieser Zusammenarbeit mit maximalem Einsatz zu gestalten. Leistung, Geschlossenheit und Haltung auf dem Platz sollen den Dank ausdrücken, den man dem langjährigen Trainer entgegenbringt.
Die „Abschiedstour“ hat begonnen – mit einem Punkt im Derby und dem festen Willen, die kommenden Monate gemeinsam erfolgreich zu gestalten.
