Handwerk, Geschichte und Gemeinschaft beim Keramikmarkt

Das bunte Treiben zwischen den vielen Ständen auf dem Keramikmarkt sorgte für beste Stimmung bei Klein und Groß.

Oberhöchstadt (nel) – Zum elften Mal hat der Keramikmarkt in Oberhöchstadt den Ortskern rund um den Dalles in einen lebendigen Treffpunkt für Kunsthandwerk, Begegnung und Austausch verwandelt. Der traditionsreiche Markt, den keramik-hessen gemeinsam mit der Stadt Kronberg organisiert, gilt seit Jahren als feste Größe in der Region. Rund 40 professionelle Werkstätten aus ganz Deutschland präsentierten hier ihre Arbeiten und zeigten, wie vielseitig Keramik heute ist – von Gebrauchsgeschirr über dekorative Stücke bis hin zu kunstvollen Einzelobjekten.

Schon beim Bummeln über das Marktgelände wurde deutlich, dass hier nicht nur verkauft, sondern Handwerk mit Persönlichkeit gezeigt wird. Die Spannweite reichte von traditioneller und moderner Gebrauchskeramik über Teller, Schalen und Geschirr bis zu Gartendeko, figürlicher Keramik, Porzellanschmuck, Räuchermännchen und Heizungsverdunsterfiguren. Gerade diese Mischung aus Nützlichem, Verspieltem und Künstlerischem machte den Reiz des Marktes aus und sorgte dafür, dass viele Besucherinnen und Besucher länger verweilten als geplant. „Es ist jedes Jahr aufs Neue wieder toll, es gibt so viel zu sehen“, schwärmte eine Besucherin.

Idealer Standort

Der Standort rund um den Dalles erwies sich erneut als ideal: zentral gelegen, barrierefrei erreichbar und groß genug für die vielen Ausstellerstände. Dazu kamen die kurzen Wege, die offene Atmosphäre und die Möglichkeit, direkt mit den Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern ins Gespräch zu kommen. So entstand ein Markt, der nicht nur Ware präsentiert, sondern Einblicke in Techniken, Brennverfahren, Glasuren und individuelle Arbeitsweisen ermöglicht. Ein besonderer Bestandteil des Keramikmarkts ist seit Jahren die Empty-Bowls-Aktion. Dabei spenden die Aussteller handgemachte Schalen, die von der Kirchengemeinde Sankt Vitus mit Suppe gefüllt und verkauft werden. Der Erlös geht an eine Schule in Tansania, an der derzeit rund 325 Kinder unterrichtet werden und die auf Spenden angewiesen ist.

Damit bekommt der Markt neben seiner handwerklichen auch eine soziale Dimension, die von vielen Gästen bewusst wahrgenommen wird.

Auch kulinarisch war für eine angenehme Atmosphäre gesorgt. Der Vereinsring Oberhöchstadt übernahm die Verköstigung auf dem kleinen Platz direkt neben dem Marktgelände. Auf den bereitgestellten Bänken ließ es sich in Ruhe sitzen, essen und zwischendurch durchatmen. Auch dieser Bereich trug viel zur entspannten Stimmung bei, die den ganzen Markt prägte.

Ein Markt für alle Generationen

Für Familien gab es ebenfalls ein zusätzliches Angebot: Kinder konnten sich schminken lassen und so den Markttag auf ihre Weise mitgestalten und miterleben. Das machte deutlich, dass der Keramikmarkt in Oberhöchstadt nicht nur ein Ort für Liebhaberinnen und Liebhaber hochwertiger Keramik ist, sondern für Besucher aller Generationen offensteht.

Ein weiteres Highlight setzte zudem der Verein Heckstadt Freunde Oberhöchstadts, der parallel zum Markt historische Filmaufnahmen aus den Aufbaujahren der 1970er Jahre präsentierte. Die Filme zeigten eindrucksvoll, wie sich Oberhöchstadt in einer Phase des Wandels entwickelte und veränderte. Gezeigt wurden sie im Herbert-Alsheimer-Saal im Dalleshaus, mitten im Zentrum des Marktgeschehens. Ergänzt wurde das Angebot durch historische Ausstellungsstücke, die bekannte Orte und Gesichter aus vergangenen Jahrzehnten wieder lebendig werden ließen.

Der elfte Oberhöchstädter Keramikmarkt verband damit einmal mehr hochwertige Handwerkskunst, gelebte Ortsgeschichte und ein offenes, einladendes Miteinander.

Die bunten Keramiken zauberten den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht und brachten gute Laune in den grauen Sonntag. Fotos: El Manhsi

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