Oberhöchstadt (kb) – Rund um die Schule herrscht morgens und auch am Nachmittag viel Bewegung: Kinder kommen zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad, Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder holen sie ab, Anwohner fahren zur Arbeit oder verlassen ihre Grundstücke. Viele Verkehrsteilnehmer treffen dabei auf engem Raum aufeinander. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das, dass sie sich in einer Verkehrssituation zurechtfinden müssen, die sie noch nicht immer vollständig überblicken können.
Die Schule bereitet die Kinder in verschiedenen Unterrichtsstunden auf diese Situationen vor. Bereits ab Klasse 1 steht Verkehrserziehung auf dem Stundenplan. Zunächst geht es vor allem darum, wie sich Kinder als Fußgänger sicher im Straßenverkehr bewegen. In der 4. Klasse kommt das Fahrrad hinzu. Die erworbenen Kenntnisse werden dabei auch in praktischen Übungen auf dem Verkehrsübungsplatz angewendet.
Doch Verkehrssicherheit ist nicht mit einigen Unterrichtsstunden erledigt. Deshalb werden die wichtigsten Regeln auch im Schulalltag regelmäßig aufgegriffen und beispielsweise in der Montagsrunde besprochen.
Trotzdem zeigt sich im Alltag immer wieder, dass manches Gelernte mit der Zeit in Vergessenheit gerät. So fahren Kinder mit dem Roller und dem Fahrrad teilweise mit hoher Geschwindigkeit die Stuhlbergstraße und den Kirchberg entlang und beachten dabei die Vorfahrt nicht. Gerade in solchen Situationen wird deutlich, wie wichtig es ist, Verkehrsregeln nicht nur zu kennen, sondern sie auch konsequent anzuwenden. Eine angemessene Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme sind entscheidend, damit Kinder und alle anderen Verkehrsteilnehmer sicher ans Ziel kommen.
Auch die Eltern haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion. Verkehrserziehung findet schließlich nicht nur in der Schule statt. Eltern müssen mit ihren Kindern regelmäßig über richtiges Verhalten im Straßenverkehr sprechen, Regeln gemeinsam wiederholen und vor allem selbst vorleben. Wer beispielsweise beim Überqueren einer Straße bewusst wartet, Vorfahrtsregeln beachtet oder mit dem Fahrrad aufmerksam und mit angemessener Geschwindigkeit unterwegs ist, vermittelt seinem Kind wichtige Erfahrungen. Noch besser ist es, solche Situationen gemeinsam zu üben und das Kind Schritt für Schritt zu sicherem und selbstständigem Verhalten anzuleiten.
Auch das Verhalten der Erwachsenen rund um die Schule spielt eine wichtige Rolle. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder holen sie dort ab. Werden Fahrzeuge an unübersichtlichen Stellen abgestellt oder halten dort, können Kinder und herannahende Autos einander zu spät erkennen. Ähnlich problematisch sind Fahrzeuge, die teilweise auf dem Gehweg stehen. Müssen Kinder deshalb auf die Fahrbahn ausweichen, geraten sie unmittelbar in den fließenden Verkehr.
Hier können Eltern und Anwohner mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen zur Sicherheit beitragen: geeignete Halte- und Parkmöglichkeiten nutzen, Gehwege freihalten und insbesondere dort aufmerksam sein, wo viele Kinder unterwegs sind. Was für Erwachsene nur wenige zusätzliche Schritte oder einen kurzen Umweg bedeutet, kann für ein Kind einen entscheidenden Unterschied machen.
Sicherheit auf dem Schulweg ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Schule vermittelt die Verkehrsregeln und sensibilisiert die Kinder immer wieder für mögliche Gefahren. Die Polizei und das Ordnungsamt unterstützen diese Arbeit durch regelmäßige Kontrollen und Hinweise vor Ort. Die Kinder selbst müssen das Gelernte im Alltag anwenden. Eltern können durch Gespräche, gemeinsames Üben und ihr eigenes Verhalten wichtige Orientierung geben. Und Eltern wie Anwohner können durch rücksichtsvolles Verhalten dazu beitragen, dass Wege frei bleiben, Sichtbeziehungen erhalten werden und Verkehrssituationen überschaubar bleiben.
Ein sicherer Schulweg entsteht dort, wo alle Beteiligten ein Stück Verantwortung übernehmen und aufeinander Rücksicht nehmen.