Telefonieren in der Telefonzelle, das war einmal. Jedenfalls im Zeitalter der Handys ist das weitgehend so. Deshalb kam auch kaum jemand mehr in die rote Telefonzelle auf dem Markt, das Geschenk der Partnergemeinde Verwood in England im Jahr 1992. Mehr noch: Seit Jahren war die Zelle ungenutzt, zumal sie auch unter dem Vandalismus lieber Zeitgenossen zu leiden hatte.
Bürgermeisterin Eva Söllner fragte: Kann man die Zelle noch nutzen, nachdem immer mehr ähnliche Telefonzellen in der Umgebung zu öffentlichen Bücherschränken umgewandelt wurden. Im Bauhof war man sicher: Das geht. Der Zustand ist gut, die Lage ebenfalls. Und so wurden kräftige, wetterfeste Regale eingebaut, so dass seit ein paar Tagen Liederbach einen öffentlichen Bücherschrank hat. Eva Söller stiftete auch gleich ein Buch: „Hund und Katz“. Aber sie machte auch klar, die Tür der Zelle geht so schwer, dass Hunde und Katzen keinen Eingang haben sollten. Nun ist hier das kostenlose Austauschen, Ausleihen und Verschenken von Literatur möglich. Die Bürgermeisterin: „Jeder Bürger kann lesenswerte Bücher hineinstellen oder mitnehmen. In anderen und Gemeinden sind solche Bücherschränke erfolgreich im Einsatz.“
Übrigens, geprüft wurden auch andere Standorte, wie die Waage, aber es zeigte sich, dass der Marktplatz sich am besten für diesen Zweck eignet.