Brunnenkönigin Verena I. feiert ins dritte Amtsjahr hinein

Brunnenkönigin Verena I. und Brunnenmeister Andreas lassen sich von Corona-Widrigkeiten nicht unterkriegen und hoffen, dass nun die Zeit des Feierns beginnen kann. Foto: fch

Oberursel (fch). Die Pandemie stellt alle, auch Vereine, vor große Herausforderungen. Verlässliche Planungen wie auch die Durchführung von beliebten Festen im gewohnten Rahmen sind bisher nicht möglich. So musste das 41. Brunnenfest am letzten Maiwochenende mit Blick auf geltende Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften zum zweiten Mal vom Vereinsring Oberursel abgesagt werden. Auch die Feiern zum 60-jährigen Bestehen des Vereinsring Oberursel im Juli können nicht wie geplant als Stadtfest im großen Rahmen stattfinden.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten! Die eine betrifft Brunnenkönigin Verena I. und ihren Brunnenmeister Andreas, die andere das 60-jährige Vereinsjubiläum. Verena I., mit bürgerlichem Namen Verena Schmidt, und ihr Brunnenmeister und Vater Andreas Schmidt bleiben ein weiteres Jahr im Amt. Und schreiben damit Geschichte. „Sollte – wie geplant – das Brunnenfest 2022 stattfinden, dann waren wir zweieinhalb Jahre im Amt“, rechnet der Brunnenmeister vor. „Der Wechsel soll erst nach dem Brunnenfest im nächsten Jahr stattfinden, da alle Repräsentanten ihr Brunnenfest genießen sollen“, sagt die stellvertretende Vereinsringvorsitzende Christine Förder. Und fügt hinzu: „So etwas wie mit diesem Paar werden wir wohl nicht noch einmal erleben.“

Verena I. sagt mit Blick auf ihre Amtszeit: „Ich mache noch der Queen Konkurrenz. Die Brunnenkönigin mit der längsten bisherigen Amtszeit und den wenigsten Auftritten bin ich ja schon. Selbst die Brunneneinweihung fehlt mir noch. Zudem war meine Mutter bereits 1996 Orscheler Brunnenkönigin und ihr Vater ihr Brunnenmeister.“ Statt der erhofften „1000 Auftritte“ waren es bis jetzt gerade einmal elf Termine. Und da hat es einfach noch nicht „Zoom gemacht!“ Verständlich, dass das Paar zur Freude der Mitglieder des Brunnenfestausschusses noch ein weiteres Jahr bei der Stange bleibt. „Nach nur elf Auftritten wollte ich das Amt der Brunnenkönigin nicht schon wieder aufgeben. Meine Erfahrungswerte als Brunnenkönigin halten sich in Grenzen“, sagt das Mitglied des Bommersheimer Carneval Vereins.

Zu den wenigen Herausforderungen gehörte ein spontaner Einsatz mit kurzfristiger Vorbereitung einer Rede in Bommersheim. „Ich habe bei der Amtsübernahme mit einem tollen Brunnenfest, vielen Auftritten in Stadt, Region und überregional sowie bei den Oberurseler Partnerstädten und mit zahlreichen interessanten Begegnungen gerechnet.“ Auch der Empfang beim Hessischen Ministerpräsidenten in Wiesbaden fiel aus. „Der Ministerpräsident hat an alle Hoheiten einen Brief und ein Plakat geschickt. Kein Verein wurde vergessen. Das war eine schöne Geste“, betont Queen-Mum Sandra Schmidt.

Was nicht ist, kann ja noch werden, die sinkende Corona-Inzidenz in Hessen lässt hoffen. Vereinsringvorsitzender Ludwig Reuscher informiert, dass die Planungen für die Jubiläumsfeierlichkeiten bereits seit einem Dreivierteljahr laufen. Sollten die Pandemie weiter zurückgehen, dann will der Vereinsring Oberursel ein Zeichen setzen. Zwar werde es im Juli kein Stadtfest rund um den Marktplatz mit Rummel geben – „wir wollen keine Menschenansammlungen haben“ –, dafür aber ein Jubiläumsfest für die Bürger. Gefeiert werden soll es von Donnerstag, 19., bis Sonntag, 22. August, auf der Bleiche.

„Damit gibt es eine zeitliche und eine örtliche Abgrenzung zum Brunnenfest. Es wird zwar keinen Rummelplatz geben, aber wir werden Schausteller mit Ständen und Karussells integrieren. Vor allem am Wochenende wird es Angebote für Kinder geben“, kündigt Ludwig Reuscher an. Außerdem soll es ein Fest für Vereine sein. Diese sollen alle Stände betreiben. „Wir haben derzeit bei 15 Vereinen angefragt und sie um ihre Unterstützung gebeten.“ Weitere Gespräche werden mit Gastronomen, Hofbetreibern und der Stadtverwaltung geführt. „Mit Hoteliers und Gastronomen streben wir eine Zusammenarbeit an.“ Je nach Corona-Lage sollen nach heutigem Stand zwischen 400 bis 600 Besucher gleichzeitig Auf der Bleiche Zutritt haben.

Zum letzten Mal wird die Windrose ihren Hof und das Restaurant am Jubiläumswochenende geöffnet haben. Geplant sei vor dem Umzug ein Fest für die Gäste. Am Freitag vor dem Festwochenende feiert der Verein Kunstgriff sein Jubiläum. „Das Jubiläumsfest wird ein schöner, aber kleinerer Ersatz für das Brunnenfest“, sagt der Brunnenmeister. „Ich freue mich auf jeden Auftritt, der kommt“, sagt Verena I. Jetzt gilt es, dem Paar und dem Vereinsring Oberursel fest beide Daumen zu drücken, damit das Fest von Bürgern für und mit Bürgern auf der Bleiche stattfinden kann. Und damit es beim Brunnenpaar endlich „Zoom machen“ kann.



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