Oberursel (ow). Reichssiedlungshof, Durchgangslager für Gefangene, US-Army-Gelände – die Geschichte des Camp Kings zwischen 1933 und 1993 ist vielfältig und spannend zugleich.
Jürgen Friedrich widmet sich in seinem Vortrag am Donnerstag, 11. September, um 19 Uhr im Vereinsraum des Geschichts- und Kulturkreises Oberstedten, Kirchstraße 34, der Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Bei einer Führung am darauffolgenden Samstag soll auch die Entwicklung ab 1945 nachvollzogen werden. Am Anfang stand eine einsame Villa im Oberurseler Norden, von Wald und Wiesen umgeben, direkt an der Grenze zu der damals noch selbständigen Gemeinde Oberstedten mit der vielsagenden Postadresse „Außerhalb 7“. Doch diese Idylle hielt nicht lange. In teilweise kurzer Folge änderten sich die Nutzungen des Geländes.
Der Vortrag von Jürgen Friedrich zeichnet die Entwicklung des Areals vom Wohnhaus über ein vormilitärisches Ausbildungslager für Studenten über die Einrichtung eines Gausiedlungshofes bis hin zu einem Durchgangslager (DULAG Luft) der Wehrmacht für gefangengenommene feindliche Piloten nach. Der Referent gibt dabei Einblicke in das Lagerleben, die Arbeit der Vernehmungsoffiziere und die Auswertung von kriegsrelevanten Beweismitteln durch die ebenfalls hier befindliche Auswertestelle West.
Der Eintritt ist frei. Um rechtzeitiges Erscheinen wird gebeten.
Zwei Tage später, am Samstag, 13. September, um 14 Uhr, führt Jürgen Friedrich unter dem Titel „Dulag Luft und Camp King“ außerdem über das ehemalige Camp King-Gelände und zeigt an markanten Punkten die Entwicklung des Areals vom Dulag Luft zum US-Interrogation Center bis hin zur Stationierung des US-Militärgeheimdienstes und der Errichtung des Verkehrsführungstabes der US-Truppen für Westeuropa.
Auch die Entstehung der „Organisation Gehlen“ im Camp King kommt zur Sprache. Treffepunkt ist um 14 Uhr vor dem Kinderhaus, Jean-Sauer-Weg 2.
Einsame Villa im Oberurseler Norden. Foto: Archiv Jürgen Friedrich
