Oberursel (ow) – Mit einer offenen Bürgersprechstunde auf dem Wochenmarkt in Weißkirchen hat Bürgermeisterin Antje Runge ihre Sommertour 2026 am Samstag, 1. August, fortgesetzt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen, Hinweise und Ideen direkt mit der Bürgermeisterin zu besprechen und sich über aktuelle Entwicklungen in Oberursel auszutauschen. Der persönliche Dialog gehört seit Jahren zu den festen Bestandteilen der Sommertour. Bürgermeisterin Antje Runge nahm sich Zeit für die vielfältigen Anliegen, beantwortete Fragen und sagte zu, Hinweise an die zuständigen Fachbereiche der Stadtverwaltung weiterzugeben oder dort prüfen zu lassen. „Viele Hinweise mögen auf den ersten Blick klein erscheinen. Oft sind es aber gerade diese alltäglichen Beobachtungen, die dazu beitragen, unsere Stadt Schritt für Schritt lebenswerter zu machen. Deshalb ist mir wichtig, aufmerksam zuzuhören und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern nach guten Lösungen zu suchen“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge.
Breites Spektrum an Themen
Die Gespräche auf dem Wochenmarkt verdeutlichten erneut, wie vielfältig die Themen sind, die die Menschen in Weißkirchen beschäftigen. Auch zahlreiche Mitglieder des Ortsbeirats nahmen teil, griffen Hinweise auf und konnten zu einzelnen Fragen unmittelbar Auskunft geben. Ein Schwerpunkt war die künftige Verkehrsentwicklung. Mehrere Bürgerinnen und Bürger äußerten sich kritisch zu den Überlegungen für einen Durchstich der Nassauer Straße. Vor dem Hintergrund der aktuellen Untersuchung stellten sie infrage, ob damit tatsächlich eine Entlastung erreicht werde, und regten an, verstärkt in sichere und alltagstaugliche Radwege zu investieren. Zugleich bestand Informationsbedarf dazu, auf welchen Wegen sich die Bürgerschaft in die weiteren Beratungen einbringen kann.
Begegnung und Austausch vor Ort
Angeregt wurde außerdem, in Weißkirchen regelmäßig ein niedrigschwelliges Gesprächsformat nach dem Vorbild der Sommertour anzubieten – eine Art „Quatschbude“, in der Fragen transparent beantwortet, unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und neue Ideen entwickelt werden können. Vertreterinnen und Vertreter des Ortsbeirats wollen den Vorschlag in ihre weitere Arbeit mitnehmen. Auch die örtlichen Vereine sollen einbezogen werden. Als möglicher Standort wurde das Feuerwehrgelände genannt, da dort bereits Ausstattung vorhanden ist und ein geschützter Bereich zur Verfügung steht.
In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung von Begegnungsorten und unkomplizierten Möglichkeiten zum Austausch im öffentlichen Raum hervorgehoben. Positiv genannt wurden der Seniorentreff im Alten Rathaus, der Jugendtreff und die dortigen Angebote für Frauen. Runge verwies zudem auf die städtische Beteiligungsplattform oberursel-mitmachen.de, auf der sich Bürgerinnen und Bürger auch in digitalen Räumen austauschen und zu gemeinsamen Formaten verabreden können.
Radverkehr, Straßen und Ampelschaltungen
Breiten Raum nahmen Hinweise zum Rad- und Fußverkehr ein. Angeregt wurden eine bessere Radverkehrsverbindung in Richtung Bommersheim im Bereich des Friedhofs, deutlichere Markierungen in Richtung Steinbach sowie eine Beleuchtung der Wege entlang der U-Bahn-Trasse. Für den Bereich Wiesenstraße/Kurmainzer Straße wurde auf ein Verkehrszeichen hingewiesen, das durch einen Baum nur eingeschränkt sichtbar sei und deshalb insbesondere für Radfahrende eine Gefahrenstelle darstellen könne. Die Stadtverwaltung wird die angesprochenen Punkte prüfen.
Für die Weißkirchener Straße in Stierstadt wünschten sich Teilnehmende weitere Maßnahmen, die verhindern, dass der Gehweg im Bereich der Kirche von Autos als Fahrbahn genutzt wird. Als Möglichkeiten wurden versetzt angeordnete Poller, Schwellen oder andere verkehrsberuhigende Elemente genannt. Für die obere Kurmainzer Straße wurden häufigere Geschwindigkeitskontrollen und der Einsatz einer Geschwindigkeitsanzeige angeregt. Zudem gab es Hinweise auf Fahrzeuge, die gegenüber der Postfiliale und dem Bäcker auf dem Gehweg abgestellt werden.
Auch die Ampelschaltung an der Kreuzung Frankfurter Landstraße/Kurmainzer Straße wurde angesprochen. Nach Einschätzung von Bürgerinnen und Bürgern ist die Wartezeit für Fußgängerinnen und Fußgänger auf dem Weg zur U-Bahn zu lang, während die Grünphase in Richtung des Einkaufsmarktes zu kurz ausfällt. Die Stadt sagte zu, die technische Machbarkeit einer Anpassung und die damit verbundenen Kosten prüfen zu lassen.
Bus, Bahn und sichere letzte Wege
Beim öffentlichen Nahverkehr ging es unter anderem um eine bessere Abstimmung zwischen der U-Bahn und der Buslinie 42 an der Haltestelle Weißkirchen Ost sowie um zusätzliche Verbindungen in den Abendstunden für Stierstadt. Angeregt wurde darüber hinaus ein bedarfsgerechtes Sammel- oder Anrufsammeltaxi von der S-Bahn, das insbesondere Jugendlichen, Frauen und älteren Menschen in den Abend- und Nachtstunden einen geschützten letzten Weg nach Hause ermöglichen könnte. Die Hinweise zur Taktung und zur sogenannten „letzten Meile“ werden an die zuständigen Stellen weitergegeben.
Parken, Ladeinfrastruktur und öffentliche Toiletten
Zur Sprache kamen zudem fehlende Stellplätze und wiederholtes Falschparken in der Urselbachstraße im Umfeld der Gaststätte „Zur Linde“. Gewünscht wurden eine bessere Ausschilderung vorhandener öffentlicher Parkmöglichkeiten und deutlichere Hinweise für Gäste, beispielsweise bereits auf der Internetseite des Gastronomiebetriebs. Der Hinweis wird an die Wirtschaftsförderung mit der Bitte weitergegeben, hierzu auch das Gespräch mit dem Gastronomiebetrieb zu suchen.
Mit Blick auf die Elektromobilität wurde angeregt, weitere Parkplätze mit Ladeinfrastruktur auszustatten, konkret etwa im Bereich An der Bleiche. Die Stadt erläuterte, dass derzeit ein neues Konzept unter Beteiligung der Ortsbeiräte erarbeitet wird.
Weitere Hinweise betrafen die Orientierung zu öffentlichen Toiletten in der Innenstadt. Gewünscht wurden eine bessere Beschilderung, eine erneute Öffentlichkeitskampagne für das Angebot „Nette Toilette“ sowie die Ansprache zusätzlicher Geschäfte. Dabei sollen auch die Standorte der öffentlichen Toiletten deutlicher kommuniziert werden.
Hinweis zur Rattenbekämpfung
Auf eine Meldung zu Ratten auf einem Grundstück konnte unmittelbar mit einem konkreten Hinweis reagiert werden: Die Firma Umweltservice Blumenstein führt seit dem 1. Juni in Abstimmung mit der Stadtverwaltung, Abteilung Straßenverkehrs- und Ordnungswesen, die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen gegen Ratten im gesamten Oberurseler Stadtgebiet durch. Sichtungen können für eine schnelle Bearbeitung telefonisch unter 06171-9298540 oder per E-Mail an mail[at]sbk-hessen[dot]com gemeldet werden.
Positive Rückmeldungen
Neben Anregungen und Kritik gab es auch zahlreiche positive Rückmeldungen. Begrüßt wurden die „Orschel Gärten“, die Trinkbrunnen – insbesondere mit Blick auf die aktuellen Hitzeperioden – sowie die Situation an der Ausfahrt des Wertstoffhofs. Ebenfalls positiv bewertet wurden die weißen Anforderungspunkte für Radfahrende an Ampeln, die nach einem Hinweis aus einer früheren Sommertour neu markiert wurden und nun wieder gut erkennbar sind. Auch eine inzwischen umgesetzte Beschilderung, durch die eine Einfahrt für Radfahrende sicherer geworden ist, wurde ausdrücklich gewürdigt.
Viele Fragen konnten unmittelbar beantwortet werden. Weitere Hinweise und Anregungen werden an die zuständigen Fachbereiche weitergeleitet und dort geprüft.
Bürgerbeteiligung lebt vom persönlichen Austausch
Die Sommertour bietet den Bürgerinnen und Bürgern bewusst die Möglichkeit, ihre Anliegen unkompliziert und ohne Terminvereinbarung anzusprechen. Der direkte Austausch schafft Transparenz, stärkt das gegenseitige Verständnis und ermöglicht es der Stadtverwaltung, Anregungen aus der Bürgerschaft frühzeitig in ihre Arbeit einzubeziehen.
Nächster Termin der Sommertour
Nach einer kurzen Sommerpause wird die Sommertour am Samstag, 22. August 2026, fortgesetzt. Bürgermeisterin Antje Runge lädt dann von 11 bis 13 Uhr zu einer offenen Bürgersprechstunde auf dem Camp King Carrée, Supermarktparkplatz/Edeka, Camp-King-Allee 2, ein. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, ohne vorherige Anmeldung vorbeizukommen und ihre Anliegen, Fragen oder Anregungen direkt mit der Bürgermeisterin zu besprechen.
