Oberursel (fch). Groß war das Interesse von Viertklässlern und ihren Eltern am „Tag der offenen Tür“ an der Erich-Kästner-Schule (EKS). Die Haupt- und Realschule mit Förderstufe in Oberursel ist eine Ganztagsschule (Profil 1). Für die derzeit 400 Schüler und 46 Lehrkräfte bedeutet dies dreimal in der Woche Unterricht von 7.30 bis 14.30 Uhr. Darüber und über viele weitere Unterrichts- und Arbeitsgemeinschaftsangebote oder Informationen zum Übergang zu einer kooperativen Gesamtschule (KGS) ab dem Schuljahr 2020/2021, gab es von Lehrern und Schülern für die Besucher.
Am Eingang wurden die Gäste von Schulleiter Julian Stey begrüßt. Schüler aus der neunten Haupt- und zehnten Realschulabschlussklasse begleiteten die Gäste auf ihrer zwölf Stationen umfassenden Informationstour durch die Schule. Geboten wurde eine spannende Mischung aus Informationsständen, Mitmachaktionen und Anschauungsunterricht. Die fünften Klassen hatten in den Fächern Deutsch, Englisch und Gesellschaftslehre zum Mitmachunterricht eingeladen. Aktionen, Vorführungen und Informationen gab es in Chemie, Biologie, Physik, Informatik, im „Französischen Café“, in Werken, Musik und Kunst. Zu den Stationen gehörten auch Informationen zur Förderstufe, zur Schule und zu den Fachbereichen sowie eine Führung durch die neu gestaltete Bibliothek mit Nachschlagwerken, Sach- und Jugendbüchern, Lernspielen und Audio-CDs.
Schulsprecher Ajay Brar (16, Klasse 10Rb) präsentierte voller Stolz den neuen Raum des Schülerparlaments. Hier tagt einmal wöchentlich der Klassenrat, das demokratische Forum einer Klasse. Es bietet den Schülern die Möglichkeit, das Schulleben aktiv mitzugestalten. Bei den Treffen werden selbstgewählte Themen diskutiert, aktuelle Konflikte angesprochen, Probleme beraten, diskutiert und entschieden. „Einmal im Monat tritt das Schülerparlament zusammen. Es ist ein Treffen der Klassensprecher aus allen Klassen“, informierte der Schulsprecher.
Schülerparlament bestimmt mit
Aufgegriffen werden im Schülerparlament Themen aus dem Klassenrat, sofern es wichtige, schulweite Themen sind. Auch Lehrer und Schulleitung können sich an das Schülerparlament mit Informationen und Anliegen wenden. Die Klassensprecher tragen die Lösungsvorschläge oder Bearbeitungsmöglichkeiten dann wieder zurück in die Klassen oder besprechen diese im Klassenrat. Beide Gremien, Klassenrat und Schülerparlament, ermöglichen den Schülern, ihr Lernumfeld mitzugestalten, es besser zu akzeptieren, soziales Lernen mit konstruktiven Konfliktlösungen sowie demokratisches Verhalten einzuüben. Vertieft wird das Ganze klassenübergreifend noch einmal in dieser Woche. In der Präventionswoche werden unterschiedliche Themenschwerpunkte etwa zu Suchtprävention, Cyber-Mobbing oder Gesundheit behandelt.
Mit großer Begeisterung von den Schülern angenommen wurden drei Ergometer, die der Förderverein der EKS den Schülern der fünften Klassen für „bewegtes Lernen“ schenkte. Bereits in der Antike wussten die Griechen, das es sich mit Bewegung leichter lernt. Mit Hilfe der Ergometer kommt in die Klassenzimmer Bewegung, die in den Unterricht integriert wird. So kommen Schüler beim Strampeln in Fahrt und verankern Inhalte, die sie auf diese Art lernen, besser im Gedächtnis.
Lernen in Bewegung
Für Büchern und Hefte wurde eine Ablage angebracht. „Wir sind die erste Schule in Oberursel, die das bewegte Lernen umsetzt“, berichtet die Fördervereinsvorsitzende Marion Weiße. Besonders für sehr junge oder hyperaktive Kinder ist das Stillsitzen über Stunden häufig schwer auszuhalten. Durch die Bewegung werden Konzentration und Motivation beim Lernen erhöht. „Verläuft die Testphase in den fünften Klassen gut, dann kommen weitere Klassen in den Genuss des bewegten Lernens“, ergänzt die zweite Vorsitzende Birgit Wolff.
Zu den ersten Testschülern gehörten am Tag der offenen Tür drei Schülerinnen. „Das ist eine gute Idee“, schwärmte Nika (11, Klasse 5Fb). „Die Idee ist cool. Es hat mit Sport zu tun und macht Spaß“, stimmt ihr Fatima (12, Klasse 5Fa) zu. „Man kann mit den Ergometern im Unterricht Sport machen, seine Fitness verbessern und dabei lernen“, freut sich auch Fünftklässlerin Medina.
Trotz dieses und aller weiteren kulinarischen oder künstlerischen Angebote und Informationen gibt es nur einen Star an der EKS. Der wird von Schülern, Lehrern und Gästen gleichermaßen bewundert und mit Streicheleinheiten verwöhnt. Es ist die vierjährige Schäferhündin Yuma, die Schulhündin an der EKS. Sie gehört Mathematik- und Musiklehrer Torsten Farnung. Yuma hat eine Schulhundeausbildung absolviert und „freut sich jeden Tag darauf, in die Schule zu gehen, obwohl diese auch für sie anstrengend ist“, sagt ihr Herrchen. Yuma ist aktiv in den Unterricht integriert und bietet Schülern im Rahmen der „Yuma-AG“ zudem die Möglichkeit, den Umgang mit Hunden zu lernen. „Yuma ist mir böse, wenn ich sie nicht mit in die Schule nehme“, sagt Torsten Farnung.
Restlos von der EKS und ihrem Angebot begeistert ist Jessica Erbel aus Steinbach. Sie ist mit ihren Töchtern Mia (10) und Elena (3) gekommen. „Mir gefallen die Größe und Überschaubarkeit der Schule, das tolle Konzept wie auch das moderne, lichtdurchflutete Gebäude.“

