150 unbesetzte Ausbildungsplätze im Main-Taunus-Kreis

Main-Taunus (bs) – Im September waren im Main-Taunus-Kreis 7.666 Personen arbeitslos, 235 weniger als im Vormonat. Der Arbeitsmarkt kommt damit weiterhin nicht vom Fleck. Am Ausbildungsmarkt blieben im Landkreis trotz der Wirtschaftskrise rund 150 Ausbildungsplätze unbesetzt. Zugleich werden ausländische Auszubildende für die Fachkräftesicherung immer wichtiger.

Ausgebildete Fachkräfte gesucht

„In der längsten Wirtschaftsflaute seit der Nachkriegszeit zeigt sich immer deutlicher, dass eine berufliche Ausbildung nicht nur ein hervorragender Einstieg in den Arbeitsmarkt ist, sondern auch den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit bietet. Denn während die Arbeitslosigkeit bei Fachkräften im Main-Taunus-Kreis seit 2019 nur um 21 Prozent gestiegen ist, ist sie bei Akademikern mit einem Anstieg von 82 Prozent und bei Helfern um 108 Prozent regelrecht explodiert. Die mit Abstand meisten offenen Stellen und damit Chancen verzeichnet die Arbeitsagentur im Segment der Fachkräfte. Für junge Leute lohnt es sich deshalb sehr, sich über eine Berufsausbildung als krisensicheren Einstieg in den Arbeitsmarkt zu informieren“, sagte Thomas Frey, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Rhein-Main-Taunus.

„Rund 150 unbesetzte Ausbildungsstellen finden sich im Landkreis nach wie vor in fast allen Berufen, besonders im Einzelhandel, im Verkauf und der Lagerlogistik sowie im Groß- und Außenhandel. Zwar hinterlässt die schwierige wirtschaftliche Lage am Ausbildungsmarkt inzwischen Spuren. Doch viele Betriebe halten nach wie vor an ihrem hohen Ausbildungsengagement fest und investieren weiter in den eigenen Nachwuchs. Gerade im ländlichen Raum bestehen weiterhin gute Chancen. Junge Menschen sollten sich deshalb örtlich wie beruflich flexibel zeigen“, riet Frey.

„Einen immer wichtigeren Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten schon heute tausende Auszubildende aus Nicht-EU-Staaten wie Indien, Marokko, China, Vietnam, Iran oder der Türkei. Doch angesichts des demografischen Wandels reicht das längst nicht. Wünschenswert wäre, wenn sich gerade auch schon lange hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund viel öfter für eine Ausbildung entscheiden könnten. Das ist umso dringlicher, weil zuletzt über 2.600 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren im Agenturbezirk Bad Homburg arbeitslos waren. Der Ausländeranteil ist weit überproportional“, erklärte der VhU-Geschäftsführer.



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