Main-Taunus (bs) – Seit zwei Jahren unterstützt die Beratungsstelle zum Familiennachzug der Evangelischen Familienbildung Menschen dabei, ihre Angehörigen nach Deutschland zu holen. In dieser Zeit hat das aus Mitteln der Europäischen Union geförderte Projekt mehr als 150 Menschen beraten. Erfolgreich abgeschlossen wurden nach Angaben der Beratungsstelle bisher zehn Verfahren, bei denen jeweils durchschnittlich zwei bis drei Angehörige nach Deutschland kamen.
Als einen Grund für die geringe Zahl abgeschlossener Verfahren nennt die Evangelische Familienbildung lange Warte- und Bearbeitungszeiten bei Ämtern und Behörden. Die Beratungsstelle informiert über die Voraussetzungen für einen Familiennachzug. Dazu gehören aufenthaltsrechtliche Fragen, die Sicherung des Lebensunterhalts und erforderliche Sprachkenntnisse. Die Mitarbeiterinnen unterstützen außerdem bei der Kommunikation mit Auslandsvertretungen und deutschen Behörden.
Die Beratung beschränkt sich nicht auf die rechtlichen und organisatorischen Fragen. Auch wohnen, Arbeit und Gesundheit spielen eine Rolle. Hinzu kommen die Folgen der teilweise jahrelangen Trennung. Nach den Erfahrungen der Beratungsstelle leiden viele Betroffene unter der Ungewissheit und der Sorge um Angehörige, die sie zurücklassen mussten. Zudem bestehe die Sorge, dass familiäre Beziehungen unter der langen Trennung leiden. Dies könne auch die Integration in Deutschland erschweren.
Nach Angaben der Evangelischen Familienbildung zeigen viele Ratsuchende trotz der langwierigen Verfahren große Ausdauer. Sie bemühten sich teilweise über Jahre darum, wieder mit ihren Familien zusammenleben zu können. Familiäre Bindungen könnten dabei auch über große Entfernungen hinweg Halt geben.
Das Angebot richtet sich nicht nur an Geflüchtete. Auch ausländische Fachkräfte, die ihre Familien nach Deutschland holen möchten, können sich beraten lassen. Darüber hinaus bietet die Beratungsstelle Unterstützung für Familien an, die im Rahmen des Familiennachzugs neu nach Deutschland gekommen sind. Sie hilft ihnen bei den ersten Schritten in ihrem neuen Lebensumfeld.
Ansprechpartnerinnen sind Nicole Bader unter der Telefonnummer 0157-52606503 und per E-Mail an nicole.bader[at]dekanat-kronberg[dot]de sowie Leonie Blum unter der E-Mail leonie.blum[at]dekanat-kronberg[dot]de oder der Telefonnummer 0177-5408869.
