Ewigkeit ist jetzt: Bistum feiert Goldenes Priesterjubiläum von Thomas Löhr

Weihbischof Thomas Löhr

Foto: Bistum Limburg

Limburg (kw) – Der Glaube vertröstet nicht auf später: „Ewigkeit hat längst begonnen. Ewigkeit ist jetzt.“ Mit diesen Worten hat Bischof Georg Bätzing am Sonntag, 11. Oktober, im Hohen Dom zu Limburg den Blick auf die Botschaft des priesterlichen Dienstes gelenkt. Anlass war das Goldene Priesterjubiläum von Weihbischof Thomas Löhr, der vor 50 Jahren in Rom zum Priester geweiht wurde. Seit 17 Jahren ist er Weihbischof.

Mehrere hundert Gäste kamen zum Priesterjubiläum nach Limburg. Unter ihnen waren Bischof Vincenzo Viva (Albano), der die Festpredigt hielt, Weihbischof Karlheinz Diez (Fulda), der emeritierte Erzbischof von Dijon, Roland Minnerath, sowie zahlreiche Priester und Diakone, Weggefährtinnen und Weggefährten, Freunde und Verwandte des Jubilars, Ordenschristen, Gäste aus der Ökumene und Gläubige aus dem gesamten Bistum.

Bischof Viva stellte seine Festpredigt unter ein Wort aus der zweiten Lesung (2 Kor 4,7). Diesen Vers habe Löhr vor 50 Jahren zu seinem Leitwort gewählt. Gott lege seinen Schatz nicht in ein goldenes Gefäß, sondern in zerbrechliches Alltagsgeschirr aus Erde, damit sichtbar werde, dass die Kraft von ihm komme. „Er handelt nicht trotz unserer Grenzen, sondern er handelt durch sie hindurch“, sagte Viva. Priestersein heiße, sich von Gott und den Menschen formen zu lassen, damit Christus durch das eigene Menschsein zu den Menschen gelange.

Löhr kenne er aus den Erzählungen langjähriger Weggefährten als aufmerksamen Menschen und Diplomaten, der Lösungen ohne Konfrontation suche und vermittle, ohne seine Überzeugung aufzugeben. Als Weihbischof lebe er „die Bereitschaft, Zweiter zu sein, damit Christus immer der Erste bleibt. Dafür darf Dir dieses Bistum sicher dankbar sein“.

Am Bild des Hochzeitsmahls, zu dem Gott alle einlade, machte Viva deutlich, wofür es Priester gibt: Sie verkünden die Einladung und stellen das Mahl in der Eucharistie auf den Tisch. „Die Kirche braucht Priester“, sagte er und bat, für alle Priester und um geistliche Berufungen zu beten. Sein Schlusswort: „In unserem armen Menschsein liegt ein Schatz, und dieser Schatz heißt Jesus Christus.“

„Du hast es Dir nicht leicht gemacht“

In seinem Grußwort stellte Bischof Bätzing das Jubiläum unter ein Wort aus dem Philipperbrief (Phil 4,8–9). „Wir feiern Jubiläum – nicht Abschied“, sagte er. Für den Rückblick auf Löhrs Wirken werde später Gelegenheit sein.

Mit Blick auf das Konzilsdekret über Dienst und Leben der Priester sagte Bätzing: „Priestersein ist ein spannendes Unternehmen.“ Die Konzilsbischöfe hätten den Dienst nicht mit „überhöhten Zuschreibungen“ beschrieben, sondern Spannungspole gezeichnet, etwa zwischen dem Amt der Priester und dem Anteil aller Getauften an der Sendung der Kirche. In der geübten Synodalität des Bistums Limburg erkenne er diese Dynamik wieder. Priester sollten Zeugen eines anderen als des irdischen Lebens sein, ohne die Lebenswirklichkeit der Menschen aus dem Blick zu verlieren.

An Löhr gewandt sagte Bätzing: „Du suchst die Verständigung, den Ausgleich, die Übereinstimmung und Harmonie.“ Spannungen habe der Weihbischof in 50 Jahren nicht einseitig aufgelöst. „Du hast es Dir in all den Jahren nicht leicht gemacht. Von Herzen danke ich Dir dafür.“ Herzensgüte, Aufrichtigkeit und menschliche Zugewandtheit seien Löhr eigen: „Und das spürt man– und das schätzen wir besonders an Dir.“

Als Zeichen für das, was über viele Jahre gewachsen ist, schenkte Bätzing ihm einen Wein des Jahrgangs 1976, seines Weihejahres. „Reif und noch besser werden kann nämlich nur, was von Anfang an schon gut gewesen ist.“

„Wir feiern die Treue Gottes“

Weihbischof Löhr stellte den Gottesdienst zu Beginn unter das Wort von der Treue Gottes. „Am 10. Oktober 1976 wurden in Rom neun Kandidaten zu Priestern geweiht. Einer von ihnen war ich“, sagte er. Das Jubiläum sei für ihn „ein Anlass zu großer Freude und vor allem zu tiefer Dankbarkeit“. Er betonte: „Wir feiern heute nicht zuerst das, was Menschen geleistet haben. Wir feiern die Treue Gottes.“ Alles Gelungene dürfe man „dankbar aus Gottes Hand annehmen“. Zugleich vertraue er darauf, dass Gott auch das Unvollkommene zum Guten wende. Besonders begrüßte er Bischof Viva, der wie er selbst in Frankfurt am Main geboren wurde, und die ökumenischen Gäste, deren Verbundenheit er „ein kostbares Geschenk“ nannte.

Im Anschluss an das Pontifikalamt lud das Bistum in den Bischofsgarten ein. Dort gratulierten die Gäste dem Jubilar persönlich, kamen miteinander ins Gespräch und ließen den Festtag in Gemeinschaft ausklingen.

Zur Person

Thomas Löhr wurde am 29. Februar 1952 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in Oberursel auf. Er studierte in Rom Philosophie und Theologie und wurde am 10. Oktober 1976 in Rom zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Frankfurt-Unterliederbach und Elz, Leiter des Bischöflichen Priesterseminars in Limburg und ab 1997 Pfarrer in Rüdesheim und Eibingen. Von 2006 an leitete er zehn Jahre lang das Dezernat Pastorale Dienste im Bischöflichen Ordinariat. Am 15. Juni 2009 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof in Limburg, die Bischofsweihe empfing er am 30. August 2009 im Limburger Dom. Heute ist er zudem Bischofsvikar für die Orden und Geistlichen Gemeinschaften sowie für die Ökumene.



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