Das Halloween-Spektakel beginnt am Freitag

Der Lageplan des Veranstalters zeigt, an welche Stellen der Burg sich an Halloween welche Monster verstecken ... um zuzuschlagen.Foto: Veranstalter

Königstein (as) – Die Burg ist vorbereitet, Königstein gewappnet für drei Wochenenden Frankenstein Halloween auf der historischen Festungsruine. Insgesamt neun Veranstaltungstage, sechs am Abend an den Freitagen und Samstagen, drei am Nachmittag als Familien-Halloween an den Sonntagen. Der letzte Veranstaltungstag ist dementsprechend Allerheiligen, 1. November. Der Höhepunkt steigt am 31. Oktober am Reformationstag, wenn die eigentliche Halloween-Nacht zum 1. November hereinbricht (All Hallows’ Eve) und die Monster in einem Fackellauf auf die Burg, ihr „Kingdom of Darkness“, ziehen. Für diesen Tag sind bereits alle VIP-Tickets verkauft, sagte Veranstaltungschef Ralph Eberhardt, für alle übrigen Tage gibt es noch Karten sämtlicher Kategorien. Nach dem Publikumserfolg der Premiere 2024 war das Jahr 2025 auch wegen des deutlich schlechteren Wetters eine Enttäuschung, man sei auf einem sechsstelligen Betrag sitzen geblieben, sagte Eberhardt jetzt am Rande der Aufbauarbeiten auf der Burg.

Dafür, dass es 2026 bei der dritten Auflage in Königstein, der 49. insgesamt, wieder besser läuft und täglich an die 2.000 Gruselfans – am besten per ÖPNV oder von den Parkplätzen am Waldparkplatz des Opel-Zoos mit Pendelbussen – den Weg nach Königstein finden, hat die Halloween Veranstaltung GmbH einiges getan.

Den Materialeinsatz für Kulissen und Aufbauten bezeichnete Eberhardt als enorm, „doppelt so hoch“ wie 2024, als man erstmal das Gelände und die „Spielflächen“ kennenlernen musste. 60 Touren aus Südhessen, wo sich in der Nähe der früheren Heimat Burg Frankenstein das Hauptlager befindet, mussten mit einem Dreieinhalbtonner nach Königstein unternommen werden, das entspreche 3.000 Kilometern, einer Fahrt bis in die Türkei, wie der Veranstaltungschef verglich. Für die Aufbauphase seien allein im (bereits abgerechneten) September 1.567 Arbeitsstunden der rund 80 Helfer angefallen, bis zum Start würden es wohl an die 2.500. Insgesamt ist der Veranstalter mit rund 140 Leuten im Einsatz, darunter rund 100 Monster-Darsteller. Hinzu kommen die Leute des neuen Caterers Container Cube – mit dem alten war Eberhardt nicht zufrieden – und natürlich jene der Stadt, vom DRK, der Feuerwehr und der Polizei, die Halloween auf Burg Königstein wieder möglich machen.

Wenn es schon die gruseligste Veranstaltung des Jahres in Königstein ist, so soll es zumindest die sicherste Großveranstaltung sein. Dafür sorgt neben dem eingesetzten Personal auch wieder die mobile Treppenkonstruktion auf dem holprigen und steinigen Weg hinab aus dem Burghof auf die „monsterfreie“ Wiese. Wem nach der Begegnung mit den Wesen der Nacht noch die Knie schlottern, soll zumindest ohne zu stolpern heil unten ankommen können.

Viele Neuerungen

Dass es wieder gruselig wird oben auf der Burg, daran besteht kein Zweifel. Allein schon die Irrenanstalt „Asylum“ im oberen Burghof sieht bereits bei Tageslicht ziemlich irre aus, „The Purge“ ist nach einem Jahr Pause mit einem Riesen-Aufbau im oberen Rondell zurückgekehrt. Die Hexen und Werwölfe besetzen jetzt die Österreichische Bastion, das soll für mehr Durchlauf und weniger Staus an dem schmalen Zugang sorgen als bisher, wo sich an der Stelle der inszenierte Richtplatz der Henker befand.

Das Bühnenprogramm auf der Festwiese ist auch neu. Zu den beiden Tänzen kommen neue Shows zu Dracula und Asylum. Die Geschichte Draculas werde aus Sicht seiner Frau Elisabeta erzählt. Und Asylum werde „wie ein Theaterstück zum Nachdenken“ aufgeführt, überrascht Eberhardt, man wolle mal „was anderes, nicht nur Show und Slapstick“ anbieten.

Die Altersempfehlung des Veranstalters liegt nach wie vor bei 16 Jahren für die Abendveranstaltungen und bei sechs Jahren für die Nachmittagsveranstaltungen, die Verantwortung, was sie ihren Kindern zumuten können, liege aber eben bei den Eltern. Unter 18 Jahren gibt es nur Zutritt in Begleitung von Erziehungsberechtigten.

Die Generalprobe am vergangenen Samstag sei – nachdem der Sturm am Donnerstag noch einige Aufbauten weggeblasen hatte, „gut“ gewesen, jetzt soll es noch besser werden, sagte Eberhardt. Der musste zu Wochenbeginn noch mit einigen Unwägbarkeiten kämpfen. Erst passte der Toilettenwagen, der die Dixie-Klos ersetzen wird, nicht durch den hellen Bogen, dann waren auch die kleineren am geplanten Standplatz noch zu schwer für die darunter liegenden Gewölbe, auch der Anschluss an die bestehende Abwasseranlage war eine Herausforderung. Aber man tat alles, um das für so manchen geschmacklose Halloween-Erlebnis zumindest hygienischer zu machen als in den Vorjahren ...

Ein Samstag für die Geschäfte

Der vom Königsteiner Gewerbeverein HGK angestrebte und auch vom Halloween-Veranstalter begrüßte verkaufsoffene Sonntag am 25. Oktober (als Ersatz für das gestrichene Programm am 13. September) war für das Ordnungsamt der Stadt nicht genehmigungsfähig. Hier gelten eindeutige Fristen von drei Monaten von der Beantragung zum Termin, da auch Kirchen und Gewerkschaften mitzureden haben.

Udo Weihe, der Vorsitzende des HGK, kann und muss sich dem fügen und sieht in den Aktionen am 31. Oktober in der Stadt ein gutes Alternativangebot, auch „zum Schnuppern“ für die Geschäftsleute, die im dritten Jahr endlich mehr vom Besucheraufkommen profitieren sollen, wenn denn schon die Besucher durch die Sperrung des Kurparks auf dem Weg zur Burg an ihren Geschäften in der Hauptstraße vorbeiziehen werden.

Am Mittag heißt es zusammen mit dem Stadtmarketing „Trick und Treat“. Verkleidete Kinder dürfen sich in den teilnehmenden Geschäften Süßes oder Saures abholen. Einige Geschäfte werden mit eigenen Aktionen an diesem Samstag auch länger öffnen, teilweise bis 19 Uhr, um auch dem erwachsenen Halloween-Publikum noch ein Angebot machen zu können.

Im kommenden Jahr will es der HGK gemeinsam mit der Halloween GmbH dann richtig angehen. Der verkaufsoffene Sonntag, der dann passenderweise auf den 31. Oktober fällt, ist bereits beantragt.

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