Taunus (bs) – Mit dem auch für die Moderne wieder spannenden Thema des sozialen Prestige und der Aufstiegsmöglichkeiten für die Menschen in den römischen Provinzen beschäftigte sich das internationale Kolloquium „Soziale Mobilität im Imperium Romanum“, das vom 1. bis 7. Juni in Frankfurt, Mainz und auf der Saalburg in Bad Homburg v.d.H. stattfand. Es handelte sich um die 19. Ausgabe des renommierten „Colloquium on Roman Provincial Art (CRPA)“, das zu den wichtigsten internationalen Fachveranstaltungen zur Erforschung der Steindenkmäler der römischen Provinzen zählt.
Die Tagung begann am ersten Veranstaltungstag im Archäologischen Museum Frankfurt und versammelte rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Am Mittwoch, den 3. Juni, tagte das Kolloquium auch auf der Saalburg.
Für die diesjährige Ausgabe hatten sich fünf Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen: die Goethe-Universität Frankfurt, die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz, das Römerkastell Saalburg sowie das Archäologische Museum Frankfurt. Wie Prof. Dr. Udo Recker, der hessische Landesarchäologe, in seinem Grußwort hervorhob, stehen die Mitglieder des Verbunds Archäologie Rhein-Main (VARM), zu dem auch als Gründungsmitglied die Saalburg gehört, beispielhaft für die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Museen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Denkmalpflege in der Rhein-Main-Region.
Wie veränderte die römische Herrschaft das Leben der Menschen in den Provinzen? Welche Möglichkeiten sozialen Aufstiegs eröffneten sich durch Militärdienst, Handel oder neue politische Strukturen? Und wie spiegeln sich gesellschaftliche Veränderungen in Grabmälern, Weihesteinen oder repräsentativer Architektur wider?
Diese spannenden Fragen wurden von Archäologen aus ganz Europa in Vorträgen und Präsentationen behandelt und im fachlichen Austausch diskutiert. Das Römerkastell Saalburg, das seit 125 Jahren als forschendes Museum internationale Anerkennung genießt, bot den passenden Rahmen für das Kolloquium – da waren sich die Teilnehmer einig.
