Kriminalstatistik 2025: Straftaten zum Nachteil älterer Menschen

Main-Taunus (bs) – Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind ältere Menschen als potenzielle Opfer „seniorenspezifischer Kriminalität“ immer stärker in den Fokus öffentlichen Interesses geraten.

Obgleich der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung stetig steigt, werden sie vergleichsweise nicht öfter Opfer von Straftaten. Ältere Menschen treffen mehr Vorsichtsmaßnahmen als jüngere, verhalten sich im Hinblick auf mögliche Gefahren achtsamer und vermindern auf diese Weise das Risiko, Straftaten zum Opfer zu fallen.

Dennoch werden ältere Menschen öfter Opfer von Eigentums- und Vermögensdelikten. Begünstigt wird dies durch die mit zunehmendem Alter, häufig abnehmenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten, was durch die Tätergruppen gezielt ausgenutzt wird. Durch das Aufbewahren hoher Bargeldsummen zuhause oder die Tatsache, dass ältere Menschen häufig alleine leben, werden die Täterinnen und Täter zusätzlich in ihrer Opferauswahl bestärkt.

Präventionsarbeit wichtig

Sowohl aufgrund der vorgenannten Umstände, aber auch wegen des erhöhten Sicherheitsbedürfnisses älterer Menschen, kommt der polizeilichen Präventionsarbeit für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren eine immer stärkere Bedeutung zu. Dies zeigt beispielhaft ein aktueller Fall aus dem Hochtaunuskreis: Im Januar 2026 übergab eine Rentnerin dort eine Münzsammlung im Wert von über 200.000 Euro an falsche Polizeibeamte, die sie zuvor angerufen hatten.

Durch eine frühzeitige Aufklärung über Opferrisiken und entsprechender Vorbeugungsmaßnahmen, der Entwicklung eines Gefahrenbewusstseins und der Vermittlung konkreter Handlungsempfehlungen sollen Straftaten zum Nachteil älterer Menschen reduziert und das subjektive Sicherheitsempfinden verbessert werden. Um der Erreichung dieser Ziele Rechnung zu tragen, wurde die polizeiliche Präventionsarbeit für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren hessenweit unter eine einheitliche Koordinierung gestellt.

Neben einer zentralen Bearbeitung des Themenfeldes im Hessischen Landeskriminalamt, der Zentralstelle für Kriminalprävention, wird das Thema „Sicherheit für Seniorinnen und Senioren“ in allen sieben Polizeipräsidien durch entsprechend geschulte polizeiliche Beraterinnen und Berater betreut.

Zusätzlich wurde im März 2016 landesweit die Sicherheitsberatung für Seniorinnen und Senioren eingeführt, welche einen bedeutsamen Präventionsbaustein darstellt.

Die ehrenamtlichen Sicherheitsberaterinnen und Sicherheitsberater fungieren dabei als „Multiplikatoren“ der Polizei und informieren die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren auf unterschiedlichste Weise, zum Beispiel im Rahmen von Präventionsveranstaltungen oder Bürgersprechstunden.

Projekt Enkelhelden

Hierbei handelt es sich um eine Social-Media-Kampagne, bei der in Verbindung mit einer Challenge für Schulklassen zur Stärkung der Wahrnehmbarkeit der Thematik in der Öffentlichkeit und der Einbindung von Kindern und Jugendlichen Konzepte zur Sensibilisierung von Seniorinnen und Senioren vor Eigentums- und Betrugsdelikten entwickelt wurden.



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