Taunus (bs) – Die Living Museum Society, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in der Schweiz, hat das „Offene Atelier“ in Wehrheim als eines von über 40 Living Museen in zehn Ländern anerkannt. Die Living Museum Society ist eine Kunstbewegung aus Amerika, die ein ganzheitliches therapeutisches Modell etabliert hat, das Psychiatrie und Gesellschaft miteinander verbindet. Diese besondere Auszeichnung als „Living Museum Taunus“ wird am 22. Oktober um 15 Uhr in den Räumen des ehemaligen Ateliers in der Industriestraße 8a in Wehrheim gefeiert. Es ist damit das achte anerkannte Living Museum in Deutschland.
Das Living Museum Taunus ist ein Angebot für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Bereits seit 16 Jahren bietet die Regionale Diakonie Main- und Hochtaunus in einer 200 m² großen Halle die Möglichkeit, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung eine breite Vielfalt an künstlerischen Formen und Disziplinen entdecken und sich künstlerisch ausdrücken können. Als alternative Tagesstruktur in der psychiatrischen Versorgung wird das künstlerische Arbeiten gerne angenommen.
Anlässlich der Aufnahme in den Kreis der Living Museen werden der Bürgermeister der Stadt Wehrheim, Gregor Sommer, und der Geschäftsführer der Regionalen Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH, Volker Knöll, Grußworte sprechen. Von der Living Museum Society in Will (Schweiz) werden Rose Ehemann und Juliane Pfeiffer anwesend sein. Dank der Förderung der Friederike von Bonin Stiftung konnte nun auch ein Begegnungs-Café im Living Museum eingerichtet werden. Hier präsentieren Künstlerinnen und Künstler ihre Werke und stehen für Gespräche und Austausch zur Verfügung. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von zwei Musikern des Ateliers, Martin Kammer und Winfried Essl.
Das kunstbasierte Programm in Wehrheim bietet neben Malen und Bildhauern auch eine Schreibwerkstatt und Musikworkshops an. Nicht nur die notwendige Infrastruktur, sondern auch die professionelle Begleitung durch Fachpersonen aus den Bereichen Kunst, Kunsttherapie und Vermittlung wird durch die Regionale Diakonie gewährleistet.
Das Living Museum schließt Lücken im Gesundheitssystem, indem offene Räume für Kunst und Kreativität geschaffen und fürsorgliche Gemeinschaften gefördert und sozialer Wandel angestoßen werden. 2016 ist das Konzept auf einer WHO-Konferenz als revolutionäres Modell in der Psychiatrie gewürdigt worden. Das erste Living Museum wurde von Dr. Janos Marton, Künstler und Psychologe, in New York 1983 gegründet.
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