Main-Taunus-Kreis (sz). Rund 50 Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger stehen im Main-Taunus-Kreis an 365 Tagen im Jahr bereit. Sie übernehmen ehrenamtlich den Bereitschaftsdienst rund um die Uhr und werden jährlich zu etwa 170 Einsätzen gerufen.
Häufig begleiten sie Angehörige nach einem häuslichen Todesfall. Koordiniert wird das Angebot des Evangelischen Dekanats Kronberg von Pfarrerin Christine Zahradnik.
Eine der Ehrenamtlichen ist Simone Drost. Die 38-Jährige hat im vergangenen Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen. Hauptberuflich arbeitet sie im Projektmanagement bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn. Ihre Bereitschaftsdienste legt sie auf Abende, Nächte und Wochenenden. „Als ich 2024 nach Kelkheim gezogen bin, war ich begeistert, wie viele Menschen sich dort ehrenamtlich einbringen“, berichtet Simone Drost . Sie habe selbst etwas für die Allgemeinheit tun wollen und von der Ausbildung in der Notfallseelsorge in der Zeitung gelesen. „Ich bringe mich für die Menschen ein und bekomme dabei ganz viel zurück.“
Vor dem ersten Einsatz steht eine umfassende Ausbildung. Sie umfasst Theorie, praktische Übungen und Hospitationen bei Polizei, Rettungsdienst und Leitstelle. Neue Kräfte übernehmen ihre ersten Dienste gemeinsam mit erfahrenen Teammitgliedern. Jede und jeder verpflichtet sich zu zwölf Stunden Bereitschaft pro Woche. Die Rollenspiele in der Ausbildung empfand Simone Drost als anspruchsvoll. „Ich musste mir bei den Übungen, wo wir Krisensituationen aus verschiedenen Perspektiven geprobt haben, jedes Mal einen Ruck geben“, sagt sie . Zugleich habe sie von der intensiven Vorbereitung profitiert. „Es gab dadurch in meinen Einsätzen keine Überraschungen oder Situationen, mit denen ich nicht umgehen konnte.“
Auch nach belastenden Einsätzen bleibe niemand allein. Mit dem zweiten Teammitglied gebe es sofort eine Nachbesprechung. Zudem melde sie sich beim „Hintergrunddienst“, wenn sie wieder zu Hause angekommen sei .
Das Evangelische Dekanat Kronberg, zu dem auch Schwalbach, Eschborn, Bad Soden und Sulzbach gehört, sucht jetzt wieder nach weiteren Ehrenamtlichen, die sich in der Notfallseelsorge engagieren möchten. Ein Infoabend für Interessierte findet am Mittwoch, 18. März, um 19 Uhr in den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr in der Kirchstraße 29 in Altenhain statt. Anmeldungen sind per E-Mail an sekretariat[at]nfs-mtk[dot]org möglich. Weitere Informationen stehen unter nfs-mtk.org im Internet.
Simone Drost ist seit einem Jahr ehrenamtliche Notfallseelsorgerin. Foto: Ev. Dekanat Kronberg