Schwalbach (MS) – Gegen diese Investition wirken selbst die neuen Rechenzentren am Kronberger Hang klein: Bis 2032 will Procter & Gamble (P & G) in Schwalbach 400 Millionen Euro investieren. Am Montag wurde das erste der fünf neuen Gebäude des „One Campus“ eingeweiht. Aus Wiesbaden kam dazu eigens Ministerpräsident Boris Rhein.
Bei P & G in Schwalbach sollen künftig rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sein. Ein großer Teil davon arbeitet aktuell noch auf dem ehemaligen Braun-Gelände in Kronberg. Unter anderem will das Unternehmen in der Sulzbacher Straße sein „German Innovation Center“ zusammenführen, das bisher auf Schwalbach und Kronberg verteilt ist.
Das jetzt eröffnete Gebäude, das nur den kleinsten Teil der gesamten Baumaßnahme darstellt, verfügt über 14.000 Quadratmeter Bürofläche. Es bietet 640 Schreibtische, mehr als 200 flexible Arbeitsplätze und mehr als 500 Plätze in Bereichen für die Zusammenarbeit der Mitarbeiter, also Meetingräume und Besprechungs-Ecken. Der Umzug der Beschäftigten soll in den kommenden Wochen beginnen.
Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnete das Projekt als „Win-Win-Projekt“. Für Procter & Gamble ermögliche der Campus, Forschung und Entwicklung an einem Standort zu bündeln. Für die Region bedeute die Investition nach seinen Worten kommunale Einnahmen, Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze für Fachkräfte. Besonders hob Boris Rhein hervor, dass P & G die gewaltige Investition ganz ohne staatliche Hilfen stemmt. „Sie warten nicht auf den Staat. Das verdient großen Respekt“, sagte er.
„Ein Bekenntnis zu Schwalbach“
Astrid Teckentrup, die Vorsitzende der Geschäftsführung von Procter & Gamble für Deutschland, Österreich und die Schweiz, erklärte: „P & G unterstreicht mit einem hochmodernen, multifunktionalen Standort sein klares Bekenntnis zu Deutschland, Hessen und Schwalbach.“ Mit dem neuen Campus wolle das Unternehmen auch die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Produktentwicklung und den weiteren Unternehmensbereichen stärken. Astrid Teckentrup erläuterte darüber hinaus, wie wichtig ihrem Unternehmen eine nachhaltige Bauweise und die Bedürfnisse der Mitarbeiter seien. „Wir wollen hier einen Ort schaffen, an den man morgens gerne zum Arbeiten kommt.“
Was das im Detail bedeutet, erläuterte P&G-Architekt Fred Spittael. Die Philosophie der neuen Gebäude sei, dass man „ungeplante Begegnungen planen wolle“. Statt fester Büros gibt es in dem jetzt eingeweihten Gebäude ausschließlich große Räume mit locker verteilten Schreibtischen und Besprechungs-Ecken in warmen Farben. Das in den 90er-Jahren entstandende Bürohaus im hinteren Teil des P&G-Areals wurde dafür in zwei Jahren komplett entkernt und umgebaut.
Vom „One Campus“ war auch Schwalbachs Bürgermeister Thomas Milkowitsch beeindruckt. „Es ehrt uns, dass Procter & Gamble so viele Millionen hier in Schwalbach investiert.“
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