Steinbach (stw). Bei traumhaftem Frühlingswetter trafen sich Menschen verschiedener Generationen erstmals im Backhaus – und schon beim Kennenlernen wurde viel gelacht. Ein gutes Zeichen für den Start des Mehrgenerationenprojekts „Labor Europa“ unter der Trägerschaft des Kultur- und Partnerschaftsvereins Steinbach 2000.
Das Staunen war groß, als das Alter der Teilnehmenden bekannt wurde: Die Jüngste ist elf Jahre alt, der Älteste über 80. Diese Vielfalt prägt das Projekt, dessen Vorbereitungen derzeit auf Hochtouren laufen. In wöchentlichen Proben entstehen selbst geschriebene Szenen zu aktuellen Themen unseres Lebens – in Steinbach, in Europa und darüber hinaus.
Projektleiterin Ellen Breitsprecher betont: „Die Mischung aus echter Diskussion, Rollenarbeit, Singen, gemeinsamem Essen und Lachen macht das Projekt aus. Theater hilft uns, uns selbst besser kennenzulernen – und Verständnis für andere Perspektiven zu entwickeln.“ Alle Generationen bringen sich dabei sowohl schauspielerisch als auch musikalisch ein – und wachsen Schritt für Schritt zu einem Ensemble zusammen.
Auch Mitinitiatorin Annika Baumgart zeigt sich beeindruckt von der Kreativität der jungen Darsteller. Immer wieder staunt sie über deren Gedanken und die starke Gruppendynamik, die im „Labor Europa“ spürbar wird. Im „Labor Europa“ entdecken die Teilnehmenden ihre Stärken – und lernen zugleich, mit eigenen Schwächen umzugehen. Gemeinsam wachsen sie an einem Ziel, das sie schon auf dem Weg dorthin verändert.
Gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Europatag freut sich die Gruppe besonders über die internationale Beteiligung. Viele Ukrainer erleben in Steinbach gelungene Integration – und zehn von ihnen wirken aktiv im Projekt mit. Die Musikerinnen Anastasiia Bosenko und Viktoriia Kazmyruk sind dankbar, gemeinsam mit Landsleuten auf der Bühne zu stehen.
Eine besondere Pointe entsteht im Musical selbst: Ausgerechnet die jüngste Teilnehmerin, die in eine „erfahrene Oma“ schlüpft, bringt es augenzwinkernd auf den Punkt: „Ein Hesse ist, wer sich wie ein Hesse fühlt – und Europäer ist, wer sich wie einer verhält!“
Dass europäische Werte im Alltag gelebt werden, zeigen die ukrainischen Teilnehmenden eindrucksvoll, wenn sie gemeinsam mit allen anderen kraftvoll „Die Gedanken sind frei“ anstimmen.
In kurzen Szenen erkunden die Mitwirkenden, wie das „Experiment Europa“ trotz aller Unterschiede gelingen kann – mit Humor, Tiefgang und viel Herz.
Die Aufführungen finden am Samstag, 9. Mai, zum Europatag auf dem „Freien Platz“ in Steinbach sowie am 17. Mai im Rahmen des Stiftungsgottesdienstes der Evangelischen Sankt Georgsgemeinde statt. Denn wo Menschen gemeinsam lachen, zuhören und gestalten, wächst Gemeinschaft – in Steinbach und darüber hinaus.
