Hauptamtlicher CDU-Stadtrat für Friedrichsdorf?

Erstellt von Leser-Reporter: Christin Jost
Robert Hohmann, Vorsitzender der FREIE WÄHLER Friedrichsdorf und Kreistagsabgeordneter für die FREIE WÄHLER Hochtaunus

Wir halten grundsätzlich eine hauptamtliche Stadtratsstelle für richtig. Es braucht eine 2. Meinung, einen Widerpart, einen Ideengeber, einen „Arbeits-Entlaster“ und letztlich verwaltungstechnischen Entscheider in hauptamtlicher Position in einer Stadt in der Größenordnung Friedrichsdorfs“, positioniert sich Robert Hohmann, Vorsitzender der FREIE WÄHLER Friedrichsdorf und nebenbei Verwaltungsfachmann (Diplom-Verwaltungswirt).

Wäre nur heute leider nicht das gleiche Szenario, wie 2007, eingetreten. Dass die CDU die Stelle seinerzeit nach Parteiproporz besetzt hat, ist kein Geheimnis. Das ging schief, der damalige Stadtrat konnte nicht überzeugen. Die Koalition zerbrach.

Nun scheint es, dass sich die Dinge wiederholen. Unsere vorsichtige Vermutung: Die CDU wird durchsetzen, auf ein Ausschreibungsverfahren zu verzichten und Frau Gehrmann in dieses Amt einführen. Diese wird im Frühjahr als Bürgermeisterkandidatin gegen Herrn Keitel antreten. Falls sie nicht gewinnt, hat sie immer noch den Stadtratssessel inne. Falls sie gewinnt, wird Herr Ponzi von der FWG als 1. Stadtrat bestimmt.

Nur: Nach dem Wahlergebnis konnte man nicht vermuten, dass vom Wähler eine ausschließlich von CDU und FWG dominierte Verwaltungsspitze gewollt war. Gefragt werden indes die Bürger bei der Auswahl nicht. Nun gut, vielleicht dann doch; im nächsten Jahr, zumindest ein stückweit, bei der Bürgermeisterwahl.

Zu oft stellte man in der Vergangenheit das Parteibuch vornan. Den Vorwurf müssten sich nach dem genannten Szenario aber auch FWG und FDP gefallen lassen. Natürlich, die FWG bekommt auf diese Weise die Chance (nicht die Garantie) auf einen hauptamtlichen Stadtrat. Das hilft über den Schmerz des schlechteren Abschneidens bei der Kommunalwahl hinweg. Und die FDP? Nun ja: Sie darf endlich mitregieren. Aber wäre das nicht genau der von der Taunus-Zeitung zitierte „politische Kuhhandel“?

Ist es nicht gerade die FDP, die immer nach fachlicher Qualifikation fragt? Und ist die vordergründige Ausgabe von 200.000 € Gehalt in Wahrheit nicht nur die Spitze des Eisbergs? Denn falsche Entscheidungen in der Verwaltungsspitze könnten die Bürger weitaus teurer kommen!“ fragt sinnigerweise Christin Jost, Vorstandmitglied der FREIE WÄHLER Friedrichsdorf und Kreisvorsitzende der FREIE WÄHLER. „Die Erklärungsversuche der Koalition erstrecken sich lediglich auf die Notwendigkeit eines weiteren Hauptamtlichen an sich. Zum Auswahlverfahren schweigen CDU, FWG und FDP sich aber aus.“

Wir meinen: Die Stadt Friedrichsdorf hat für diese Position den/die Beste/n verdient. Auch, damit das eintritt, was von der neuen Koalition so eisern beschworen wird: Ein Mehrwert.

Darum kann es nur im Sinne unserer Bürger sein, dass sich eine Kandidatin bzw. ein Kandidat dem grundsätzlich von der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) vorgesehenen Ausschreibungsverfahren stellt.



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