Markus und Jürgen Reichard von der Firma „Reichard Papiere und Verpackungsmittel“ spenden der Steinbacher Feuerwehr den stolzen Betrag von 5000 Euro (v. l.).Foto: fk
Steinbach. Eigentlich ist am Abend im Steinbacher Industriebetrieb nicht mehr viel los. Die meisten Betriebe haben Feierabend, die Werkstätten sind geschlossen und die Mitarbeiter bereits auf dem Heimweg. Doch kurz nach 19 Uhr ist es mit der Ruhe vorbei. Aus der Ferne ist schon das Heulen diverser Martinshörner zu hören. Wenig später brausen die ersten Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach in die Siemensstraße. Das zuckende Blaulicht erhellt ein wenig die Szenerie vor dem Gebäude der Firma „Reichard Papiere und Verpackungsmaterial“. Wenig später sorgen Halogenstrahler für die Ausleuchtung des Geländes.
Zum Glück handelte es sich nur um die große Jahres-Abschluss-Übung der Steinbacher Brandschützer, an der rund 50 Kräfte der Einsatzabteilung mitwirkten. Die Ausgangslage war recht vielschichtig. Brand in einer Lagerhalle mit Flammendurchschlag im Dach. In dem völlig verrauchten Gebäude, sehr echt simuliert durch Kunstrauch, sollten sich noch 16 Menschen befinden. Eine Person hatte sich dann auch noch auf das Dach geflüchtet, so dass zur Rettung und Brandbekämpfung „von oben“ auch noch die Drehleiter der Feuerwehr Stierstadt angefordert werden musste. Als Statisten fungierten unter anderem auch Jugendliche der Steinbacher Wehr, die mit viel Begeisterung bei der Sache waren.
Schwerpunkt: Retten der Vermissten
Nachdem der Einsatzleitwagen (ELW-Fahrzeug) mit Einsatzleiter Frank Schmidt am Ort eingetroffen war, folgten sechs weitere Fahrzeuge. Den Anfang machte hier das Löschgruppen-Fahrzeug LF20 mit neun Mann. Nach dem Absteigen wurde schnell die Lage besprochen und die Kräfte wurden eingewiesen. Der Schwerpunkt der Übung lag auf dem Retten der Vermissten aus den verrauchten Räumlichkeiten im engen Zusammenspiel mit der Brandbekämpfung. „Die Übung konnte prima abgewickelt werden. Das Erkunden und die Durchsuchung der Hallen hat geklappt. Alle Vermissten wurden gefunden. Um möglichst nah an der Realität zu sein, hatten wir einen 90 Kilogramm schweren Dummy auf dem Sitz eines Gabelstaplers platziert, der im hinteren Teil einer Halle versteckt war. Das ist dann schon richtige Schwerstarbeit unter Atemschutz diesen Dummy zu retten und aus dem Gefahrenbereich zu bringen“, lobte der rundum zufriedene Zugführer Andreas Nöll, der diesmal als kritischer Beobachter fürs Orga-Team der Übung im Einsatz war. Nach einer guten Stunde war es dann geschafft. Das Feuer war „gelöscht“ und alle beteiligten Zivilisten in Sicherheit.
5000 Euro für ein neues Gerätehaus
Senior-Chef Jürgen Reichard, er führt zusammen mit seinem Sohn Markus den bereits 1932 gegründeten Familien-Betrieb, überreichte einen Scheck über stolze 5000 Euro an die Steinbacher Brandbekämpfer. Es war übrigens nicht das erste Mal, dass auf dem weitläufigen Gelände für den Ernstfall geübt werden konnte. Freundschaftliche Verbindungen zur Steinbacher Wehr bestehen somit seit einigen Jahren. „Es ist ja ein neues Gerätehaus in der Planung. Das kostet schon ein paar Euro. Wir freuen uns, wenn wir dieses Projekt finanziell ein wenig begleiten und dem Förderverein diesen Scheck überreichen können“, erklärten Vater und Sohn Reichard nach Übungsende bei einem kleinen Imbiss. Eine gelungene Jahres-Abschluss-Übung ging erfolgreich zu Ende.
Die ersten Kräfte sind am Ort eingetroffen und machen ihre Ausrüstung für den Einsatz bereit.Foto: fk
Bevor die Feuerwehr in das Gebäude vordringt, wird die Atemschutzausrüstung angelegt und gegenseitig auf Funktionsfähigkeit überprüft.Foto: fk


