Bad Homburg hat gewählt: Die (vorläufigen) Ergebnisse der Kommunalwahl 2026

Wer hat die aktuellsten Zahlen? Am CDU-Tisch wurde gefiebert und gescrollt – am Ende stand die Partei als klarer Sieger des Wahlabends fest. Fotos: Baumgartl

Bad Homburg (hw/iba) – Die Stimmung am CDU-Tisch im Sitzungsraum 133 des Rathauses war am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr gelöst, zufriedene Gesichter, Schulterklopfen und Händeschütteln allenthalben. Auch wenn längst nicht alle Stimmen ausgezählt waren und die Wahlhelfer im Erdgeschoss noch fleißig die Wahlzettel auseinander falteten, war früh klar: Die CDU ist und bleibt mit Abstand stärkste Kraft im Hochtaunuskreis.

Bad Homburg (Es ist ein ziemlich eindeutiges Wahlergebnis, das sich in Bad Homburg abzeichnet: Entsprechend der vorläufigen Ergebnisse vom Dienstag, 17. März (Redaktionsschluss), geht die CDU als klarer Sieger aus den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung hervor. Mit – zum Zeitpunkt der Drucklegung – 46,01% der abgegebenen Wählerstimmen konnte sie ihr Ergebnis im Verhältnis zur Vorwahl 2021 damit um etwa zwei Prozent verbessern (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt).

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung

Für die nächsten fünf Jahre wird die neue Stadtverordnetenversammlung die Geschicke in Bad Homburg in diese oder jene Richtung lenken, sie entscheidet über die Stadtentwicklung und beschließt den Haushalt, investiert (nach Möglichkeit) in Bildungseinrichtungen und Infrastruktur. Die Wahlbeteiligung in Bad Homburg lag (wie zu erwarten) bei knapp über 50 Prozent, nur unwesentlich weniger als noch 2021.

Die CDU bleibt mit ihren rund 46% stärkste Kraft, danach folgen die Grünen mit 15,42% und die SPD mit 12,91%. Dahinter folgten die FDP (8,95%), BLB (7,66%), Die Linke (3,90%), KEHRTWENDE Bad Homburg (2,67%) und PfB (2,49%).

Die Unterschiede zu 2021 sind bei allen Parteien bestenfalls punktuell, CDU, Linke und KEHRTWENDE konnten minimale Zugewinne verbuchen, SPD, Grüne, FDP und BLB verloren jeweils einige Prozenktpünktchen – in beide Richtungen blieben die großen Überraschungen aber aus.

Sitzverteilung im Stadtparlament

Gemäß der vorläufigen Ergebnisse vom 17. März (10.59 Uhr, Votemanager) verteilen sich die Sitze im Stadtparlament wie folgt:

CDU – 23 Sitze, Grüne – 8 Sitze, SPD – 6 Sitze, BLB – 4 Sitze, FDP – 4 Sitze, Die Linke – 2 Sitze, KEHRTWENDE Bad Homburg – 1 Sitz, PfB – 1 Sitz. (Alle Ergebnisse unter Vorbehalt: Das amtliche Endergebnis stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest).

Kreiswahlergebnis

Auch bei den Wahlen zum Kreistag (Stand: 15. März, 22:22 Uhr, Votemanager) liegt die CDU mit 43,17% eindeutig vorne, die Grünen folgen mit 17,32%. Dahinter die SPD mit 12,43%, die AFD mit 9,78%; und 17,32% der abgegebenen Stimmen wurden unter „Sonstige“ vermerkt.

Jammern auf hohem Niveau

Bürgermeister und CDU-Mann Alexander Hetjes stand am Stehtisch mit einer Handvoll Parteikollegen und guckte abwechseln zufrieden auf die Leinwand und dann wieder auf das Smartphone seines Nebenmannes. „Kurz sah es nach der absoluten Mehrheit aus, die ist es ja nun doch nicht geworden. Aber wir sind denkbar knapp unter den 50% geblieben, sind mit Abstand stärkste Kraft – also, das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau, wir können absolut zufrieden sein.“

Die Leute am CDU-Tisch um Hetjes herum wirkten ebenfalls zufrieden, schon mehr als einmal haben sich bei Kommunalwahlen schlechte Zahlen der „Mutter“ aus Berlin negativ auf die Ergebnisse vor Ort ausgewirkt – nicht in Bad Homburg, dort sind die Christdemokraten unverändert stabil.

Quo Vadis, CDU?

Ringsherum wurde getuschelt und spekuliert, an manchen Tischen wurde schon weit vor Ende des Wahlabends das Fazit gezogen, und ständig wurden sich Smartphones gereicht und Statistiken aktualisiert („Auf Deinem Handy sehen die Zahlen aber ganz anders aus.“ – „Das sind die vorläufigen Ergebnisse aus Friedrichsdorf!“).

Was denn nun komme, mit welchem möglichen Partner man von nun an koalieren möge? Dazu wollten sich Hetjes und Co. noch nicht äußern, „dafür ist es heute Abend noch viel zu früh. Und vollständig ausgezählt ist ja auch noch nicht. Aber mit dieser Mehrheit sind wir in einer komfortablen Situation, potenzielle Koalitionspartner müssen jetzt zu uns kommen, das ist natürlich ein großer Vorteil.“

Wie genau die CDU diesen Vorteil nun zu nutzen gedenkt, mit wem sie ihn nutzen möchte und was das für die nächsten fünf Jahre für die Kreisstadt bedeutet, bleibt abzuwarten – alle Bad Homburger hoffen jedenfalls darauf, dass sie auch bestenfalls auf hohem Niveau jammern müssen.

Weitere Artikelbilder



X