Ballett „Peter Pan“bezaubert das Publikum

Bad Homburg (hw). Just in die Vorweihnachtszeit fällt traditionell die Matinee der Ballettschule Oremek-Reeves im Homburger Kurtheater. Diesmal bot das Ensemble eine Interpretation von „Peter Pan“ dar. Im wahrsten Wortsinn also ein Stück Kindheit, mit dem die Elevinnen das erwartungsfrohe Publikum auf eine magische Reise mitnehmen wollten.

Wie schafft man es, 170 Elevinnen in einer Altersspanne von vier bis 62 Jahren so in eine Darbietung zu integrieren, dass es ein stimmiges Bild ergibt? Diese Herkulesaufgabe hat Jasmin Reeves mit Bravour gelöst. Es ist nicht nur die Rollenverteilung, das Bühnenbild, die künstlerische Darbietung – sondern es ist auch immer eine Frage von Kostümierung, musikalischer Untermalung und dem Transfer einer Geschichte auf eine Ballettbühne, die lange Tage, viel Herzblut, Brainwork und Leidenschaft für die Sache abnötigt. Auch in diesem Jahr entstanden die selbst gemachten Kostüme in mühevoller, nächtelanger Detailarbeit. Sieht man aber das Ergebnis, hört man den tosenden Applaus des Publikums und schaut man in die strahlenden Gesichter der kleinen und großen Elevinnen, bleibt erneut nur zu resümieren: Der Aufwand hat sich ein weiteres Mal gelohnt.

Angefangen bei den Allerkleinsten, welche im Kinderzimmer – der ersten Station der Darbietung – die Rollen der Puppen, Teddybären, Sternchen und Soldaten übernahmen, über die großartige, 9-jährige Leewia Pfaff, welche das „Glöckchen“ (auch gut bekannt als „Tinkerbell“) darstellte und zum heimlichen Star der Darbietung avancierte sowie natürlich Luisa Gabel, die sich als tolle Wahl für Peter Pan herausstellte, bis hin zu Elevinnen, die der Ballettschule schon seit Jahrzehnten die Treue halten, so Dr. Heike Hupertz gewohnt exzellent als Krokodil oder Bettina Cünzer mit einer beeindruckenden Performance als Captain Hook. Großer Beliebtheit erfreute sich auch Karin Mullins-Stadlmann als Smee. Als besonderer Moment wird der „Flug nach Nimmerland“ in Erinnerung bleiben – ob der leuchtenden Kostümierung der „Sterne“, aber auch der modernen Musikauswahl mit Coldplays „Sky Full Of Stars“ wegen. Die Musikauswahl deckte allgemein vieles ab – natürlich viele klassische Elemente (Bach, Mozart, Tschaikowski), aber mit modernen Einflüssen, wie Alphavilles „Forever Young“.

Im „Nimmerland“ selbst sorgte die Darstellung der Wasserwelt mit Tintenfischen, Quallen, Meerjungfrauen, Fischen sowie Seepferdchen und Muscheln für eine ganz besondere Atmosphäre. Der Wald bekam die gewünschte mystische Note durch die Darstellung von Waldgeistern, einer Baumfee, welche hervorragend von Victoria von der Schulenburg interpretiert wurde, einem beeindruckenden magischen Baum sowie Blätterfeen, Blättern und Elfen, bevor es zum szenischen Höhepunkt mit der Befreiung der Tiger Lily, wunderbar dargestellt von Fleur Ouoba, und dem finalen Kampf mit Captain Hook kam.

Der Flug zurück nach London mit der tollen Victoria Bangert als Morgenröte und einem erneuten Auftritt der beliebten „Sterne“ endete die Matinee. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle der Sprecher Liam Happel, welcher sich alleine dem Publikum stellte und es zwischen den Szenen leitete. Diese Aufgabe meisterte er bravourös und akzentuiert in der Vortragsweise

Die Elevinnen holten sich ihren verdienten Applaus des Publikums ab und genossen die stehenden Ovationen. Als Jasmin Reeves und etwas später auch Mutter Waltraud die Bühne betraten, wurde es nochmal etwas lauter.

Die neunjährige Leewia Pfaff als „Glöckchen“ und Luisa Gabel als Peter Pan tanzen sich in die Herzen der Zuschauer im Kurtheater.Foto: Tanzschule Oremek-Reeves



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