BUND-Team hilft während der Kröten-Rushhour

Bad Homburg (a.ber). Nein, es sind keine Einbrecher und keine Mitglieder eines Sicherheitsdienstes – oder letzteres in gewisser Weise doch: Mit Warnweste, Taschenlampe, Handschuhen und Eimern sind sie nun wieder unterwegs, die freiwilligen Krötenhelfer im Bad Homburger Stadtteil Dornholzhausen. Dabei können sich die 6.000 bis 10.000 Kröten der Spezies „Bufo Bufo“, die jährlich ab Anfang März die Straßen nahe des Waldrands überqueren, um im Dornholzhäuser Forellenteich abzulaichen, besonders auf eine Krötenretterin verlassen: Heike Bergmeier von der Ortsgruppe Bad Homburg des BUND Hochtaunus.

Seit dem Jahr 2017 schart die Natur- und Tierliebhaberin freiwillige Helfer um sich, die vier bis fünf Wochen lang abends den vielen Erdkröten bei ihrer Wanderung aus den Braumannswiesen und umliegenden Gärten zum Teich helfen. „Hier liegen ständig zerquetschte Frösche auf den Straßen!“, so hatten schon vor Jahren Autofahrer und Anwohner des Tannenwaldwegs und des Güldensöllerwegs dem BUND mitgeteilt. Heike Bergmeier ergriff damals die Initiative. Auch in diesem Frühjahr finden sich – angeleitet von einem siebenköpfigen Leitungsteam – jeden Abend bei Einsetzen der Dämmerung gegen 18.30 Uhr freiwillige Frauen, Männer und Kinder am Beginn des Güldensöllerwegs ein.

Bei der Einführung für die „Neuen“ erklärte Heike Bergmeier, wie man die Erdkröten am besten mit beiden Händen anpackt und in die Eimer setzt, bevor sie zu ihrem gefährlichen Gang über die befahrenen Straßen loshüpfen. „Dabei trennen wir Männchen und Weibchen möglichst in zwei Eimer, denn die Krötenmänner sitzen sonst manchmal zu zweit oder dritt auf einem Weibchen, das zwar größer ist als sie selbst – aber drei solche Burschen können das Weibchen vor Liebe sonst schnell mal erdrücken“, so die BUND-Projektkoordinatorin. An den oberen beiden Abschnitten des langen Güldensöllerwegs, wo den „Bufos“ in Richtung Gestüt Erlenhof über die Straße geholfen wird, können auch Kinder und Jugendliche im Einsatz sein; am Tannenwaldweg und am Waldweg zum Gestüt kommen laut Bergmeier wegen des Autoverkehrs nur erwachsene Krötenhelfer zum Einsatz.

Gesammelt wird „mit Geduld“ jeden Abend etwa anderthalb Stunden. 12 bis 13 Helfer werden täglich zur „Kröten-Rushhour“ gebraucht. „Die Erdkröten sind zwar nicht vom Aussterben bedroht und sind auch Teil der Nahrungskette für Vögel und Waschbären – aber wenn die Kröten in der Dunkelheit am Straßenrand kruschpeln und auf die Straße hüpfen, können wir ihnen ja helfen, dorthin zu gelangen, wo sie in Ruhe ihren Laich ablegen können.“ Wer bei dieser ehrenamtlichen Rettungsaktion helfen möchte, kann sich per E-Mail an kroetenrettung-hg[at]ov-badhomburg.bund-hessen[dot]net melden; ein zweiter Einführungstermin ist für Freitag, 6. März, um 17 Uhr am Beginn des Güldensöllerwegs/Kreuzung Tannenwaldweg geplant.

Heike Bergmeier (l.) weist die freiwilligen Krötenhelfer in alles ein, was sie wissen müssen, damit die Erdkröten wohlbehalten am Laichplatz ankommen.Foto: a.ber



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